Zwei Tage voller nützlicher Informationen

 

Den Anfang des ersten Seminartages machten die drei Experten Ing. Astrid Halmetschlager von Eventworks, Norbert Herman von Euro Unitech und Markus Uko. Die Inhaberin der Firma eventworks, Ing. Astrid Halmetschlager, kann auf vielfältige Erfahrung im Bereich Veranstaltungstechnik und Elektrotechnik zurückblicken. Ihre Qualifikationen hat sie ständig erweitert. „Das gibt dem Kunden die Gewissheit, dass hier mit hoher Qualität gearbeitet wird und einschlägige Bestimmungen und Sicherheitsauflagen eingehalten werden”, betont die Expertin. Sie teilte im Rahmen der Frühlings-Akademie ihr Wissen zum Thema »Licht« mit den Teilnehmern.

 

Norbert Herman, technischer Berater Wien, NÖ, nördl. Bgld bei Euro Unitech, verfolgte bei seinem Lehrgang den praktischen Ansatz. Er ließ die Elektrotechniker bei der Erstellung einer KNX-Visualisierung über die Schulter blicken. Anhand der aktuellen Touch-Bediengeräte-Serie aus dem Hause Jung zeigte er, wie sich eine Visulisierung im Handumdrehen realisieren lässt. Die Schutzmaßnahme Nullung ist fixer Bestandteil des dreistufigen Schutzkonzeptes (Ausschaltbedingung, Erdungsverbindung und Verlegebedingung) und durch die Nullungsverordnung aus dem Jahre 1998 geregelt, erklärte zur gleichen Zeit Markus Ulko. Bei der abschließenden Diskussion, war es den Teilnehmern wichtig klarzustellen, dass der Elektrotechniker der eine bestehenden Anlage positiv befundet, auch dafür gerade steht. Daher sollte sich niemand davor scheuen, auch negative Befunde auszustellen, da die Folgekosten im Falle eines Gebrechens enorm sein können. Anschließend präsentierten die Mannen von Conlux ein paar ihrer gelungenen LED-Beleuchtungsprojekte.

 

Praxisnah

Weiter ging es mit dem Thema »PV-Anlagen – Theorie und Praxis« – auch Michael Ibesich, Siblik konzentrierte sich darauf, die praktische Seite dieses Bereichs zu beleuchten. Ibesich machte den Elektrotechnikern klar, wie sie bei der Umsetzung einer PV-Anlage Schritt für Schritt vorgehen sollten. Dabei ging er auf die Details ein und betonte, wie wichtig die Besichtigung des Gebäudes für eine optimale Umsetzung des Projektes ist. Aber auch die Auswahl der Befestigungselemente und deren Installation spielt eine zentrale Rolle, um die PV-Module richtig in Szene zu setzen – er führte den Elektrotechnikern vor Augen, welche Konsequenzen Montagefehler nach sich ziehen. Ibesich dokumentierte schließlich welche Verschattungen – etwa durch Gaupen, Kamine, Bäume, Bewuchs, Freileitungen – vorkommen können und wie man Herr der Lage wird. Immerhin gilt die Regel: »Die Stromstärke des Strings ist abhängig vom schwächsten Modul.«

 

Richtiges Dokumentieren war das Thema bei Franz Krautgasser. Im allgemeinen Bauwesen hat in den vergangenen Jahren eine starke Verrechtlichung stattgefunden, daher empfiehlt es sich für jeden Betrieb eine gute und vor allem umfassende Dokumentation der ausgeführten Arbeiten anzulegen. Im Idealfall sollte diese beidseitig (Auftraggeber/Auftragnehmer) schriftlich unterfertigt sein, Bautagebucheintragungen, Gegenbrief, sowie Fotos, Videos und Pläne enthalten. „Macht am besten ein Inhaltsverzeichnis und lasst den Kunden dort unterschreiben, dass er die Dokumentation bekommen hat. Im Grunde braucht man dazu nur einen Kugelschreiber und einen großen Block”, appellierte Krautgasser an die Anwesenden.

 

Hilfreiche Dokumentationshilfen der EDS stellte anschließend Wolfgang Brandstätter vor. Ing. Günther Unterweger, der Schulungsexperte von Hager Electro, betonte nicht zum ersten Mal im Rahmen eines Vortrages, dass die Elektrotechnik-Unternehmen ohne Emotionalisierung keine Geschäfte im Bereich des Intelligenten Hauses machen werden – ein Teilnehmer der Akademie gab im Zuge dessen außerdem zu bedenken, dass in Anbetracht dessen, wieviel Intelligenz ein Fahrzeug heute zur Verfügung hat, er es nicht verstehen würde, wenn ein Haus keine Intelligenz hat.

 

Welche ideale Ergänzung die Bereiche LED und KNX darstellt, machte schließlich Alexander Brandstetter dem Publikum klar. Nach einer kurzen Grundlagenpräsentation über KNX sprach der Bilton-Key-Account-Verantwortliche auch über das Zusammenarbeiten der Bilton-Technik mit anderen am Markt verfügbaren Systemen wie DMX und DALI, das kein Gebäudeleitsystem darstellt, aber sehr gut als Subsystem eingesetzt werden kann oder auch mit dem Funksystem der enocean alliance und last, but not least in Kombination mit der ersten und einfachsten Methode, um Beleuchtung zu dimmen – nämlich »1–10 V analog«. Karl Zehetner von Würth und sein Kollege freuten sich im Anschluss daran, als Bundesinnungsmeister Joe Witke himself keine Scheu zeigte und selbst Hand anlegte, als es darum ging, brandschutztechnische Komponenten von Würth in der Praxis zu testen.

