Thomas Schmiedinger, Andreas Malits und Nina Ackerl (v.l.)
Thomas Schmiedinger (links im Bild) setzt als Vertriebsleiter Österreich mit seinem Team auf qualitative Beleuchtungslösungen. (Bild: i-Magazin)

Das Interview mit der Vertriebsleitung von RZB:

„Wir glauben an den österreichischen Markt!“

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an RZB denken? Beleuchtung für Industrie, Office oder Shop? Qualität? Design? Dafür steht seit 1. März nun auch die RZB Lighting Austria GmbH. Wir sprachen mit der Vertriebsleitung von RZB über die Veränderungen und Herausforderungen in der aktuellen Situation.

Interview: Thomas Buchbauer
Text: Mag. Sandra Eisner

Das Coronavirus hält viele Sparten in seinem Griff und wird wohl weiterhin für (teils noch nicht absehbare) Auswirkungen in vielen Branchen sorgen. Kurz vor Beginn des Lockdowns erblickte die RZB Lighting Austria GmbH als Ableger des in Bamberg ansässigen Stammhauses das Licht der Unternehmenswelt. Josef Ludwig, Vertriebsleiter DACH der RZB Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH, erklärt die Gründung als Folge des in das österreichische Team gesetzten Vertrauens: „RZB als familiengeführtes Unternehmen mit einer vernünftigen mittel- und langfristigen Denkweise legt großen Wert auf Investition in den eigenen Betrieb.“ Josef Ludwig und Thomas Schmiedinger (Vertriebsleiter Österreich) sprechen im nachfolgenden Interview neben der Unternehmensgründung über die Bedeutung der verschobenen Light + Building, das Thema Lichtplanung sowie Produktneuheiten von besonderem Rang.

Meine Herren, wie haben sich die vergangenen Wochen der COVID-19-Maßnahmen beim Unternehmen RZB geäußert – welche Auswirkungen waren spürbar?

Josef Ludwig, Vertriebsleiter DACH: Alles in allem sind wir relativ gut durch die letzten Wochen gekommen, die Lieferzeit unserer Produkte hat sich nur minimal verlängert. Auch wir hatten Kurzarbeit angemeldet, sowohl in der Produktion, als auch in der Verwaltung und im Außendienst – allerdings gab es hier länderspezifische Anpassungen. Durchaus spürbar war eine etwas größere Verlagerung zu Produkten, die wir selbst in Bamberg herstellen. Durch diesen erfreulichen Anstieg unserer Eigenfertigungsquote hat sich unser Zulieferanteil von Fertigprodukten etwas minimiert, was dazu geführt hat, dass sich einerseits Lieferzeiten verlängert haben und wir andererseits die Kurzarbeit schließlich mit Ende Mai in der Fertigung bereits wieder aufheben konnten – wodurch sich die Lieferzeiten nun wieder reduzieren. Durch den Corona-Shutdown ist der Umsatz speziell in Österreich in den letzten beiden Monaten deutlich zurückgegangen, aufgrund der anlaufenden Auftragseingänge rechnen wir aber mit einer Erholung in den nächsten drei Monaten. Im Kernmarkt Deutschland liegen wir nach wie vor mit knapp drei Prozent über dem Vorjahr, was eine Stabilisierung des Gesamtunternehmens sicherstellt.

Eine für viele Unternehmen gewichtige Maßnahme stellt ja unter anderem das Aussetzen der Light + Building dar. Wie geht RZB als renommiertes Unternehmen in der Lichtbranche damit um?

Ludwig: Natürlich wollten auch wir auf der Messe unsere Produkthighlights vorstellen, unter anderem das neue Linedo-Lichtbandsystem. Während der Corona-Lockdown-Phase haben wir reagiert und auf digitale Präsentationen umgestellt über Videos sowie virtuelle Meetings, was trotz allem nicht vergleichbar ist mit der Markteinführung eines neuen Kernprodukts auf einer Light + Building. Ich meine, dass die Lichtbranche auf jeden Fall eine Leitmesse braucht, ich glaube aber auch, dass aus der aktuellen Situation heraus über das Konzept einer Messe nachgedacht wird und dieses vielleicht angepasst oder neu kreiert wird. Eine Leitmesse für die Lichtbranche in Europa ist vor allem auch deshalb wichtig, um uns ein Stück weit unsere Unabhängigkeit zu bewahren und sich nicht voll in die Abhängigkeit von anderen zu begeben. Die europäischen Technologien und Firmen sind ja vorhanden, daran sollten wir festhalten – so hat uns nicht zuletzt auch die Corona-Krise gelehrt, wie schnell sich Probleme auftun können, wenn man zu einem hohen Prozentsatz von anderen Ländern abhängig ist.

