Traum oder Wirklichkeit?

Das österreichische Bundesheer zählt zu den ersten Interessenten – kein Wunder, denn das dänische Unternehmen IRD bietet mit der Brennstoffzelle die ideale Lösung, um den Energiebedarf auch für den Einsatz im Feld rund um die Uhr zu gewährleisten. Doch um es gleich vorwegzunehmen – mit dem sogenannten CHP-System hat IRD ein Ass im Ärmel, das dem österreichischen Vertreter – die Firma Akkutron unter der Leitung von Ing. Georg Bakosch – in absehbarer Zeit wohl noch ein riesiges Potenzial bieten dürfte. Der Startschuss für den Vertrieb von Brennstoffzellen für den Haushalt ist wohl mehr als absehbar. Denn am Heimmarkt von IRD in Dänemark laufen bereits Projekte, in denen die Brennstoffzelle ein wesentlicher Bestandteil der dezentralen Stromversorgung ist.

Vorbild Dänemark
Laut IRD-Geschäftsführer Bjorn Thorsen hat die dänische Regierung beschlossen, den Gesamtenergiebedarf zu 60% aus Windkraft zu decken. Das Land, das schon heute über 30% der Energie aus dieser wohl kaum versiegbaren Quelle schöpft, weiß um die Probleme der Windkraft Bescheid. „Die Windverhältnisse verändern sich ständig, und damit sind die Kraftwerke nicht nach Wunsch regelbar. Die Folge ist, dass Windkraftanlagen entweder zu viel oder zu wenig Strom produzieren. Wir haben nun eine Lösung gefunden, den Strombedarf über den gesamten Tag konstant abzudecken“ so Thorsen im Gespräch mit dem i-Magazin.
Bei optimalen Windverhältnissen wird die überschüssige Energie weder in Batterien gespeichert noch ins Netz gespeist, sondern für die Herstellung von Wasserstoff in einer Elektrolyse herangezogen. Während jenen Tageszeiten, zu denen die Konsumenten den teuren Spitzenstrom zukaufen müssten, kommt die Wasserstoff-Brennstoffzelle ins Spiel. Der Wasserstoff dient dabei als »Treibstoff« und sorgt in Kombination mit der Brennstoffzelle exakt in jenen Zeitfenstern für die Energiegewinnung in Form von Strom und Wärme. Damit wird sowohl der Strom- als auch der Wärmebedarf jener Gebäude gedeckt, in denen ein derartiges System zum Einsatz kommt. „In Dänemark gibt es bereits 15 CHP-Anlagen, die allesamt aus einer Kombination aus Elektrolyse-Einheit, einer 1,5-kW-Brennstoffzelle und der Heizwärme-Einheit bestehen – bei diesem staatlich geförderten Programm handelt es sich um ist das erste Brennstoffzellen-Netz weltweit. 34 Haushalte kommen im nächsten Jahr noch dazu“, so Thorsen. Das Ziel dieses Projektes ist es unter anderem, die Stückzahlen zu erhöhen, um gleichzeitig den Preis für eine derartige Anlage auf ein wirtschaftlich sinnvolles Niveau senken zu können.

Die Anwendungsgebiete
IRD bietet allerdings auch für den Bereich der Mobilen Stromversorgung Lösungen, die für Aufmerksamkeit in der Fachwelt gesorgt haben – so auch die Anlage, die das IRD-Team im Kreise einiger Bundesheer-Experten bei der Firma Akkutron präsentierte. Die tragbare, 45 kg schwere Brennstoffzelle mit einer Ausgangsleistung von 500 W Leistung bei 24 bzw. 48 V wird allerdings nicht mit Wasserstoff, sondern mit Methanol gespeist. Rund 0,5 l des Brennstoffes verbraucht die Einheit pro Stunde bei Volllastbetrieb. Georg Bakosch sieht als Österreich-Vertreter aber vor allem auch Einsatzbereiche in der Industrie. Kein Wunder, denn die Chancen stehen gut, dass Brennstoffzellen unter anderem Dieselaggregate in Notstromversorgungs-Anlagen künftig ersetzen werden. Die Argumente umweltfreundlich, leiser, leichter, kleiner und servicefreundlicher sprechen für sich.



Das dänische Unternehmen wurde 1995 von JÃrgen Lundsgaard, der als einer der Erfinder der Lithium-Batterie gilt, mit dem Ziel gegründet, die Brennstoffzellen-Entwicklung voranzutreiben. Nach einigen Jahren der Forschung war man soweit, einen praxistauglichen Stack anzubieten, der anfänglich in fremden Systemen zum Einsatz kam. Mit dem Entschluss, kapitalstarke Gesellschafter aus dem EVU-Bereich mit ins Boot zu holen, wuchs IRD zu einem international tätigen Unternehmen, das neben der Brennstoffzelle als komplettes System auch stationäre Heizwärme-Einheiten anbietet. 2009 kaufte man das US-Unternehmen Cabot, das auf dem Gebiet der MEA- oder mit anderen Worten der Katalysator-Technik zu den Top-Firmen zählt. Seither hat man nun auch die Nase vorne, wenn es darum geht, den Platin-Anteil in den Flow-Platten und damit auch die Kosten des System so gering wie möglich zu halten.

www.akkutron.at