Beim Klimahouse Award 2019 stehen der Mensch und sein Lebensraum im Mittelpunkt. (Bild: Messe Bozen)

29 Startups rittern um den Klimahouse Award 2019:

Von Nullenergiegebäuden bis zur Wasseraufbereitung

Der Wettbewerb wird zunehmend internationaler mit Unternehmen aus Portugal, Deutschland, der Schweiz und Österreich. Es winken Preise im Gesamtwert von 30.000 Euro.

Bei der dritten Auflage des Klimahouse Startup Award dreht sich alles um »The Human Factor«. Vom 23. bis 26. Januar finden thematische Veranstaltungen und Matchmaking-Treffen mit strategischen Businesspartnern statt. Neben den Sonderpreisen der Klimahaus-Agentur und von BIMobject wird erstmals auch ein Publikumspreis vergeben, bei dem die Besucher das beste Projekt küren.

Vom Internetportal, das »grüne« Haushalte mit geringem Energiekonsum erfasst bis hin zu Systemen zur Aufbereitung —und zum Erhalt – einer unserer kostbarsten Ressourcen, dem Wasser. Aber auch innovative Paneele zur Erzeugung und Speicherung von Sonnenenergie, ein Online-Dienst, der die Erdbebensicherheit von Gebäuden bewertet und Lösungsvorschläge bietet, so wie eine innovative Idee zum Bau von Nullenergiehäusern, die mit einem Energieverbrauch von 0,0 die Umwelt schonen. Das sind nur einige der 29 Startup-Projekte, die für den Klimahouse Startup-Award 2019 ausgewählt wurden. Und diese dritte Auflage des Wettbewerbs sorgt dafür, dass die Bozener Fachmesse im Herzen Europas nun noch internationaler wird. Denn die teilnehmenden Startup-Unternehmen kommen nicht nur aus Italien, sondern auch aus Portugal, Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die diesjährige Auflage, die vom 23. bis 26. Jänner stattfindet, steht unter dem Motto »The Human Factor«. Es geht um die Auswirkungen, die technologische Entwicklungen in den Bereichen Smart Building, Smart Living und Smart City auf den Menschen haben. Neben Bewährtem findet sich auch Neues auf dem Programm. So wird erstmals ein Publikumspreis vergeben so wie ein Preis, der von BIMobject gesponsert wird. Den Sonderpreis der Klimahaus-Agentur wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Insgesamt erwarten die Teilnehmer Preise und Dienstleistungen im Wert von 30.000 Euro. Von den ausgewählten 29 Startup-Unternehmen bleiben nach der ersten Runde 10 Finalisten übrig, aus denen daraufhin 3 »Superfinalisten« ausgewählt werden, die dann um den ersten Platz kämpfen werden. 

„Beim Award stehen in diesem Jahr der Mensch und sein Lebensraum im Mittelpunkt“, erläutert Thomas Mur, Direktor der Messe Bozen. Dazu angeregt hat uns das »Ökosystem« Südtirol, das Mensch, Natur und Innovation vereint. Diese Kombination verkörpert auf ideale Weise der NOI (Nature of Innovation) Techpark, der erste Wissenschaftspark, der durch die Natur inspiriert wurde. Obwohl erst vor einem Jahr eröffnet, haben sich dort bereits zahlreiche Wissenschaftler und Unternehmen angesiedelt. Er ist eine wahre Hochburg innovativer Technologien inmitten der Alpen, dem Dreh- und Angelpunkt zwischen Nord- und Südeuropa.“ „Die internationale Bedeutung des Wettbewerbs nimmt stetig zu“, berichtet Luca Barbieri, wissenschaftlicher Direktor der Veranstaltung. „Durch die Partnerschaft mit den wichtigsten Gründerzentren Zentraleuropas werden junge Unternehmer wie auch bereits etablierte Unternehmen gefördert. Auf diese Weise entsteht ein Raum, der den gegenseitigen Austausch fördert und in dem sich neue Ideen entwickeln und konkret umgesetzt werden können. So können Innovationen ihr volles Potenzial entfalten und Motor werden für einen positiven Wandel, der die Menschen und ihr Wohlbefinden fest im Blick hat.

