Sonnenstrom auf Vorrat

„Die Photovoltaik in Österreich boomt”, lautete das Statement bei der letzten Veranstaltung der überbetrieblich- und überparteilichen Interessensvertretung, des Bundesverbandes Photovoltaik Austria im März dieses Jahres. Dieses Mal ging man einen Schritt weiter und widmete den Speichertechniken rund um die Solarenergie eine eigene Veranstaltung, im Wilhelm Neusser-Saal der Wirtschaftskammer Wien, im dritten Wiener Gemeindebezirk. Denn „alle Mühen kann man sich sparen, wenn man keinen effektiven Speicher zusammenbringt”, so Ing. Josef Witke, Landesinnungs- und Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker in der Eröffnungsrede. Wenn der Strom, der tagsüber produziert wird, nicht in den Abendstunden abgerufen werden kann, muss dieser erst wieder aus dem Netz bezogen werden. Energieautarke Haushalte stehen und fallen mit der dazugehörigen Speichertechnik. Diese Technik steht jedoch erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. „Wir befinden uns in einer Pionierzeit was die Photovoltaik betrifft” schloss Dr. Hans Kronberger, Präsident der Photovoltaik Austria an die Eröffnungsrede an. „Und die Speichertechnik steht da, wo die Solartechnik vor acht Jahren stand”, erklärte er den rund 100 interessierten Anwesenden. Mit so vielen Gästen hätte Kronberger nach eigener Aussage nicht gerechnet, was den Platz im Raum schon etwas eng werden ließ, aber ein guter Beweis für das ungebrochen große Interesse an der Photovoltaik ist.

 

Großes Potential

Die eigentliche Vortragsreihe startete Prof. Dr. Georg Erdmann von der TU Berlin und legte die Messlatte für seine Nachfolger, aufgrund fachlicher Kompetenz und rhetorischer Qualität gleich sehr hoch. Sonnenenergie kann besser prognostiziert werden als Windenergie und ist daher für die langfristige Planung besser geeignet. Das Potenzial für eine sinnvolle Integration von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, in das allgemeine Netz ist bereits vorhanden. „Die Zukunft der Photovoltaik hängt aber vor allem von der Politik ab”, bringt es Erdmann auf den Punkt, „das Problem ist nur, dass Politiker nicht langfristig denken.”

„Momentan herrscht das Bestreben, ein Gebäude in seinem Energieaufwand weitgehend unabhängig zu machen, dass heißt aber nicht, dass man es deshalb gleich vom Netz nehmen soll” argumentiert Alfred Pichsenmeister von Siblik. Denn, „ein Bilanzgerechtes, energieautarkes Heim ist die deutlich sinnvollere Variante.” Die Nutzung der Energie in der Zukunft ist sicher auch eine Intelligenzfrage. Das ist laut Pichsenmeister die große Herausforderung, denn das zukünftige Haus muss ebenfalls intelligent werden. Somit ist natürlich auch eine moderne Gebäudemanagementtechnik und das richtige Monitoring gefragt.

Den emotionalen Aspekt einer Photovoltaikanlage im Eigenheim sprach Christian Bairhuber von IBC Solar an, da es ihn nach eigener Aussage mit geradezu kindlicher Freude erfüllt, an seinem Stromzähler zu sehen wie der eigen produzierte Strom ins Netz fließt, anstatt Strom von außen zu beziehen. Genau diesen Effekt gilt es seiner Meinung nach den Kunden von Photovoltaiksystemen zu vermitteln. Die steigende Nachfrage an Solarenergie sieht Bairhuber ungebrochen und zitiert abschließend ein altes chinesisches Sprichwort: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. Wir bauen Solaranlagen!”

Vor der Pause räumte man den anwesenden Herstellern noch die Gelegenheit ein, ihre Produkte auch im Vortragssaal kurz zu präsentieren. Interessierte konnten sich dann im Vorraum an den Ständen von IBC Solar, SMA oder Trinasolar auch näher beraten lassen.
Der Nachmittag drehte sich dann vor allem um Batterietypen und die Integration der Speicher in das allgemeine Netz, wobei erneuerbare Energie bereits spürbar in das Nieder- und Mittelspannungsnetz einfließt. Lithiumbatterien sind hier laut Ing. Greger Dutzi von my-PV ein gute Lösung. Die Anforderungen an eine Solche, sind eine hohe Eigensicherheit, eine angemessene Schnellladefähigkeit, die einfache Integration, eine geringe Wartung sowie ein kostendeckender Betrieb über die angepeilte Lebensdauer der Batterie.

 

Grundtenor der Veranstaltung

Auch wenn die Photovoltaik, und die dazugehörige, unverzichtbare Speichertechnik noch am Anfang ihrer Möglichkeiten steht und sich noch nicht allzu deutlich in der Energiebilanz niederschlägt, oder die Geldbörse des privaten Besitzers wesentlich entlastet, wird Sonnenstrom zukünftig eine enorme Sicherheit bieten können. Denn wie eingangs bereits erwähnt, lassen sich Sonnenstunden langfristig bestens prognostizieren und liefern somit, entsprechende Speicher vorausgesetzt, unablässig sichere und saubere Energie. Und in einem Punkt waren sich alle Vortragenden sicher: „Wir wissen nicht, was die Kilowattstunde in Zukunft kosten wird!” und da ist Jeder gut beraten, der selbst Strom produzieren kann.

www.pvaustria.at

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