Für den Lichtdesigner Joaquim de Abreu ist Licht ein eigener elementarer Stoff, mit dem er »dynamische Szenographien« erzeugen kann. (Bild: Erco)

Bühnen des Lichts (inkl. Video):

»Spot-on« – ein Lichtdesigner im Portrait

Licht ist in Bewegung. Die digitalen Technologien verändern Alltag und Sehgewohnheiten und schaffen neue Spielräume für Beleuchtung. Licht ins Zentrum der Gestaltung zu setzen und auf künstlerisch-funktionale Weise lebendige Bühnen der Beleuchtung zu schaffen, die stimulieren und inspirieren – darum geht es dem jungen schwedischen Lichtdesigner Joaquim de Abreu, den Erco in der Serie »Spot-on« vorstellt.

„Als Lichtdesigner können wir viel von Bühnenbildnern und Ausstellungmachern lernen“, glaubt Joaquim de Abreu. Bei dem Stockholmer, der wie ein Musiker, ein Bildhauer, ein Maler denkt, wird Licht zu einem eigenen elementaren Stoff, den es zu gestalten gilt. Ihm geht es nicht so sehr um das Design einer Leuchte, das ist für ihn vor allem dekoratives Element, als um das Licht selbst. Er beschreibt es als „entscheidendes Werkzeug, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen.“

„Erst beim Arbeiten mit Licht lässt sich verstehen, wie es funktioniert“, sagt de Abreu. „Auszuprobieren und Fehler zu machen ist unerlässlich, um ein Gefühl dafür zu entwickeln.“ Seine Karriere begann er als DJ und Club-Manager, später arbeitete er bei verschiedenen Interieur-Designern und Architekten. Dabei fiel ihm die untergeordnete Rolle von Beleuchtung auf. „Licht wird in Gestaltungsprozessen meist erst relativ spät integriert“, meint Joaquim de Abreu, für den Raum- und Lichtgestaltung »Hand in Hand« gehen müssen.

»The right light at the right place« – »das richtige Licht an der richtigen Stelle« – ist für de Abreu, der sich 2016 in Stockholm mit »Abreu Design Studio« selbständig machte, zentraler Ansatz, um eine Dramaturgie, eine dynamische Szenographie zu entwickeln. Statt einen Raum mit einem sogenannten Lichtteppich komplett und energieverschwenderisch auszuleuchten, gestaltet er detailreich akzentuierte Lichtzonen mit eigenen Atmosphären.  Flexibles Licht sei heute konstitutiv, so de Abreu, auch um »visual light comfort« zu kreieren, räumliches und physisches Wohlbefinden.

»We create to remember«

„In den nordischen Regionen haben wir schon allein wegen der Lichtverhältnisse eine sehr eigene Beziehung zu Helligkeit und Dunkelheit“, erzählt Joaquim de Abreu. Die Winter sind lang und dunkel. Eine Kompensation des Tageslichts ist für Schweden essenziell. Auch die gemütliche Atmosphäre am Abend mit nahezu Kerzenlichtstärke. »Lagerfeuerstimmung« nennt es de Abreu, der in Tradition der skandinavischen Designmoderne um Nachhaltigkeit bemüht ist und eine »Optimierung des Energiekonsums« als selbstverständlich gesamtgestalterische Aufgabe versteht.

Seine modernen Lichtkonzepte setzt de Abreu heute in verschiedenen Bereichen um: in neuen Office-Konzepten, Hotels, Clubs, Einzelprojekten wie einer historischen Apotheke oder Showrooms von Modelabels, wo er auch mit Video Mapping arbeitet. »We create to remember«, heißt es auf der Website von »Abreu Design Studio«. Beleuchtung ist immer auch Branding. Atmosphären, die inspirieren und stimulieren, schaffen Wiedererkennung.

Flexible Beleuchtung

Ob Office-Location oder Restaurant: Flexibel einsetzbares Licht ist in nahezu allen Bereichen gefragt. In Stockholm hat de Abreu unter anderem das »Work away from Work«-Projekt für das Immobilienunternehmen Fabege realisiert. Die hochfunktionalen LED-Lichtwerkzeuge von Erco entsprechen genau seinem Ansatz, sagt der Stockholmer. Sie erlauben es ihm, auf dem neuesten Stand der Technik und mit viel Gestaltungsfreiheit zeitgemäße Bühnen des Lichts zu entwerfen.

Auch Hotels reizen de Abreu: „Sie eröffnen von Korridoren, Gästezimmern, Restaurants bis hin zur Lobby unterschiedliche Raumsituationen. Die wachsende Zahl der Reisenden verändert sie als Orte. Hotellobbys werden zunehmend als Arbeitsräume genutzt. Damit stellen sich neue Anforderungen an Sehkomfort und flexibel nutzbares Licht.“

Die künstlerische Offenheit, mit der Joaquim de Abreu Beleuchtung als Medium fortschreitender Entwicklung umsetzt, schafft nicht nur funktional atmosphärische Räume, an die man sich erinnert, sie schafft auch eine ganz neue Ästhetik des Lichts.

Das Programm »Spot-on« eröffnet auch weiterhin spannenden Lichtphilosophien wie dieser eine mediale Bühne. In regelmäßigen Abständen werden moderne Ansätze der Lichtplanung und kreative Lichtkonzepte junger Gestalter vorgestellt – egal, ob große oder kleine Projekte, ob Außenraum- oder Innenraumbeleuchtung.

Quelle: Erco

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www.erco.com/spot-on

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