Die ausgewählten Startups

Beim Klimahouse Startup-Award, gefördert von Messe Bozen und dem NOI Techpark, dreht sich vier Tage lang alles um das Thema Innovation. Dazu gehören thematische Veranstaltungen und Matchmaking-Treffen zwischen Startups, etablierten Unternehmen und strategischen Businesspartnern. Folgende Unternehmen werden im Innovation-Village vor Ort sein: Aakhon Re, Beon Energy, Bettiol, Caemate, Calchera San Giorgio, Calligaris Group, CasaLogica, City.box Schnellbau, Cool Roof Company, Cover App, Delios, DomoSmart, Erm House Style, Greenovation, Immobilgreen Italia, Mas Roof, Mywarm-Italia, Nexux Tlc, Nuvap, Paleadomus, Pietranet, Planradar, Pronto Sisma, Rethink, Sagiwa Terawall, Solaxess Sa, Start & Partners, Tante Lotte Design und Tekno Point Italia.

Der Award 2019 wird gemeinsam mit dem International Living Future Institute vergeben, einer Nichtregierungsorganisation aus Seattle, die seit diesem Jahr auch über einen Sitz in Europa und ein Büro im NOI Techpark verfügt. Seit 2006 unterstützt die Organisation die Living Building Challenge, das strengste und fortschrittlichste Zertifizierungsprogramm für nachhaltige Gebäude. Als Ausdruck der guten Zusammenarbeit wird Amanda Sturgeon, Geschäftsführerin des International Living Future Institute und Autorin des Buches »Creating Biophilic Buildings«, am Rednerpult das Finale des Klimahouse Startup Awards am 25. Januar eröffnen. Für jeden Tag sind verschiedene Pitch-Sessions vorgesehen, in denen sich die teilnehmenden Startups dem Publikum der Klimahouse präsentieren können. Die Fachjury wird die teilnehmenden Unternehmen im Verlauf der ersten drei Veranstaltungstage erst auf zehn und dann auf drei Startup-Unternehmen eingrenzen, die dann im NOI Techpark im Finale gegeneinander antreten werden, um sich den ersten Platz zu sichern. 

Aakhon Re: befasst sich mit Forschung und Entwicklung im Bereich der Nullenergiehäuser und hat ein Bausystem entwickelt, das sowohl »smart« als auch nachhaltig ist.

Beone Energy: hat ein Mini-Kraftwerk entwickelt, das mithilfe von Solarpaneelen Strom für den Eigenbedarf erzeugt.

Bettiol: produziert Rückschlagventile und andere Lösungen (zum Beispiel das WC 2.0) zur Vermeidung von Gerüchen und Ungeziefer im Zusammenhang mit Abwässern.

Caemate: ist spezialisiert auf Software für die Automatisierung und Optimierung von Ingenieursarbeiten. Der Online-Dienst kann gratis von allen digitalen Geräten aus genutzt werden.

Calchera San Giorgio: engagiert sich für die Kreislaufwirtschaft und produziert recyclebaren und ökologisch-nachhaltigen Mörtel mit Materialien aus der Landwirtschaft.

Calligaris Group: produziert ein Türen- und Fenstersystem, das die thermischen und Isolationseigenschaften von Holz mit der Haltbarkeit von Aluminium verbindet.

Casalogica: produziert modulare Bausysteme aus Holz und Stroh, für ein nachhaltiges Wohnen ohne chemische Zusätze.

City.box: hat die erste Dachkonstruktion entwickelt, bei der eine Kombination von Photovoltaik und Holz zur größtmöglichen Erzeugung von Wärme und Strom genutzt wird.

