VKI-Heizkostenvergleich im ORF: fragwürdiges Ergebnis

Der VKI-Vergleich, über den in der Zeit im Bild berichtet wurde, wirft die Frage auf, nach welchen Kriterien die Berechnungen angestellt wurden – denn der in der Sendung veröffentlichte Vergleich hat folgendes Ergebnis: Für eine Wohnfläche von 120 m² ist das Heizen mit Pellets mit € 1.886,- die günstigste Variante, Öl und Gas folgen danach mit rund € 2.500,-. Die teuerste Form des Heizens – so der Vergleich – soll Strom mit € 5.056,- sein (Bild 1).

Zuerst müssen wir klären, was mit »Heizkosten« gemeint ist. Eine seriöse Untersuchung gemäß VDI 2067 (Verband der deutschen Industrie, 2067: »Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen«) unterscheidet nämlich in Gesamtkosten, welche eine Summe aus verbrauchs-, betriebs- und kapitalgebundenen Kosten sowie Administrationskosten (jeweils in einem Jahr) darstellt.

Auf der Suche danach, was der VKI und der ORF mit diesem Beitrag wirklich gemeint haben, müssen wir nun Annahmen treffen, da nicht der geringste Hinweis im Beitrag zu finden war, woraus sich dieser Vergleich wirklich zusammensetzt.

Kalkulieren wir zuerst die verbrauchsgebundenen Kosten mit gängigen Energiepreisen und Wirkungsgraden sowie Jahresnutzungsgraden von Heizungsanlagen, so ergibt sich rückgerechnet ein der VKI/ORF-Kalkulation zu Grunde gelegter Heizwärmebedarf von rund 175 kWh/m²/a – also Steinzeit der Bauphysik. Ein derartiges Haus ist so schlecht gedämmt, dass es zu einer Zeit gebaut wurde, in der es noch lange keine Pelletsheizung gab. Daher war die gemäß VKI/ORF zugrunde gelegte Investition in die Umrüstung auf eine Pelletsheizung eine Fehlinvestition, da aus ökologischen und ökonomischen Gründen jeder Cent zuerst in eine thermische Sanierung des Gebäudes investiert werden müsste. An dieser Stelle also leider eine Fehlinformation.

Bild 2 zeigt die tatsächlich errechneten verbrauchsgebundenen Kosten (blaue Säulen) für diese Parametrierung. Der Abstand zwischen Pellets und Strom (Elektro-Konvektoren) ist demnach kleiner; deutlich kleiner übrigens beim Einsatz einer echten Infrarotheizung (Abstrahlungsgrad über 50%). Werden noch die betriebsgebundenen Kosten (rote Säulen) addiert, kann festgestellt werden, dass der Abstand zwischen wartungsintensiven Verbrennungssystemen und Strom nochmals schrumpft und sich Infrarot bereits als günstigste Anlage herausstellt. Hier kann die zweite Fehlinformation geortet werden.

Die ganze Wahrheit für 120 m² bei einem Heizwärmebedarf von rund 175 kWh/m²/a zeigt aber Bild 3. Hier werden zu den laufenden Kosten noch Investitionskosten mit einem Abschreibungszeitraum von 20 Jahren bei kalkulierten 4% Zinsen hinzugerechnet. Dabei ist Heizen mit Strom (Elektrokonvektor; rd. € 4.600,- pro Jahr) nicht mehr das teuerste System (das sind Pellets mit rd. € 5.400,-), sondern im Mittelfeld zu finden. Als günstigste (und dabei auch noch behaglichste) Form des Heizens stellt sich eindeutig die Infrarotheizung mit rund € 3.700,- dar. Der Vergleich mit den VKI/ORF-Zahlen von Bild 1 wirft kein gutes Licht auf die Berichterstattung.

DI Günther Hraby, Geschäftsführer – Technik

easyTherm Infrarot Wärmesysteme GmbH

www.easy-therm.com

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