So gesehen hatte die Corona-Krise auch einen (positiven) Lerneffekt?

Ludwig: Auf jeden Fall, da sie eine Weiterentwicklung in der Art der Präsentation und Kommunikation forciert hat. Liefen bis dato manche Aufgabenbereiche nebenbei mit, wurde jetzt mit Hochdruck daran gearbeitet, um eine virtuelle Kommunikation mit den Kunden stattfinden lassen zu können. Hinsichtlich der Präsentation haben wir nicht nur Videos gedreht, sondern auch an einer dreidimensionalen Darstellung unserer Produkte auf unserer Website gearbeitet. Gleichzeitig wurde für das neue Lichtband Linedo eine App für den planenden Installateur kreiert, die bereits zur Verfügung steht. Sie ersetzt keine komplexe Lichtplanung, aber ermöglicht eine überschlagsmäßige Konfigurierung und Planung samt Stückliste als Basis für weitere Diskussionen mit den Partnern beim Handel sowie direkt mit uns.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Lichtplanung? Deren Wert wird von Konsumentenseite oft nicht entsprechend wahrgenommen, was für viele Hersteller zum Problem wird, wenn Kunden Planungen in Anspruch nehmen und dann doch nichts kaufen. Gibt es hier ein Umdenken?

Ludwig: Ich glaube, zu diesem Thema herrscht innerhalb der Branche ein ähnliches Denken vor, weil wir auch die gleichen Probleme haben: Eine hochwertige Dienstleistung wird letztendlich zum Nulltarif geliefert. Es gibt viele Leerplanungen, denen keine Aufträge folgen. Meiner Meinung nach stellt sich die Frage, wer den ersten Schritt in Richtung Änderung macht. Erfahrungsgemäß liegen Themen dieses Ausmaßes immer beim Marktführer, setzt dieser den ersten Impuls, ziehen andere peu à peu nach.

Ein (künftiges) Umdenken scheint in vielerlei Bereichen notwendig. So werden durch den verstärkten Trend zum Homeoffice auch Auswirkungen in der Immobilienbranche (u. a. Bürogebäude) zu spüren sein. Was bedeutet das in weiterer Folge für die Lichtbranche? Werden diesbezüglich bereits Überlegungen angestellt?

Ludwig: Ich glaube schon, dass es Auswirkungen geben wird, vieles hängt davon ab, wie sich die Gesamtwirtschaft erholt und wie lange Corona nachwirkt. Die Unternehmen in der Lichtbranche sind in der Regel gegen Ende eines Projekts gefragt, erst kurz vor der Fertigstellung wird das Licht eingebaut. Durch Projekte, die vor der Corona-Krise begannen und mit Verspätung fertiggestellt werden, wird sich die Umsatzerwartung in den kommenden Monaten oder vielleicht auch noch Anfang des nächsten Jahres relativ normal entwickeln. Kritischer sehe ich die aufgrund der finanziellen Situation gecancelten Projekte, hier ist durchaus mit Umsatzeinbrüchen in der Lichtbranche zu rechnen und die Herausforderung besteht in der Kompensation. Ich glaube deshalb, dass sich speziell 2021 ein schärferer Wettbewerb in der Lichtbranche entwickeln wird.

Das lineare Lichtbandsystem Linedo stellt eine Einheit aus Modulen dar, die nach den Bedürfnissen angepasst werden können. (Bild: RZB Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH)

Thomas Schmiedinger, Vertriebsleiter Österreich: Ein relevanter Bereich ist speziell in Österreich der Tourismus. Viele Sanierungsprojekte sind verschoben worden. Die Gastwirtschaft, die tatsächlich zum Erliegen gekommen ist, baut sich langsam wieder auf, jedoch wurden in der Hotellerie zahlreichen Sanierungs- bzw. Renovierungsprojekte auf Eis gelegt. Aufgrund der finanziellen Einbußen wird es fraglich sein, wie sich hier die Weiterentwicklung gestaltet.

Gibt es alternative Geschäftsfelder, die man bei RZB aufgrund der aktuellen Situation erschließen möchte?

