Stillt den Sonnenstromhunger!

 

Für die Photovoltaik ist Deutschland mit einer installierten Leistung von 24,7 Gigawattpeak (GWp) der weltgrößte und in der Einschätzung Thieles ein »sehr vorbildlicher« Markt. Dass dort an Spitzentagen bereits der gesamte Stromverbrauch mit Solarenergie abgedeckt werden kann, sei ein toller Erfolg. Unter anderem wegen der schwankenden Strommengen sollte das Netz und dessen Steuerung allerdings weiter verbessert werden, um auch die bis 2020 angepeilte Leistung von 52 GWp zu erreichen. Aktuell sorgt die Photovoltaik in Deutschland für 5% des Strombedarfs. Die nun beschlossene Senkung der Förderung von 24,7 Cent auf 19,4 ist den Experten nach »sehr beachtlich« und liege damit unter dem normalen Strompreis für Haushalte. Für 2012 ist der Ausbau installierter Leistung von weiteren sieben GWp zu erwarten. Auch in Europa wachse die Photovoltaik weiter und halte mit 51,7 GWp den weltweit größten Anteil.

Großbritannien im Kommen

„In Italien als Nummer zwei in Europa rechnet man schon ohne Förderungen für die Solarenergie”, weiß Thiele. England sei durch eine »Green Deal«-Initiative stark im Kommen, jedoch dümple Spanien als Europas Nummer drei und in Erwartung der Anschlussregelung beim »Eigenverbrauch für kleine Anlagen« so vor sich hin. Wie Deutschland und vor allem Japan sei auch Frankreich nach Fukushima der Atomkraft gegenüber kritischer geworden, so der Experte, und konnte mit einer Installation von 1,6 GWp allein 2011 aufholen.

Ressource statt Finanzprodukt

Österreich ist mit einigen wesentlichen Unternehmen Exportland für Photovoltaik samt Zubehör. Für 2012 erwartet PVA-Präsident Hans Kronberger eine installierte Leistung von 200 Megawattpeak, was einer Verhundertfachung gegenüber 2007 entspricht. Das ab 1. Juli gültige Ökostromgesetz habe einige Schwächen wie die Ausbaubeschränkung, erhöhe aber die finanziellen Zuwendungen von 2,1 auf acht Mio. Euro. Bundesweit bleiben 2012 dennoch 8.811 Kleinanlagen ohne Investitionsförderung. „Es ist unerklärlich, dass der Staat auf diesbezügliche Steuereinnahmen verzichtet”, findet Kronberger. „Jede errichtete Photovoltaikanlage bringt dem Staat einen schönen Nettogewinn, daher ist es absolut unverständlich, warum die österreichischen Politiker den Investitionswillen ihrer Bürger einbremsen”, so der PVA-Präsident. Seine Rechnung lautet: Bei einem Zuschuss von 1.100 Euro und den Kosten von durchschnittlich 4.200 Euro pro Kilowattpeak fallen für den Errichter 700 Euro an Mehrwertsteuer an. Somit verbleiben noch 400 Euro, die durch diverse Steuerabgaben, von Gewerbe- bis Dienstleistungsabgaben, und vermiedene Arbeitslosenkosten mehr als kompensiert werden. Für die Politik bestünde jetzt die Chance, den großen Wurf zu tätigen und alle Interessenten zufriedenzustellen und dabei das staatliche Budget aufzubessern. Die Klimafondsförderung betrifft Anlagen bis 5 kWp.
An der Front des Ökostromgesetzes haben die Erneuerbaren wertvolle Schützenhilfe von Seiten des niederösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll erhalten. Der PVA begrüßt die Aussage von Pröll, dass das Ökostromgesetz zu überarbeiten und die Deckelung der jährlichen Mittel zu beseitigen sei und dass demjenigen, der das jetzt nicht begreift, nicht mehr zu helfen sei. Pröll setzt auch echte Taten und erhöht aus dem Landesbudget die Fördersumme um 5 Millionen Euro. Eine Aufstockung der Fördermittel vermeldet auch das Bundesland Vorarlberg.
Zur Aussage von Bundesminister Mitterlehner, dass Österreich keine Energiewende brauche, da schon jetzt 70% des Stroms aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt werde, stellt Kronberger fest: „Es geht nicht darum, sich auf den Leistungen unserer Großväter auszuruhen, sondern darum, die Energieversorgung der Gegenwart und Zukunft zu sichern.” Deutschland sei sehr wohl ein Vorbild, da sich der Ökostromanteil dort in den letzten zehn Jahren vervierfacht hat, während er in Österreich gesunken ist und nicht einmal das EU-Ziel von 78,1% bis 2010 erreicht worden ist.
Der PVA lädt alle am Begutachtungsverfahren zum Ökostromgesetz Beteiligten ein, angesichts der dramatischen Ereignisse in den Öllieferländern und der Katastrophe von Fukushima, an eine große Wende in der österreichischen Energiepolitik zu denken. Minister Mitterlehner sei an seine Presseaussendung vom 10. September 2010 erinnert, in der er zur Novelle des Ökostromgesetzes wörtlich feststellte: „Ziel ist es, das Gesetz übersichtlicher zu machen, den Industriedeckel neu zu regeln und den Förderdeckel bei der Photovoltaik zu öffnen. Dieser Deckel begrenzt die Förderung neuer Anlagen derzeit pro Jahr mit 2,1 Millionen Euro und wird mit der Novelle abgeschafft werden.” Die Begutachtungsfrist läuft bis 9. Mai 2011.

Österreichs Branchenumsatz 272 Mio. Euro

Bis 2020 erwartet der Bundesverband Photovoltaic Austria bis zu 6 GWp installierter PV-Leistung, was 8% des Stromverbrauchs entsprechen würde. Die Branche erzeugte im Vorjahr eine Strommenge von 174,1 GWh und beschäftigt 4.181 Angestellte. Laut PVA wurde ein Umsatz von 272 Mio. Euro. erwirtschaftet und 71.856 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart.

Quelle: pte

www.pvaustria.at

www.sharp.de

www.ulbrich.com

 

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