Tageslicht nutzen!

 

Von Kanada bis Neuseeland, von den USA bis nach Australien – die Anhängerkupplungen von Scharmüller sind mittlerweile in vielen Ländern der Erde zu haben. Kein Wunder, dass die Produkte des oberösterreichischen Herstellers weltweit gefragt sind – glaubt man den zahlreichen Forumseinträgen im Internet so gehören die Systeme zu den Robustesten und Langlebigsten, die in diesem Bereich angeboten werden. Die spielfreien Kupplungen sorgen für eine optimale Auslastung verschiedener Fahrzeugkombinationen und gewährleisten den Landwirten und Fernfahrern, ihre Fahrzeuge auch bei höheren Geschwindigkeiten unter komfortablen Einsatzbedingen sicher ans Ziel zu bringen.

Um die Kraft, die sie ihren Innovationen zu verdanken haben, letztlich auch »auf die Straße zu bringen«, wurde es für das Unternehmer-Ehepaar Josef und Erika Scharmüller notwendig, die Produktions- und Lagerkapazitäten zu erweitern. Denn auch in der seit dem Jahr 2003 in Fornach bei Vöcklamarkt angesiedelten 6.500 m2 großen Fertigung stieß man bereits an die Grenzen des Machbaren. So entstand in den letzten Monaten ein neuer Bürotrakt samt Lager- und Fertigungshalle, in der nun eine neue Fertigungsstraße mit modernen Schweißrobotern samt Lackieranlage im Entstehen ist. Als »Haus- und Hofelektriker«, der auch schon für die Verlegung der Elektrotechnik im bestehenden Gebäude verantwortlich war, unterstützten Elmar Neuhuber und seine Söhne Marco und Manuel sowie deren Mitarbeiter vom gleichnamigen Elektrounternehmen aus Neukirchen/Vöckla die Scharmüllers auch diesmal – der Elektrotechniker brachte sich zum einen mit neuen und innovativen Konzepten ein und erledigte schließlich auch die Installationsarbeit zur vollen Zufriedenheit des Kunden.

Während man sich im Jahr 2003 für den ersten Gebäudekomplex noch für eine Standard-Elektroinstallation entschieden hatte und seitdem Reflektorleuchten – bestückt mit 400 Watt Halogen-Metalldampflampen – in der Halle, Rastereinbauleuchten mit T8-Leuchtstofflampen im Büro sowie Downlights mit Kompaktleuchtstofflampen in den Gängen für die Beleuchtung sorgen, so entstand im Zuge der Bauarbeiten des neuen Gebäudeabschnittes sukzessive das Bewusstsein, mit innovativen Technologien Nutzen zu schaffen. Denn ursprünglich war es der Wunsch des Bauherrn, den Neubau im selben Stil wie den Bestand zu errichten. Doch dann kam alles anders.

Gemeinsam mit Regro-Verkaufsberater Klaus Kreuzhuber überlegte der Elektrounternehmer, wie er für den Bauherrn eine Lösung schafft, die niedrige Betriebskosten zur Folge hat. „Wir haben daraufhin den Kontakt mit Peter Hermanseder von Trilux und mit Christian Wolfinger von ABB hergestellt und nach kurzer Zeit entstanden Konzepte, die einen Sinn machten”, erzählt Kreuzhuber im Gespräch mit der Redaktion. Auch Ing. Peter Hermanseder, Großhandelsbetreuer bei Trilux-Österreich, gibt uns Einblick in die Entstehungsgeschichte des Projektes und lässt uns verstehen, warum sich der Bauherr schließlich anders entschied: „Als wir uns noch vor Baubeginn mit Herrn Neuhuber hier getroffen haben, um das bestehende Gebäude in Augenschein zu nehmen, hatten wir wunderschönes Wetter und strahlenden Sonnenschein. Bei Betreten der Halle fiel mir auf, dass 95% der Hallenreflektorleuchten »brannten« – die restlichen 5% waren »ausgebrannt«. Aber das Bezeichnende an der Situation war nicht der Leuchtmittelausfall, sondern die Tatsache, dass trotz des hohen Tageslichtanteiles die Beleuchtung voll eingeschaltet war – hier wurde die Energie regelrecht verbraten.” Da rund 3.000 Lux Tageslicht, das durch die Oberlichte in die Halle eintritt, mehr als genug ist, um für Ausleuchtung zu sorgen, entwickelten die Techniker auf Basis der EN 12464 eine Variante mit DALI-dimmbaren Leuchten samt einer intelligenten Tagslichtsteuerung über KNX. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten der Trilux-Hallenspiegelleuchten vom Typ »Durata« mit silberbeschichteten UXP-Reflektoren, die in Kombination mit 4×80 W-T5-Leuchtstofflampen zu einem sehr hohen Wirkungsgrad führen und für Lichtstärken von 350 bis 500 Lux – je nach Arbeitsplatz – sorgen. „Die T5-Lampe ist für derartige Einsatzfälle der LED nach wie vor zumindest ebenbürtig. Mit der Dimmbarkeit der Leuchte über den KNX lässt sich die Effizienz des Leuchtmittels aber um weitere 35% steigern”, lässt uns Hermanseder wissen.