Ludwig: Was spürbar immer mehr gefragt wird, ist dieses »Rundum-sorglos-Paket«, das alles aus einer Hand bietet und beispielsweise Deinstallation einer alten Beleuchtungsanlage, Entsorgung, Installation und Inbetriebnahme der neuen Anlage etc. bis hin zu einer Wartung umfasst. Ich glaube schon, dass wir dieses Geschäftsmodell, das wir heute bereits betreiben – allerdings mit dem Schwerpunkt in der Sicherheitsbeleuchtung, weil hier eine Wartung gesetzlich vorgeschrieben ist – mehr und mehr auf die Allgemeinbeleuchtung ausweiten müssen. Dieser Servicebereich ist sicherlich ein Zusatzwachstumsmarkt, in dem gemeinsam mit Partnern zusammengearbeitet wird.

Mit 1. März 2020 wurde die RZB Lighting Austria GmbH gegründet. Welchen Hintergrund können Sie uns dazu nennen und ergeben sich dadurch Änderungen für die Kunden?

Ein weiteres Produkt-Highlight ist die neue Backlight-Leuchte Kaleea. (Bild: RZB Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH)

Ludwig: Aus strategischer Sicht seitens des Unternehmens glauben wir an den österreichischen Markt, wir sehen hier Potenzial in der Zukunft. Unser Marktanteil in Österreich ist momentan noch überschaubar, wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass hier bisher sehr gut gearbeitet wurde und dass es sich lohnt, weiterhin zu investieren. Wir haben viele neue Produkte auf den Markt gebracht und wollen diese auch in Österreich vermarkten und in weiterer Folge das Team sukzessive ausbauen, sowohl im Außen- als auch im Innendienst. Deshalb ist die Grundvoraussetzung, nicht länger einen Vertriebsstützpunkt in Österreich zu haben, sondern eine eigene Gesellschaft, um die Basis für weiteres Wachstum zu schaffen. Durch unser Vertrauen in den österreichischen Markt wollten wir mit dem Gründen einer eigenen Landesgesellschaft ein Signal setzen, um auf einer soliden Basis Wachstum zu generieren.

Wie ist das »Team Österreich« gestaltet?

Schmiedinger: In Österreich sind neben mir vier Vertriebsbeauftragte tätig: Thomas Buxbaum für Österreich-West, Manfred Puregger für Österreich-Süd, Walter Memic für Österreich-Nord und Andreas Malits für Österreich-Ost. Nina Ackerl (Innendienst Büro Wien) komplettiert unsere Mannschaft. Zur zusätzlichen Unterstützung haben wir in Bamberg noch ein Backoffice.

Welche Neuigkeiten dürfen sich RZB-Kunden erwarten?

Schmiedinger: Bei Linedo handelt es sich um eine Revolution in Sachen Lichtband. Trägerprofil und Lichtbandleuchte bilden eine konstruktive Einheit und damit ein System, mit dem sich Zeit und Aufwand für die Montage erheblich reduzieren lassen. Neben eigens dafür entwickelten LED-Platinen überzeugt das Lichtbandsystem durch exakt darauf abgestimmte Abdeckungen und Optiken, eine bis zu 14-polige Durchgangsverdrahtung sowie Schutzart IP 54 als Standard.

Ludwig: Von der Optik her ist es ein hochwertiges Aluminium-Strangpressprofil. Das lineare Lichtbandsystem kann auch in Bereichen eingesetzt werden, wo mehr Wert auf Optik, auf Ästhetik gelegt wird. Wir sind von der Qualität dermaßen überzeugt, dass wir bis zu 10 Jahre (je nach Rahmenbedingungen) Garantie auf dieses Produkt geben. Ein weiteres Highlight unserer Neuheiten ist eine neue Office-Einlegeleuchte: Kaleea ist eine Backlight-Leuchte, wo das Licht hinten auf der Rückwand angebracht ist. Dadurch hat sie etwas höhere Aufbaumaße (1-2 cm), kann aber von der Effizienz locker mithalten und ist etwas kostengünstiger herzustellen.

Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch!

Das Team der RZB Lighting Austria GmbH besteht aus:

Link zum Interview in der Printversion (pdf) (Anm.: Emre Demiralmaz ist mittlerweile nicht mehr bei RZB Lighting Austria tätig.)

www.rzb.de

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