Wortwechsel

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind in der Architektur sowie der Gebäudetechnik von überragender Bedeutung. Der Verein Intelligentes Wohnen Austria lud daher zu einer Podiumsdiskussion ins Grand Hotel Wien ein. Die Veranstaltung richtete sich primär an Architekten, zu den zahlreichen Gästen zählten aber Fachleute aus anderen Branchen.

Zukunftsweisendes Projekt aus Linz

Das Linzer Unternehmen Etech beweist mit seinem neuen Gebäude in Linz, dass dies keine Zukunftsmusik sondern Realität ist. Dipl. Ing. (FH) Norbert Kaimberger, für die Gebäudetechnik verantwortlicher Prokurist bei Etech zeigte in seinem Vortrag, wie das Unternehmen seinen Energieverbrauch deutlich reduzieren konnte – bei gleichbleibenden Baukosten im Vergleich mit einer konventionellen Immobilie.

Im Etech-Center wird beispielsweise die Abwärme des Rechenzentrums gesammelt und zu Heizzwecken genutzt. Der daraus resultierende, doppelt positive Effekt: Das Datenzentrum muss weit weniger stark gekühlt werden, da die Abwärme aufgefangen wird; und die Ersparnis bei den Heizkosten ist beachtlich. Die höhere Investition macht sich dank der geringeren Betriebskosten schon ab dem fünften Jahr bezahlt. Die Reduktion des CO2-Ausstoßes des Gebäudes beträgt alleine durch diese Maßnahme jährlich knapp 109 Tonnen, die Ersparnis bei den Energiekosten über 26.000 Euro pro Jahr.

Intelligente Mäuse steuern das Licht

Ein originelles Beispiel aus dem Bürobereich: Für die Steuerung der Beleuchtung in den Büroräumen wird die PC-Maus als Präsenzmelder genutzt. Registriert der Sensor über einen bestimmten Zeitraum hinweg keine Mausbewegung, wird das Licht automatisch auf Grundhelligkeit heruntergefahren. Um ganz sicher zu gehen, wird dieser Präsenzmelder mit einem normalen Bewegungsmelder gekoppelt.

Insgesamt können im Etech-Center Informationen aus 8.000 Datenpunkten und 15.000 berechneten Datenpunkten gesammelt und ausgewertet werden, um das Gebäude energietechnisch laufend optimal zu steuern.

Im Anschluss an das Impulsreferat diskutierten hochkarätige Fachleute unter der Moderation von Walter Senk über das Thema Nachhaltigkeit sowie Energieeffizienz im Bauwesen und der Architektur: Dipl. Ing. (FH) Norbert Kaimberger (Etech), Mag. Hans-Jörg Ulreich (Ulreich Bauträger GmbH, Bauträgersprecher der WKO), Dipl. Ing. Gerhard Zalusky (Wohnelektronik Zalusky), Ing. Harald Steindl (Mocom), Dipl. Ing. Arch. Albrecht Meyer (YRM Architekten), Dipl. Ing. Helmut Schöberl (Schöberl & Pöll GmbH) und Markus Wallner (ce-solutions, Vorstandsmitglied Verein Intelligentes Wohnen Austria).

Alle Diskutanten waren sich einig, dass Endkunden die technischen Neuerungen schnell annehmen werden, wenn sie die Möglichkeit bekommen, deren Sinn und Funktion einfach zu begreifen – vor allem im privaten Wohnbereich. Markus Wallner betonte diesbezüglich, dass es in seinen Smart Residences in Wien und Salzburg bereits so ist: Hier können Interessenten unmittelbar erleben, was Intelligentes Wohnen in der Realität bedeutet.

Die Diskussion drehte sich aber nicht nur um Komfort und Vernetzung, sondern – dem Thema des Abends entsprechend – auch um die ökologische Qualität von Gebäuden. Hans-Jörg Ulreich berichtete diesbezüglich, dass selbst in klassischen Wiener Zinshäusern durch die richtigen Maßnahmen der Energieverbrauch auf ein Drittel des vorherigen Wertes gesenkt werden kann. Um dies auf breiter Basis umsetzen zu können, müsste aber Bewegung in die bisher festgefahrenen politischen Positionen im Mietrecht kommen.

Für die Zukunft lässt sich als Resumée der Veranstaltung festhalten: Ebenso wie es im Automobilbereich keinen namhaften Hersteller mehr gibt, der nicht Hybrid- oder Elektromodelle anbietet, ist die Reduktion der CO2-Belastung auch für Gebäude eine Notwendigkeit – und wird bald eine Selbstverständlichkeit sein.

 

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