Die »künftige Bibel« E 8101 war Thema der BIAS
Die BIAS tagte diesmal in oberösterreichischen Bad Leonfelden. Der Gesprächsverlauf zeigte wieder einmal, dass derartige Sitzungen von hohem Wert für die Branche sind.

Die BIAS im oberösterreichischen Bad Leonfelden hatte Reformationscharakter:

Wer bekommt die neue Bibel der Elektrotechnik?

Die E 8001 ist tot – es lebe die ÖVE E 8101! … so schnell schießen die Preußen zwar noch nicht, aber spätestens in zwei Jahren wird das fertige Werk Gültigkeit haben und jeder Elektrounternehmer wird sie brauchen. Am runden Tisch der Landesinnungen der Elektrotechniker und der Berufsgruppen in Bad Leonfelden tüftelte man daran, wie man die »künftige Bibel« unters Volk bringen will.

Auch wenn die Pflichtmitgliedschaft nach dem politisch motivierten Einsetzen des Sesselrückens in der Führungsetage der Wirtschaftskammer bereits wieder vom Tisch ist (Christoph Leitl-Nachfolger Harald Mahrer auf Kurier.at vom 2.11.2017: „Ich bin klar für die Pflichtmitgliedschaft.“), hält sich die Begeisterung der Funktionäre mit den Aktivitäten der Kammer in überschaubaren Grenzen. Den in der BIAS (Bundes-Innungs-Ausschuss-Sitzung) tagenden Landesinnungsmeistern der Elektrotechniker stieß bereits in der Vergangenheit so manch Alleingang bzw. die Industrielastigkeit der Leitl-Etage auf. Als Aufreger schlechthin entpuppte sich nun eine nicht abgesprochene österreichweite Werbekampagne der WKO. Sie hat das Ziel, das Image der Elektrotechniker-Lehre zu heben – im Grunde ein ehrenvolles Motiv. Der Haken an der Sache: Niemand aus dem Marketing der Wirtschaftskammer sprach mit der Elektrotechnik-Innung während der Entstehungsphase. Erst kurz vor der Veröffentlichung bat man um eine Stellungnahme seitens der Innung. Dass die Elektrotechniker mit einem völlig anderen – allerdings durchgängigen – Konzept an die Zielgruppe der jungen Leute herantritt und die Werbeaktion der WKO in Abstimmung mit den Landeskammern eine kostenintensive Zweigleisigkeit darstellt, kann man sich vorstellen. Und das in Zeiten, in denen die einen von Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft und andere wieder »nur« vom Abspecken der Beitragszahlungen sprechen.

Immerhin nahm die Wirtschaftskammer mit ihren Teil- organisationen laut Kurier.at vom 31.10.2017 zuletzt 541 Millionen Euro von ihren 506.000 Mitgliedern ein. Mittel, die in den Innungen nur in einem geringen Ausmaß ankommen – hier allerdings gebraucht werden, um vernünftige Aktivitäten im Sinne der Mitglieder zu finanzieren. Ein gutes Beispiel für dementsprechende Initiativen ist die gemeinsam mit der EDS ausgearbeitete Flat-Rate, die den Mitgliedern der Landesinnungen aus dem Burgenland, Tirol, Salzburg und Wien eine Gratisnutzung aller EDS-Produkte ermöglicht. Oder jene, die im Rahmen der BIAS auf den Weg gebracht wurde: Bundesinnungsmeister Gerald Prinz und die Runde der LIM wollen den Elektrotechnikern Österreichs die »neue Bibel der Elektrotechnik« zu einem moderaten Preis zur Verfügung stellen, sobald sie erschienen ist. Sinnvoll ist der Einsatz der finanziellen Mittel auch dort, wo die Jugend davon profitiert. So berichteten wir in einer der letzten Ausgaben darüber, dass die Innung eine App plane, die vom professionellen Anbieter für Lernsoftware »KnowledgeFox« entwickelt werden soll. Anhand dieser App soll es den Lehrlingen möglich werden, den Stoff digital zu erlenen und mit dem erlangten Wissen anschließend im Wettstreit gegen die Kollegen auf digitaler Ebene anzutreten. »Gamification« nennt sich der Trend, den junge Menschen weltweit nutzen, um ihr Wissen zu verbessern – dank der Innung in Zukunft auch der österreichische Elektrotechnik-Nachwuchs. Im Rahmen der BIAS berichtete Karl Mayerhofer vom Arbeitsausschuss Aus- und Weiterbildung wie weit die Arbeiten bereits fortgeschritten sind. Laut Maierhofer soll der Probebetrieb bereits Mitte März anlaufen.

Apropos Lehrlinge: Österreichs Elektrotechnik-Kandidat der WorldSkills 2017 in Dubai belegte den 20. Rang von insgesamt 36 Teilnehmern. Ein kleiner Fehler in der Hitze des Gefechtes verhinderte schlussendlich eine deutlich bessere Platzierung. Aber schon alleine die Qualifikation des heimischen Kandidaten an den WorldSkills zeigt, dass die Ausbildung international gesehen hierzulande auf einem guten Weg ist. Nicht zuletzt auch auf Grund der zahlreichen Initiativen des Arbeitsausschusses Aus- und Weiterbildung unter der Leitung von Franz Feldbacher.

Mehr über die Inhalte der BIAS in Bad Leonfelden in der nächsten Ausgabe vom i-Magazin.

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