Unterwasser-Beutel speichern Windenergie

Für internationale Strommärkte wäre das mehr als ausreichend. „Allein Portugal könnte mit Leichtigkeit ausreichend Energie für ganz Europa mit einem Bruchteil des Meeresbodens vor seiner Küste speichern”, meint Seamus Garvey, Professor an der Fakultät für Ingenieurswissenschaften der University of Nottingham. Er startet diese Woche mit Nimrod Energy ein Spin-off-Unternehmen, um die Technologie zu vermarkten.

 

Riesenturbinen und Hochdruckbeutel

Die Idee bei Garveys System ist, mit extrem großen Windturbinen mit Durchmessern von 230 m und mehr Luft in die unter Wasser verankerten Energy Bags zu pumpen. Damit können bei Bedarf Druckluftgeneratoren betrieben werden, um Strom zu erzeugen. Sinnvoll wäre Garvey zufolge, wenn sich die Beutel in etwa 500 m Tiefe befinden. Denn die Luft wird mit einem Druck gespeichert, der dem äußeren Wasserdruck entspricht, in diesem Fall also 50 bar. Erst dadurch wird das System wirklich attraktiv.

„50 Meter Tiefe würden nur 5 bar bedeuten, was aufgrund der geringen Energiedichte ökonomisch nicht sinnvoll wäre”, erklärt Garvey. Energy Bags in Tiefen von mehr als 700 m wiederum seien aus Gründen der Wärmeentwicklung nicht optimal. Mit Beutel in einigen hundert Metern Tiefe aber könnte seiner Ansicht nach Windenergie sehr kosteneffizient gespeichert werden, um unter 10.000 Pfund pro Megawattstunde. Das sei weniger als ein Fünftel der Kosten, die anfallen, wenn Wasser für Speicherkraftwerke gepumpt wird.

 

Großes Ökostrom-Potenzial

Aufgrund der erforderlichen Tiefe für die Energy Bags ist die Technologie für Länder wie Großbritannien besonders interessant. Entsprechend hoch schätzt Garvey das Potenzial in seiner Heimat ein. „Ich erwarte, dass bis 2025 wenigstens ein Viertel der britischen Offshore-Windenergieanlagen diesen integrierten Druckluft-Ansatz nutzen”, meint der Ingenieur.

Doch auch „die gesamte US-Ostküste, die Atlantikküsten Irlands, Frankreich und Polens und weite Teile des Mittelmeers” wären ideal für den Einsatz der Technologie geeignet, so Garvey im Interview. Bereits jetzt laufen Test mit Maßstabmodellen der Wind-Beutel. Weitere Tests in Meerwasser mit finanzieller Unterstützung von E.ON International Research sollen dazu führen, dass bis Mai 2011 eine für die Anwendung bereite Energiespeicherlösung entsteht. (Quelle: pte)

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