Universität Innsbruck überzeugt mit energieeffizienter Architektur

„Bauen im Bestand ist für uns immer eine interessante Herausforderung. Hier haben wir jedoch die besondere Aufgabe bekommen, als ArchitektInnen und IngenieurInnen, die seit bald 40 Jahren integral zusammenarbeiten, die Ausbildungsstätte für Bauingenieure zu sanieren. Es gelang uns, einen Campus zu konzipieren und unsere Erfahrung als Gesamtplaner in das Konzept einfließen zu lassen“, so ATP- Architekt Paul Ohnmacht, Head of Design bei ATP architekten ingenieure (Innsbruck), die mit dem Sanierungsprojekt betraut wurden.

Natürliche Belüftung dank moderner Fassaden
Das Passivhaus der Technischen Fakultät sticht als Landmark des Areals hervor. Der Hochhausturm verfügt auf seiner wärmegedämmten Fassade über eigens entwickelte Senkklapp-Verbundfenster mit integriertem Sonnenschutz, die über die Gebäudeleittechnik gesteuert werden. In Kombination mit so genannten »Überstromöffnungen« in den Bürotüren gelangt frische Luft von außen in das Gebäude, während die warme Luft im Kern des Gebäudes mechanisch abgesaugt wird. Die neue Belüftungsanlage konditioniert die Luft über den Grundwasserbrunnen vor. Sämtliche Abluftströme werden über ein Wärmerückgewinnungssystem geführt. Damit wird das Gebäude größtenteils natürlich belüftet. In extremen Hitzeperioden kann die Lüftungsanlage zur Aktivierung des Betonkerns als reine Abluftanlage betrieben werden. Im Innenausbau wurde auf die Verwendung emissionsarmer und unbedenklicher Materialien geachtet, die zu einer verbesserten Luftqualität beitragen.

Die Überstromöffnung des Gebäudes dient auch als Oberlicht für den Flurbereich und verbessert dort die Tageslichtversorgung. Im gesamten Gebäude sind alle Leuchten tageslicht- sowie präsenzgesteuert, was den Stromverbrauch erheblich senkt.

Die eigens entwickelten Senkklappfenster und schallabsorbierenden Überstromöffnungen sorgen für beste Luftqualität. (Copyright: ATP/Thomas Jantscher)Vielfach ausgezeichnet
Die Sanierung der Fakultät für Technische Wissenschaften der Universität Innsbruck war Teil des FFG-Forschungsprojekts Bigmodern, welches vom klimaaktiv Partner BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. geleitet und im Rahmen des Haus der Zukunft Plus Programms des BMVIT gefördert wurde. Das Gebäudeprojekt wurde vielfach ausgezeichnet: Neben dem klimaaktiv Gold Standard erreicht das Fakultätsgebäude außerdem den Passivhaus-Sanierungsstandard EnerPhit-, das TQB (Total Quality Building)-Zertifikat der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB). Zudem wurde es mit dem Energie Global Award der Region Tirol ausgezeichnet und gilt als »Innovatives Gebäude 2016«.

Architektur mit Mehrwert
Das Projekt der Sanierung der Fakultät für Technische Wissenschaften der Leopold Franzens Universität Innsbruck stellt unter Beweis, dass zukunftsorientiertes, klimaschonendes Bauen einen großen Mehrwert schafft. Der klimaaktiv Gebäudestandard ist ein idealer Leitfaden, um energieeffizientes, ökologisches und behagliches Wohnen sowie Arbeiten zu garantieren – sei es im Falle eines Neubaus oder einer qualitativ hochwertigen Sanierung. Er ist zentraler Baustein des Programms klimaaktiv Bauen & Sanieren im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW).

Der klimaaktiv Gebäudestandard gilt österreichweit als Qualitätszeichen nachhaltiger Gebäude mit besonderem Fokus auf Klimaschutz und Energiesparen. klimaaktiv Gebäude sind zudem so geplant und gebaut, dass sie von Energiepreisentwicklungen weitgehend unabhängig bleiben. Gebäude nach dem klimaaktiv Gebäudestandard erfüllen bereits die ab 2021 geltenden Anforderungen der Direktive 2010/31/EU der Europäischen Union, nach der Wohn- und Nichtwohngebäude als Nearly Zero Energy Buildings (NZEB) umgesetzt werden müssen.

Info-Box
Bauträger: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG) Architektur: ATP architekten ingenieure, Innsbruck Fachplanung (Bauphysik): Passivhaus Institut Standort Innsbruck

ähnliche Beiträge