(Bild: Internationale Agentur für Erneuerbare Energien)

Erneuerbare Energien unterstützen widerstandsfähige und gerechte Wirtschaftserholung

Wirtschaftliches erreichen von Klimazielen

Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien, kurz IRENA, stellt ihr Global Renewables Outlook vor und zeigt, dass die Dekarbonisierung des Energiesystems kurzfristige Erholung unterstützen und widerstandsfähige und integrative Volkswirtschaften und Gesellschaften schaffen kann.

Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, 20. April 2020 – Die Förderung der Energiewende durch Erneuerbare birgt die Chance, internationalen Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen und das Wohlergehen der Menschen bis 2050 zu verbessern, so der erste Global Renewables Outlook, der am 20.04.2020 von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlicht wurde.

Zwar erfordert der Umstieg auf eine emissionsärmere Wirtschaft Gesamtinvestitionen von bis zu 130 Billionen US-Dollar im Energiebereich, die sozioökonomischen Gewinne einer solchen Investition wären jedoch enorm, so der Outlook. Die Umgestaltung der Energiewirtschaft könnte das kumulative globale BIP bis 2050 um 98 Billionen US-Dollar über das übliche Maß hinaus steigern. Sie würde die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien auf 42 Millionen nahezu vervierfachen und die Beschäftigung im Bereich der Energieeffizienz auf 21 Millionen sowie der Systemflexibilität um 15 Millionen erhöhen.

Dazu Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA: „Die Regierungen stehen vor der schwierigen Aufgabe, den Gesundheitsnotstand unter Kontrolle zu bringen und gleichzeitig umfangreiche Anreiz- und Konjunkturerholungsmaßnahmen einzuleiten. Die Krise hat tief verwurzelte Schwachstellen des gegenwärtigen Systems aufgezeigt. Der Global Renewables Outlook von IRENA zeigt Wege zum Aufbau nachhaltigerer, gerechterer und widerstandsfähigerer Volkswirtschaften auf, indem kurzfristige Erholungsbemühungen mit den mittel- und langfristigen Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und der Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen in Einklang gebracht werden.

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Integration der Energiewende als fester Bestandteil der globalen wirtschaftlichen Erholung ermöglicht es Regierungen, vielfältige wirtschaftliche und soziale Ziele zu erreichen in ihrem Streben nach einer robusten Zukunft, in der niemand zurückbleibt.

Der Global Renewables Outlook untersucht die Bausteine einer Energiewirtschaft zusammen mit Investitionsstrategien und den erforderlichen politischen Rahmenbedingungen, um die Energiewende zu bewältigen. Er befasst sich mit der Frage, wie die globalen CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 70 % gesenkt werden können. Darüber hinaus zeigt eine neue Perspektive des Umstiegs auf eine emissionsärmere Wirtschaft einen Weg in Richtung Netto-Null- und Nullemissionen auf. Auf der Grundlage von fünf Technologiesäulen könnten insbesondere grüner Wasserstoff und eine erweiterte Elektrifizierung von Endanwendungen dazu beitragen, fossile Brennstoffe zu ersetzen und die Emissionen in der Schwerindustrie und in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren zu senken.

Wie im Outlook gezeigt wird, würden sich Investitionen in kohlenstoffarme Technologien erheblich lohnen, und zwar mit Einsparungen im Ausmaß des Achtfachen der Kosten, wenn man die geringeren externen Umwelt- und Gesundheitskosten berücksichtigt. Ein klimafreundlicher Ansatz würde kumulative Energieinvestitionen von 110 Billionen US-Dollar bis 2050 erfordern, bei einer vollständigen Klimaneutralität kämen weitere 20 Billionen US-Dollar hinzu.

Der Outlook untersuchte auch die energie- und sozioökonomischen Energiewende-Modelle in 10 Regionen weltweit. Trotz unterschiedlicher Ansätze wird in allen Regionen ein höherer Anteil der Nutzung erneuerbarer Energien erwartet, wobei Südostasien, Lateinamerika, die Europäische Union und Subsahara-Afrika bis 2050 einen Anteil von 70 bis 80 % an ihrem gesamten Energiemix erreichen dürften. In ähnlicher Weise würde die Elektrifizierung von Endanwendungen wie Wärme und Verkehr überall zunehmen und in Ostasien, Nordamerika und weiten Teilen Europas über 50 % betragen. Alle Regionen würden auch eine erhebliche Steigerung ihres Wohlstands und einen Nettoarbeitsplatzgewinn im Energiesektor verzeichnen, trotz der Verluste bei fossilen Brennstoffen. Allerdings ist der gesamtwirtschaftliche, regionale Arbeitsplatzgewinn ungleichmäßig verteilt. Während das regionale BIP-Wachstum beträchtliche Unterschiede aufweisen würde, könnten die meisten Regionen Gewinne erwarten.

Ehrgeizigere Ziele auf regionaler und Länderebene sind ein entscheidender Faktor, um die miteinander verbundenen Energie- und Klimaziele sowie sozioökonomischen Wohlstand zu erreichen. Eine stärkere Koordination auf internationaler, regionaler und inländischer Ebene wird ebenso wichtig sein, so die Schlussfolgerung des Outlooks, wobei die nötige finanzielle Unterstützung auch die am stärksten gefährdeten Länder und Gemeinschaften erreichen muss. Als Partner der Plattform für Klimaschutzinvestitionen, die ins Leben gerufen wurde, um die Nutzung nachhaltiger Energien voranzutreiben und saubere Investitionen zu mobilisieren, fördert IRENA Kooperationsmaßnahmen, um Länder bei der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und Mobilisierung von Investitionen in erneuerbare Energien zu unterstützen.

Die wichtigsten Ergebnisse: Globaler Ausblick erneuerbare Energien

Die regionale Analyse für die Europäische Union: Hier

Quelle: Internationale Agentur für Erneuerbare Energien

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