 

Nach der Präsentation des handwerklichen Geschicks von Witke, dem die Praxistauglichkeit der Würth-Produkte sichtlich zur Hilfe kam, trat Johann Blaunsteiner von Philips vor das Publikum und gab den Anwesenden einen Überblick über den Stand der Technik im Bereich der LED. So schafft die Technologie mittlerweile unter anderem die Möglichkeit, Lichtfarbe und -Intensität an vorbeigehende Personen anzupassen. Blauensteiner ließ die Elektrotechniker auch wissen, in welchen Bereichen nichts mehr an der LED-Technik vorbei führt und wo die herkömmliche Lichttechnik doch auch noch ihre Berechtigung hat.

 

Nach Walter Langer, der über die Anschlusstechnik bzw. über die Sammelklemmen von Weidmüller berichtete, legte Thomas Farthofer von Klauke los. Er sprach über normgerechte Verbindungen – unter anderem über das Problem der Über- bzw. Unterpressung. Er machte auch klar, dass man nach der DIN VDE 57295 vier Kabeltypen – den Massivleiter, den mehrdrähtigen sowie den flexiblen und den hochflexiblen Leiter – unterscheiden muss und dementsprechend vorzugehen hat. Farthofer machte anhand von Beispielen aus der Praxis auch darauf aufmerksam, welche dramatischen Konsequenzen es hat, Kabelschuhe mit minderer Qualität einzusetzen.

 

Zukunftsorientiert

Ing. Mag. Gottfried Rotter stellte die Richtlinie R11 für Photovoltaik-Anlagen vor, die im Brandfall die Sicherheit von Einsatzkräften gewährleisten soll. „Das Löschen von Häusern mit PV-Anlage am Dach, ist dabei nicht die Problematik”, erklärte der ebenfalls anwesende Josef Witke, der maßgeblich am Entstehen dieser Richtlinie beteiligt war. „Es geht hauptsächlich darum, Einsatzkräfte vor beschädigten Leitungen mit gefährlicher Gleichspannung zu schützen.” R11 ersetzt dabei keine bestehende Norm, gibt aber dem Elektrotechniker ein Instrument in die Hand, bei dem er Sicherheit hat und auch über die Art des Schutzes entscheiden kann.

 

Siblik hatte nach dem PV-Vortrag von Michael Ibesich schließlich auch in den Bereichen »EE Steuern und Regeln« sowie im Bereich der »Intelligenten und effizienten Lichtsteuerung« höchst interessante Beiträge zu leisten – Ing. Gernot Schröck sprach unter anderem über die Möglichkeiten von Bewegungs- und Anwesenheitsmeldern. Er wies abermals darauf hin, wie wichtig es für diese Geräte ist, den richtigen Melder für die jeweils vorherrschende Bedingung einzusetzen. Erneuerbare Energien im energieunabhängigen Wohnhaus steuern und regeln war das Thema bei Alfred Pichsenmeister. Energieautarkie ist dabei nicht gleich Energieautarkie, denn beim Streben nach Unabhängigkeit ist es wichtig, zwischen zwei Ansätzen zu unterscheiden: Der bilanzgerechten Energieautarkie (die Energie die einem Jahr benötigt wird, kann auch in diesem bereitgestellt werden) und der lastgerechten Energieautarkie (die erforderliche Energie kann zu jedem Zeitpunkt bereitgestellt werden). In jedem Fall entscheidet der Umgang mit Energie, ob das hochgesteckte Ziel der Energiewende in Zukunft zu realisieren sein wird. Effiziente Beleuchtung, kontrollierte Wohnraumlüftung bzw. Heizung sowie ein intelligentes Energiemanagement sind dabei das Um und Auf im Wohnhaus der Zukunft.

 

Volker Gagelmann referierte über ein Thema, das anlässlich der Frühlings-Akademie noch keiner zu hören bekam – der Gira-Experte erarbeitete gemeinsam mit dem Publikum die Möglichkeiten im Bereich »Health care« und präsentierte dazu das Gira Rufsystem 834 Plus, das Hilferufe und Kommunikation in allen Lebenslagen ermöglicht. Der Einsatz dieses Systems ist laut Gagelmann allerdings nicht nur in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen, sondern auch in Wohnanlagen, Bürogebäuden oder Schulen sinnvoll.

 

DI Günther Hraby, Geschäftsführender Gesellschafter von easyTherm, wählte den philosophischen Zugang um die Elektrotechniker zu erreichen – er gab gleich vorweg mit den Worten »mein Vortrag wird alles andere als technisch« eine eindeutige Warnung ab. Der Experte aus der burgenländischen Innovationsschmiede in Sachen »Infrarotheizung« verriet dem Publikum schließlich die sieben Schritte zum Erfolg. Hraby forderte die Teilnehmer unter anderem auf, bei einem Verkaufsgespräch zuerst einmal zuzuhören und anschließend den Nutzen für den Konsumenten herauszuarbeiten. „Wenn der Nutzen größer ist als die Höhe des Preises, dann kaufen Konsumenten in der Regel auch”, allerdings sollte natürlich eines beachtet werden, nämlich: „Der Peis muss natürlich auch höher sein als die Kosten desjenigen, der die Leistung erbringt.”

 

Den krönenden Abschluss bildete der Vortrag von Thomas Filser. Der Key-Account-Manager von Bosch Power Tec nahm die Zuhörer seines Vortrages mit auf die Reise in die Gegenwart. Denn mit dem VS 5 Hybrid hat das Unternehmen bereits eine Plug&Play-Lösung, wenn es darum geht, Energie effizient zu speichern. Er fesselte das Publikum mit seinen Ausführungen zum Thema Speicherlösungen bis zur letzten Minute und machte allen klar, wie groß die Chance für die Elektrounternehmer in diesem Bereich sein wird – vorausgesetzt man ist schlau genug, sie zu ergreifen.

 

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