Lüften bringt Gewinn

Um den Wert von Bestandsgebäuden zu erhalten und fit für die Zukunft zu machen, ist es im Mietwohnungsmarkt besonders wichtig den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren und Betriebskosten zu senken. Die Attraktivität und Renditefähigkeit von Immobilien kann so über viele Jahre hinweg erhalten werden. Da energetische Modernisierungsmaßnahmen die Bewohner während der Sanierungsarbeiten stark beeinträchtigen, gilt es, im Gebäudebestand Modernisierungskonzepte umzusetzen, die möglichst geringe bauliche Veränderungen der einzelnen Wohnungen nach sich ziehen. Auch das vorliegende Objekt mit 446 m2 Wohnfläche ist vollständig vermietet. Das Sanierungskonzept sieht daher vor, die dezentral geregelte Fußbodenspeicherheizung zu erhalten. Der Schwerpunkt der energetischen Optimierung liegt in der Isolierung der Gebäudehülle und dem Austausch der Fenster durch zeitgemäße 3-Scheibenverglasung mit einem U-Wert von 0,9 W/m2K. Eine Variante der Energieberechnung sieht den Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten vor. Ein

Vergleich, der sich lohnt.

Ist-Zustand des Gebäudes

Der jährliche Primärenergiebedarf pro Quadratmeter Nutzfläche liegt bei 348 kWh/m2a. Das liegt vor allem an der Gebäudehülle, die hohe Energieverluste (Lüftungs- und Transmissionsverluste) aufzeigt. Mit knapp 52% weist die Außenwand ebenso erhebliche Wärmeverluste auf, wie die Fenster mit knapp 30%. Auch die Kellerdecke trägt mit etwa 11% Transmissionsverlust zu hohen Energieverbrauchswerten bei. Das Dach dagegen liegt bei nur 8%. Da das Gesamtobjekt anlagentechnisch mit Strom versorgt wird, fällt der Primärenergieverbrauch recht hoch aus. Die Anlagenverluste belaufen sich auf 213 kWh/m2a. Der Heizwärmebedarf liegt mit 122 kWh/m2a im Mittelfeld. Die Warmwasserbereitung erfolgt zentral über eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit 290 Liter indirekt beheiztem Speicher. Warmwasserversorgung und Zirkulationsleitung entsprechen bereits den Anforderungen der EnEV 2009 und bleiben bei der weiteren energetischen Betrachtung unberücksichtigt.

Variante 1: Modernisierung der Gebäudehülle ohne Lüftungskonzept

Außenwände:  Dämmung der Außenwände mit 12 cm                               
                       
WLG 030
                        Dämmung der Gaubenwände
                        Neue Fenster / Vorgebaute Rollläden
Dach / oberste Decke: Dachsanierung
                                     Dämmung der obersten Geschoßdecke mit zusätzlich 10 cm WLG 035
                                     Sanierung der Dachflächen, Vollsparrendämmung  + Aufsparrendämmung
Keller:             Dämmung der Kellerdecke mit 6 cm WLZ 024
Fenster:          Neue Fenster mit 3-Scheibenverglasung
                       U-Wert 0,9 W/m2K

Bei Umsetzung der in dieser Variante vorgeschlagenen Maßnahmen reduziert sich der Endenergiebedarf des Gebäudes um 55%. Das Diagramm 1 verdeutlicht, welchen Einfluss die einzelnen Bauteile sowie die Heizungsanlage auf die Wärmeverluste haben.
Gemäß Energieberechnung lässt sich der derzeitige Endenergiebedarf von 59.801 kWh/a auf 26.699 kWh/a reduzieren. Bei gleichem Nutzerverhalten ergibt sich somit eine Einsparung von 33.101 kWh/Jahr. Durch die Modernisierungsmaßnahmen im Außenbereich sinkt der Primärenergiebedarf des Gebäudes auf 155 kWh/m² pro Jahr (statt bisher 348 kWh/m2). In der Gesamtbewertung lässt sich daraus eine Heizkosteneinsparung von 55% ableiten.
Den Einsparungen stehen Investitionen von etwa € 120.000,- gegenüber bei einer Amortisationsdauer von etwa 14 Jahren. Die jährlichen Heizkosten reduzieren sich von ­€ 11.680,- auf etwa € 5.215,- im sanierten Zustand.

