Von virtuellen Schneeflocken

 

Vor wenigen Monaten demonstrierte Philips sein neues Produktprogramm auf der Light+Building. Darunter waren auch die Lumiblade OLED-Module zu finden. Die Präsentation stellte die „kreativen Möglichkeiten zur Allgemeinbeleuchtung« dar. Mit der Verwendung des neuen GL350 Panels wurde etwa ein OLED-Kronleuchter und eine Lichtinstallation mit simulierten Schneeflocken, die vom Himmel fallen, zur Schau gestellt. Doch nicht nur die Ästhetik der Serie sollte die Besucher beeindrucken. Dietrich Bertram, General Manager OLED Lighting bei Philips verriet auch einige technische Daten. Jedes quadratische GL350 Panel etwa soll einen Lichtstrom von 115 Lumen bei einer Fläche von 155 Quadratzentimeter besitzen und dies ist laut Bertram dreimal so viel wie bisher. Die GL350 gibt es in Gruppen von drei Panels und sollen kombiniert einen Lichtstrom von 350 Lumen bieten.

 

Skulpturen

Gemeinsam mit der Design-Gruppe Whitevoid präsentierte Philips eine weitere Lichtinstallation. Die kinetische OLED-Installation Living Sculpture besteht aus 864 Lumiblade OLEDs und erstreckt sich über sechs Meter. Dünne Module und ein dazu passender Rahmen sollen eine Ebene von Licht kreieren, die frei im Raum schweben zu scheinen vermag. Die Bemühung erklärt man bei Philips damit, dass sich die Dunkelheit nicht mit einem Stock vertreiben lässt und man daher die Lumiblade zur einer Art Werkzeug umfunktioniert, um mit dem »Rohstoff« Dunkelheit zu arbeiten. Die Niederländer von Philips »arbeiten« bereits länger mit ihren Lumiblades. Im Mai dieses Jahres gab der Hersteller bekannt einen sieben Meter hohen Leuchter in Berlin mit dem Einsatz von OLEDs realisiert zu haben.

 

Formen

Die Lumiblades kommen auch in der interaktiven OLED-Wand Living Shapes zum Einsatz. Die reagiert auf die Bewegung der Menschen vor ihr. „Ihre Lichtimpulse übersetzen deren Aktionen und tauchen den Raum in eine dynamische Welt wechselnder Lichtszenarien”, schwärmen die Niederländer von ihrer Arbeit. Weitere Kennzeichen der Lichtwand sind die Darstellung von Texten, eine Video-Schnittstelle, sowie ein Mikrofonanschluss der Umgebungsgeräusche in Lichteffekte verwandeln soll. Living Shapes zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus. Die OLEDs können entweder nebeneinander oder übereinander angeordnet werden. Die Messe Frankfurt konnte Living Shapes bereits überzeugen und wurde als eine der »Lichttrends der Zukunft« gewählt.

 

Fahrzeuge

Praxisnäher war die Arbeit der Niederländer mit dem Chemieunternehmen BASF. Zusammen entwickelte man eine Technologie, um die OLEDs in Autodächer zu integrieren. Im ausgeschalteten Zustand sind die OLEDs durchsichtig und ermöglichen einen freien Blick hinaus. Per Knopfdruck sollen sie das Fahrzeuginnere beleuchten können. Eine Zusammenführung der Technologie mit Solarzellen ist

etwa eine denkbare Einsatzvariante.

 

Exkurs: OLEDs:

Im Gegensatz zu LEDs bestehen die sogenannten organischen Leuchtdioden aus »organischen« Halbleitern. OLEDs sind 1.8 Millimeter dünn und können auch transparent sein. Das Licht wird diffus abgegeben und somit wird harte Schattenbildung vermindert. Die Produktionskosten der organischen Dioden sind geringer als der LEDs, jedoch ist auch die herkömmliche Lebensdauer kürzer. OLED-Technologien werden heute primär für Bildschirme verwendet.

www.lighting.philips.at

www.whitevoid.com

www.basf.at

 

 

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