Trilux erstellte schließlich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Neuhuber als hieb- und stichfeste Argumentationsbasis für das Gespräch mit Scharmüller diente: „Mit dieser Information in der Hand war es ein Leichtes, Herrn Scharmüller vom Sinn dieser Investition zu überzeugen”, freut sich der Elektrounternehmer über die Unterstützung von Trilux und fügt dem noch hinzu: „Die Mehrinvestition amortisiert sich innerhalb von nur 2,9 Jahren – das erleichterte die Entscheidung des Bauherrn enorm.” Anders als in der Fertigungshalle entschieden sich die Verantwortlichen im Bürogebäude durchgängig für eine LED-Lösung: Deckeneinbau-Leuchten der Serie »Liventy« in den Sozial- und Nebenräumen, das Modell »Aurista« in den Büro- und Laborräumen, die Downlights »Inperla Ligra« in den Gängen und die »Amatris« in den Toiletten. Selbst am Parkplatz sorgt mit der »Lumega 700« eine LED-Version für Ausleuchtung. „Wir setzen in unseren Leuchten Zhaga- standardisierte Module ein, wodurch wir gewährleisten können, dass unsere Kunden auch in 20 Jahren oder später noch das Leuchtmittel ersetzen können”, unterstreicht Hermanseder die »Nachhaltigkeit« der Trilux-LED-Leuchten – er weist auch darauf hin, dass man sehr genau aufpassen muss, was einem angeboten wird: „Trilux gibt immer den Leuchten-Lichtstrom an – also jenen, der tatsächlich zum Zweck der Beleuchtung zur Verfügung steht und nicht jenen, der im inneren der Platine generiert wird. Der hilft nicht viel – wir wollen ja beleuchten und Licht nicht zum Selbstzweck erzeugen”, unterstreicht Hermanseder mit einem Augenzwinkern.

Das Konzept hat den Bauherrn mittlerweile derartig überzeugt, dass er überlegt, das Bestandsgebäude mit der gleichen Technik nachzurüsten: „Kein Wunder – die KNX-Gebäudetechnik automatisiert sämtliche energiesparenden Maßnahmen und nimmt den Menschen damit jegliche Verantwortung ab, wenn es gewünscht wird”, betont Neuhuber, der auch von Seiten ABB bestens unterstützt wurde. ABB-Promotor Christian Wolfinger dazu: „Wir haben in einem ersten Gespräch analysiert, was zur Umsetzung der Funktionen notwendig ist und haben auch gleich ein erstes Angebot zur preislichen Orientierung für den Kunden abgegeben.” Im Bürogebäude sorgen in Summe rund 60 Präsenzmelder von Busch-Jaeger für die Steuerung der Beleuchtung – Wolfinger dazu: „Die Melder lassen sich je nach Bedarf auf eine bestimmte Lichtstärke am Arbeitsplatz einstellen und steuern so bequem die Leuchten der angesteuerten Sektoren”, oder anders ausgedrückt: Wenn jemand anwesend ist, messen die Präsenzmelder den Tageslichtanteil auf der Arbeitsfläche und regeln den Kunstlichtanteil auf ein notwendiges Maß herunter oder herauf. „Das führt schlussendlich auch zu einer Verlängerung der Lebensdauer jener Leuchten, die in dieser Technik angesteuert werden”, so Wolfinger, der uns auch darauf hinweist, dass eine Wetterstation am Dach des Gebäudes für die Registrierung der Windverhältnisse und des Sonnenstandes sorgt, die Daten an den KNX weitergibt und dieser die Jalousien ansteuert: „Die Lamellen werden bei Sonneneinstrahlung auf Position gefahren und verhindern so einerseits ein Aufheizen des Gebäudes in den Sommermonaten bzw. gewährleisten andererseits den Einfall von Tageslicht, wodurch der Kunstlichtanteil wie bereits erwähnt gering gehalten werden kann. Und bei Wind werden die Jalousien schließlich zu ihrem eigenen Schutz nach oben gefahren”, präzisiert Wolfinger. Apropos Wetterstation: Sie dient auch zur Regenerfassung – meldet sie eine entsprechende Niederschlagsmenge, so schließt der KNX die Dachkuppeln und sorgt so für gleichbleibend trockene Verhältnisse in der Fertigung. In der Halle kommt eine Konstantlichtregelung zum Einsatz: „Helligkeitsfühler von Stotz nehmen die aktuellen Werte auf, geben sie an die DALI-Geräte weiter und der Bus regelt die Hallenleuchten je nach Tageslichtanteil”, erläutert Wolfinger weiter. Selbst im Bereich der Parkplatzbeleuchtung hat der KNX seine Finger im Spiel – die »Lumega 700« Leuchten können auch außerhalb des Schichtbetriebs von einem Schalter im Bereich der Ausgänge eingeschaltet werden. Nach einer vordefinierten Brenndauer schaltet das System schließlich automatisch wieder aus.

Auch bei diesem Projekt war die Visualisierung ein Argument – zwar war sie zum Zeitpunkt unserer Recherche noch nicht realisiert – die Umsetzung ist allerdings auch im Nachhinein ein Leichtes und würde Josef Scharmüller ein Eingreifen bzw. eine Überwachung der Anlage über sein Smartphone jederzeit ermöglichen. „Die elektrotechnische Lösung bei der Firma Scharmüller hat sich von einer Standard-Version zu einer hochpraktikablen entwickelt – und das war letztlich das Ergebnis einer perfekten Zusammenarbeit aller beteiligter Unternehmen”, freut sich Kreuzhuber, der abschließend darauf hinweist, dass durch die Flexibilität des KNX-Systems und der DALI-dimmbaren Leuchten weitere Möglichkeiten in allen Richtungen offen sind.

www.trilux.de
www.abb.de
www.regro.at
 

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