NÖ-Elektrotechniker starten große Ausbildungsoffensive

„Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, haben wir zu Jahresbeginn zusammen mit drei anderen Metallberufen eine gemeinsame Lehrlingsoffensive gestartet. Ein Moderator hat bis jetzt an die 200 Schulen in Niederösterreich besucht und unsere verschiedenen Berufe spielerisch und interaktiv vorgestellt. Im Sommer werden wir die Aktion evaluieren und die Schlussfolgerungen diskutieren. Denn die Zeit drängt. Der Mangel an Facharbeitern wird immer spürbarer, und es ist das Gebot der Stunde, für die Zukunft entsprechenden Berufsnachwuchs zu finden“, sagt Manschein.

Neben der Suche nach geeignetem Nachwuchs kämpfen die Elektrotechniker mit dem Kostendruck nicht nur von Billiganbietern aus dem Ausland, sondern auch durch die Generalunternehmer-Auftragsvergaben und die überbordende Bürokratie, die von Ämtern und Behörden ausgeht. „Die Situation ist kaum noch verkraftbar“, stellt der Innungsmeister in der NÖ Wirtschaftskammer fest. „Wir fordern daher, dass die bürokratischen Überregulierungen, wie etwa bei der Lohnverrechnung, von der Gebietskrankenkasse erledigt werden sollen. Mir ist schon klar, dass dies provokant ist, aber ich stehe dazu. Die Kosten dafür könnte man natürlich an uns Arbeitgeber weitergeben, aber die Administration frisst uns allmählich auf. Wenn das so weiter geht, kommen wir schön langsam vor lauter Administrieren nicht mehr zu unserer eigentlichen Arbeit.“

Darüber hinaus tritt Manschein für eine Erhöhung der Qualitätssicherung bei der Vergabe von Gewerbeberechtigungen ein und meint, dass „die Liberalisierung nicht zu Lasten der Qualität gehen darf.“ Außerdem verlangt er eine Entlastung des Faktors Arbeit und deren Gegenfinanzierung mit schärferen Maßnahmen beim Missbrauch von Sozialleistungen: „Wenn wir auch in Zukunft sinnvoll arbeiten wollen, dürfen wir uns nicht länger mit Überregulierungen und fragwürdigen Gesetzesnovellen das Leben selber schwer machen. Gerade die Elektrotechnik ist mit ihrem breiten Betätigungsfeld gut gerüstet, neue Herausforderungen auch als Chance erfolgreich zu bewältigen.“ (dsh)

Quelle: NÖ Wirtschaftspressedienst

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