VEO in Eisenhüttenstadt gewinnt Strom aus Gichtgas

Die TRT-Anlage ist für die Erzeugung einer durchschnittlichen Leistung von sieben Megawatt ausgelegt. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2015 geplant. Die Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke GmbH betreibt das
Industriekraftwerk am Standort Eisenhüttenstadt. Die Installation der TRT-Anlage ist Teil eines Projektes, mit dem die Energieeffizienz weiter verbessert und damit die Umweltbelastung reduziert werden soll.

ArcelorMittal ist der weltgrößte Stahlhersteller und weltweiter Lieferant von Produkten aus Qualitätsstählen. In Eisenhüttenstadt werden vornehmlich hochwertige oberflächenveredelte Flachstähle für die Automobilindustrie hergestellt, außerdem Stahlprodukte für Haushaltsgeräte und die Bauwirtschaft. Der Hochofen 5A erzeugt Roheisen aus Pellets beziehungsweise in der Sinteranlage stückig gemachten Eisenerzen. Als Reduktionsmittel kommen Koks und Steinkohle- sowie Braunkohlestaub zum Einsatz. Im unteren Teil des Hochofens wird Heißwind aus der Winderhitzeranlage über Blasformen eingebracht. Das im Ofen aufsteigende Reduktionsgas verlässt den Hochofen über das Großrohrsystem als Gichtgas mit einer Temperatur von zirka 150 °C. Die nachfolgenden Entstaubungsaggregate Staubsack, Zyklon und Wäscher dienen zur Reinigung des Gichtgases. Ein Teil des gereinigten Gases wird für die Winderhitzer verwendet. Der größere Teil wird in das werksinterne Gichtgasnetz eingespeist und von dort zur Verstromung in das Kraftwerk weitergeleitet. Zum Ausgleich zwischen Aufkommen und Bedarf des Gichtgases steht ein Gasbehälter zur Verfügung.

Die Gichtgasentspannungsturbinenanlage von Siemens wird zwischen dem Tropfenabscheider des Hochofen 5A und dem Niederdrucknetz installiert. Bisher erfolgte die Entspannung des Gichtgases ohne Energierückgewinnung im Gaswäscher. Der Hochofenbetrieb muss auch nach Installation der TRT-Anlage weiterhin uneingeschränkt möglich sein sowie bei Ausfall oder Abschaltung der TRT-Anlage automatisch und sicher erreicht werden. Der Lieferumfang von Siemens umfasst das Gichtgasrohrsystem und die Unterstützungskonstruktion, Prozessarmaturen, die Gichtgasentspannungsturbine, den Synchrongenerator, das Hydraulik- und das Schmiersystem sowie die zugehörige Elektro- und Automatisierungstechnik. Siemens ist außerdem für das Basis- und Detailengineering, die Montageüberwachung und Inbetriebnahme der Anlage verantwortlich.

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