Technologien für das Internet der Dinge und Industrie 4.0-Anwendungen

Die Übertragung vom Sensor zur Plattform erfolgt mit einem patentierten, robusten Funkprotokoll auch über große Entfernungen, das die zuverlässige Weitergabe der Sensordaten gewährleistet. Mioty ist für IoT-Anwendungen in der digitalisierten Produktion und zur Fernabfrage von Daten in intelligenten Umgebungen einsetzbar. Das Fraunhofer IIS zeigt auch praxisnah den Einsatz intelligenter, drahtloser Sensornetze zur Warenkommissionierung und in der digitalen Produktion sowie softwarebasierte Energiemanagementlösungen mit speziellem Sicherheitskonzept.

Die Basis für das Internet der Dinge sind intelligente Sensoren und Funk- bzw. Kommunikationstechnologien, die Objekte, Anlagen und Personen miteinander vernetzen und wichtige Daten für nachfolgende Aktionen und Prozesse selbstständig weitergeben. Um hier zuverlässige und reibungslose Übertragung zu gewährleisten stellen die Wissenschaftler des Fraunhofer IIS auf der CeBIT 2016 neue Funkprotokolle, Softwareplattformen, intelligente Sensornetze sowie Energiemanagementlösungen vor. Robust, energieeffizient und intelligent können diese Technologien miteinander kombiniert verschiedene Anwendungen in der digitalen Produktion, in der Logistik, in der Warenkommissionierung oder für die Fernwartung übernehmen. Dieses Jahr am neuen Standort in Halle 6 Stand B36 zeigen die IIS-Entwickler praxisnahe Lösungen.

Die s-net Technologie ist im Einsatz für PickbyLocalLight-Anwendungen. (Foto: Fraunhofer IIS/David Hartfield)Mioty – Funkkommunikation als Basistechnologie für das Internet der Dinge und Industrie 4.0
Klein, robust und energieeffizient – so sehen die Sensoren der Mioty-Plattform aus, die sich in jedes Umfeld, ob Produktionsanlage oder Smart City, integrieren lassen. Mit einem speziellen, patentierte Funkprotokoll ausgestattet, können mehr als 100.000 Sensoren ihre Daten über dieses Protokoll auch über mehrere Kilometer Entfernung an die Mioty-Plattform übertragen. Dort werden die Informationen gesammelt und dann für weitere Aktionen oder für Detailinformationen an andere Sensoren oder Aktoren weitergeleitet, ganz so wie dies in Anwendungen des Internet der Dinge notwendig ist. Bei dem Funkverfahren handelt es sich um die Übertragung mehrere Datenpakete, die sicherstellen, dass keine Information verloren geht – besonders wichtig, wenn hiervon weitere Einstellungen beispielsweise bei der Überwachung von Großanlagen oder bei automatisierten Produktionsanlagen notwendig sind. Besonders energieeffizient können die Sensoren über mehrere Jahre wartungsfrei eingesetzt werden.

s-net – Drahtlose Multi-hop-Netze im Einsatz bei der Produktionsvorbereitung und Warenkommissionierung
Mit intelligenter, energieeffizienter Sensornetztechnologie kann die Produktionsvorbereitung und Warenkommissionierung optimiert werden. Dabei wird die Information über die benötigten Waren bzw. Fertigungsteile individuell pro Auftrag per Funk an das jeweilige Entnahmefach weitergegeben. Die licht-geführte Kommissionierung passt sich dank bidirektionaler Kommunikation sofort an, wenn die Entnahme der Waren bzw. Teile bestätigt wurde und ein neuer Auftrag wird angezeigt. Der Kommissionierer wird dabei individuell per Farbcode direkt an das korrekte Fach geleitet, an dem er die Anzahl der zu entnehmenden Teile angezeigt bekommt. Nach Bestätigung wird er zum nächsten Fach geführt. Die Technologie ist auch für Teilbereiche oder Regalreihen einsetzbar und stellt eine intelligente, nachrüstbare Lösung für mittelständische und große Unternehmen dar, die einen praxisnahen, effizienten Einstieg in Industrie 4.0-Anwendungen suchen.

Ogema 2.0 verbindet Energiewelten. (Foto: Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs)Energiemanagement und Industrie 4.0 mit Ogema 2.0 vereint verschiedene Kommunikationssprachen
Beim Einsatz und der Steuerung von Energiesystemen und Geräten gibt es eine große Anzahl an Kommunikationssprachen von ZigBee über HomeMatic bis hin zu Modbus. Ogema 2.0 bietet als Softwareplattform für Energiemanagement und -steuerung sowie für industrielle Prozesse die Möglichkeit, alle diese Protokolle in ein System zu integrieren. Die Experten des Fraunhofer IIS zeigen dabei, wie komfortable eigene Applikationen zur Steuerung über mobile Geräte erstellt werden können. Das stufenweise Sicherheitskonzept, das die Wissenschaftler entwickelt haben, bietet abhängig von der Anwendung, ob professionell oder privat, jeweils verschiedene Einstellungsmöglichkeiten und individuelle Nutzerrechte. Eine Testversion der Software ist über die Webseite www.iis.fraunhofer.de/ogema verfügbar.

Präzise und kompakt informiert – das Angebot der Fraunhofer Technologie-Briefings auf der CeBIT
Mit den Fraunhofer Technologie-Briefings wandten sich die Fraunhofer-Institute an die CeBIT-Messebesucher mit knappem Zeitbudget. Am Mittwoch, 16. März 2016 stellten den Besucher Prof. Alexander Pflaum, Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Dr. Günter Rohmer, Leiter des Bereich Lokalisierung und Vernetzung am Fraunhofer IIS, Trends und Technologien für die digitale Wertschöpfungskette und Industrie 4.0 vor und diskutierten zusammen mit Industrievertretern Umsetzungsmöglichkeiten beim Umstieg in Industrie 4.0-Anwendungen.

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