 

Variante 2: Modernisierung der Gebäudehülle mit dezentralen Lüftungsgeräten

Die alternative Energieberechnung berücksichtigt zusätzlich den Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung. Bei Umsetzung der in dieser Variante vorgeschlagenen Maßnahmen lässt sich der Endenergiebedarf des Gebäudes sogar um 67% senken. Im Vergleich zu Variante 1 ein zusätzliches Plus von 12%.
Der derzeitige Endenergiebedarf von 59.801 kWh/a reduziert sich auf 19.999 kWh/a. Bei gleichem Nutzerverhalten ergibt sich somit eine Einsparung von 39.802 kWh/Jahr. Durch die Modernisierungsmaßnahmen dieser Variante sinkt der Primärenergiebedarf des Gebäudes auf 116 kWh/m² pro Jahr. Die Gesamtkosten für die Energiesparmaßnahmen belaufen sich auf etwa € 143.000,- bei einer verkürzten Amortisationsdauer von 13 Jahren.

Einbau der Lüftungsgeräte

Das dezentrale Lüftungskonzept lässt sich einfach, kostengünstig und unauffällig in das Gebäude integrieren. Pro Wohneinheit sind 2–3 Lüftungsgeräte vorgesehen, um einen gleichmäßigen Luftaustausch der Wohnräume zu gewährleisten. Der Einbau der Lüftungsgeräte sollte vorrangig in Wohn- und Schlafräumen erfolgen.

Der Einbau einer dezentralen Lüftungsanlage ist allerdings nicht nur aus energetischer Sicht sinnvoll. Lüftungsanlagen verbessern das Wohnraumklima. Durch vollautomatischen Luftaustausch beugen Lüftungsgeräte einer Durchfeuchtung der Bausubstanz mit möglicher Schimmelbildung vor, die gesundheitsschädlich ist. Auch in Sachen Schallschutz punkten dezentrale Lüftungsanlagen, denn regelmäßiges Stoßlüften mit geöffneten Fenstern ist nicht mehr erforderlich. Die Lüftungsgeräte sind mit eingebautem Gleichstromlüfter zudem besonders leise (nur 16 dB), Strom sparend und dank integrierter Filter (optional Filterklasse F7 lieferbar) verbessern sie die Raumluftqualität. Über einen Gegenstrom-Kanal-Wärmetauscher wird die gefilterte Abluft mit einem Lüfter nach außen geführt. Der Wärmetauscher überträgt die Wärme auf die von außen zugeführte Zuluft, die durch einen zweiten Lüfter in den Raum geblasen wird. Die Luftführung erfolgt durch zwei getrennte Luftkanäle. Die Planung sieht den Einbau der Raumluftgeräte (Typ Roos 82013700 LG) sowie der Kompakt-Raumluftgeräte (Typ Roos 820111700 LG) mit besonders geringer Baugröße von B47xH47xT18,5 cm und einem Wärmebereitstellungsgrad von >80% vor.

Wie die energetische Betrachtung des Mehrfamilienhauses eindrucksvoll belegt, erzielen dezentrale Lüftungsgeräte im Rahmen der Bestandsgebäudesanierung zusätzliche Energieeinspareffekte und stellen in mehrfacher Hinsicht eine sinnvolle Ergänzung zur Modernisierung der Gebäudehülle dar.

 

Investitionen mit Blick in die Zukunft

Die energetische Sanierung von privaten Wohngebäuden hat eine Schlüsselfunktion für das Gelingen der Energiewende. Damit das Ziel eines weitgehend klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 erreicht werden kann, muss der Energieverbrauch drastisch reduziert werden. Auch die Modernisierung der Gebäudetechnik spielt hierbei eine zentrale Rolle. Elektrisch geregelte Energiespeicherkonzepte werden in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten können, um überschüssig produzierten Strom aus regenerativen Energiequellen zielsicher, flexibel und wirtschaftlich zu speichern. Intelligente Stromnetze (smart grids) und virtuelle Kraftwerke ermöglichen den Umstieg auf eine dezentral organisierte Energieversorgung. Bestehende Elektrospeicherheizungen bieten hierbei großes Potenzial, um in Zukunft Versorgungsqualität, Sicherheit sowie Energie- und Kosteneffizienz zu gewährleisten.

Die Firma Roos GmbH aus dem deutschen Boppard hat es sich seit über 40 Jahren zum Ziel gesetzt innovative Produkte zum Heizen, Kühlen und Lüften aus einer Hand anzubieten. Das breite Produktsortiment von konventioneller Elektro-Wärmespeicherheizung, über moderne Gebläsekonvektoren bis zu leistungsfähigen dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung bietet Energieeffizienz und Wohnkomfort im privaten und gewerblichen Bereich.

www.roos-gmbh.de
 

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