Cool Roof Company: ist auf Anstriche spezialisiert, die das Sonnenlicht effektiv reflektieren und so eine Überhitzung von Gebäuden verhindern.

Coverapp: stellt gegen Regen, Säure und UV-Strahlung resistente Isolierungen für Fensterbänke her, mit denen Kältebrücken beim Marmor vermieden werden.

Domosmart: hat ein Kontrollsystem zur Überwachung von Belüftungsanlagen entwickelt, das in der Lage ist, die Anlage abhängig von der Qualität der gefilterten Luft ein- bzw. auszuschalten und mit den Besitzern zu kommunizieren.

Delios: entwickelt Systeme zur Steuerung und Speicherung von Solarenergie, die eine unterbrechungsfreie Versorgung garantieren.

Erm House Style: führt Verkleidungen und Bauten aus Stein aus und hat ein System zur Verwendung von Zuschlagstoffen mit zehnjähriger Zertifizierung entwickelt.

Greenovation: bietet ein Online-Portal an, in dem Nutzer nach dem Ausfüllen eines Formulars einen individuellen Plan mit Möglichkeiten zu Energieeinsparungen erhalten.

Immobilgreen: hat eine Suchmaschine für ökologisch nachhaltige Häuser mit überdurchschnittlicher Energiebilanz in Italien entwickelt.

MAS Roof: hat ein neuartiges modulares (patentiertes) Dachsystem mit integrierten Solarpaneelen für umweltfreundliches Bauen entwickelt.

Mywarm: bietet ein System zum thermisch-hydraulischen Abgleich 4.0, mit den Heizkosten und CO²-Emissionen gesenkt werden können.

Nexus TLC: ist im Bereich IoT tätig mit dem Ziel, Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit von Systemen zur Fernüberwachung zu verbessern.

Nuvap: bietet eine IoT-Lösung zur kontinuierlichen Überwachung von 26 Umweltparametern sowie gesundheitsschädigenden Faktoren in Räumen.

Paleadomus: beschäftigt sich mit schlüsselfertigen Angeboten zum Bau von ökologisch-nachhaltigen Gebäuden mit pflanzlichen Materialien.

Pietranet: hat ein System für ökologisch-nachhaltige, durchlässige und atmungsaktive Bodenbeläge konstruiert, das zu über 50 % recycelte Verbundmaterialien verwendet.

Planradar: hat eine cloudbasierte Lösung entwickelt, mit der Dokumente, Aufträge und Fehler bei Bauprojekten mitgeteilt und verwaltet werden können.

Prontosisma: hat den ersten Online-Dienst zur Bewertung der Erdbebensicherheit von Gebäuden entwickelt, der auch individuelle Lösungen anbietet.

Rethink: Ziel des Unternehmens ist es, Besitzer von Hausbatterien und Besitzer von Elektroautos zusammenzubringen, um das Stromversorgungsnetz sicherer und stabiler zu machen.

Sagiwa Terawall: befasst sich mit der Produktion von thermisch-akustischen Dämmplatten, die zu 100 % recyclebar sind.

Solaxess: stellt eine Nanotechnologiefolie für Photovoltaikpaneele her, mit der diese ihre Farbe wechseln können.

Start & Partners: eine »Holding-Gesellschaft«, die herausragende Startup-Unternehmen und KMUs identifiziert, fördert und in sie investiert und ihnen so dabei hilft, ihren Platz auf dem Markt zu finden.

Whisperwool: ist im Bereich Schalldämmung tätig. Unter anderem stellt das Unternehmen innovative Akustikpaneele aus Tiroler Schafwolle her.

Teknopoint: entwickelt »unsichtbare« Pumpen für Heizungen, Klimaanlagen und die Warmwasserbereitung, die ohne externe Anlagen auskommen.

Quelle: Messe Bozen

Weitere Informationen auf:

http://www.fierabolzano.it/klimahouse/de

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