Nicht ohne Marketing

 

Veränderung findet statt, was kommt auf uns zu? Was wird die Immobilien-Branche bis zum Jahr 2020 wesentlich beeinflussen? Drei Thesen dazu:

1) Instandhalten, aufrüsten, umwidmen stehen im Vordergrund – ein Neubauvolumen, wie es die Branche in den 1960er Jahren beflügelt hat, ist auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Das vermehrte Upgrading bestehender Gebäude bedeutet aber auch eine Abkopplung der erwarteten Lebensdauer und somit auch des ROI (return of investment) zwischen dem Gebäude an sich und der darin enthaltenen Technologie. Neue Technologien steigern insbesondere die Flächeneffizienz. Beispielsweise kann die vorhandene Fläche mittels Raumbuchungs-Systemen besser ausgenutzt werden – zusätzliche Gebäude müssen erst gar nicht errichtet werden. Es ist exakt die gleiche Strategie, wie sie auch die Energieeffizienz verfolgt: Wie kann ich das GLEICHE Ziel (z. B. Raumtemperatur) mit WENIGER (z. B. Energie) erreichen. Es geht immer um das Gleiche: Weniger Mitteleinsatz, mehr Effektivität.

2) Automatisierungsfunktionen verschmelzen mit Internet-Technologien: Instandhaltung und Wartung wird zum größten Teil per Fernwartung erledigt, externe Parameter helfen bei der Optimierung. Kurzum: Gebäude gehen online!

3) Für das künftige Gebäude-Management heißt das: Komfort für den Nutzer und überschaubare Kosten für den Eigentümer werden durch clevere Sensorik erledigt. Voraussetzung dafür ist ein Gewerke übergreifender Technologie-Verbund, der von spezialisierten Profis aufgebaut und betreut wird. Und JA, dazu gehören auch IT-Spezialisten. Denn Gebäudedaten sind wertvolle Daten, die für eine optimale Nutzung der Gebäude sehr wichtig sein werden!
Lange waren Elektriker und Installateure fantastische Multiplikatoren für unterschiedlichste Produkte und Leistungen, Primäraufgabe war die Deckung eines konkret bestehenden Bedarfs. Heute ist daran kaum noch etwas zu verdienen. Der Bedarf ist weitgehend gedeckt, die dafür nötigen Fertigkeiten seit Jahrzehnten bekannt und daher billig am Markt erhältlich, im In- und im Ausland. Das Handwerk hat sich aber noch nicht als Multiplikator moderner Gebäude-Innovationen etabliert. Eine Vielzahl an Innovationen bzw. Veränderungen kommen einfach nicht am Markt an – sie werden dem Konsumenten nicht aktiv präsentiert. Die mit viel Schweiß und Blut erarbeiteten Stories der neuen Produkte werden nicht weitererzählt. Kurz: die Innovationen kommen nicht zum Endkunden! Wir haben zwar einige Prediger, aber leider viel zu wenige Pfarrer in unserer Branche. Wir müssen begeistern und überzeugen! Elektriker und Installateure sind gefordert, als Partner von Technologie-Lieferanten zu agieren. Das heißt: Sie werden es sich nicht leisten können, ohne einen aktiven Vertrieb auszukommen! Wer soll denn die »Botschaft« in den Markt bringen? Das Handwerk muss in Marketing investieren – zehn bis 15 Prozent der Manpower gilt es, dafür abzustellen! Sie meinen, das ist nicht finanzierbar? Ohne Veränderung nicht. Wie eine solche Veränderung aussehen könnte, lesen Sie im nächsten Teil!

Harald Steindl, Mocom Communication Systeme
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