Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif!

Gegen Angriffe aus dem Internet sind wir dank Firewall, Kaspersky und Co. bestens geschützt. Unsere Häuser und Wohnungen verlassen wir niemals, ohne die Haustüre mehrmals abzusperren, und hätte die amerikanische Regierung ihren Passwörtern ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie wir das tun, würden wir bei WikiLeaks heute wohl eher an den schrecklichen Sven als an Herrn Assange denken.
An zu wenig Sicherheitsbedürfnis liegt es also nicht.

Eine kleine Umfrage im privaten Bereich brachte dazu zwei bestimmende Gruppierungen zum Vorschein: Während sich die einen (»Wir haben ja eh einen Blitzableiter…«) in vermeintlicher technischer Sicherheit wiegen, war dies bei den anderen vor allem das Vertrauen in den guten alten Versicherungsvertreter der schon seit Jahren den Merkel ́schen Optimismus à la: »Wir schaffen das!« versprüht.
Beide Gruppierungen haben eines gemein – sie sind nicht sicher!
Der Blitzableiter ist eine gute Sache, schützt er doch die Bausubstanz und sorgt für ein gerichtetes Ableiten etwaiger Blitzströme gegen Erde. Die Elektronik im Inneren des Gebäudes schützt ein Blitzableiter jedoch nicht! Und nichts gegen die ehrbare Zunft der Versicherer, aber im schlimmsten Fall (das kann durchaus der Vollbrand eines Hauses sein) wird der gemeine Makler (und/oder Sachverständige) den ordnungs- gemäßen Einsatz vom inneren Blitz- und Überspannungsschutz zumindest hinterfragen, und wenn dabei auch noch Menschen zu Schaden kommen, wird es überhaupt sehr spannend für den Verantwortlichen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich auch noch die Fraktion der (erfolglosen) Lottospieler und der Gottesfürchtigen erwähnen. Während Letztere auf die schützende Hand Gottes über ihr Heim vertrauen, sehen die Ersteren größere Chancen auf einen 6-er im Lotto, als einmal vom Blitz getroffen zu werden. Der Irrtum hierbei liegt in beiden Fällen in der Kausalität als solcher. Zum einen bedarf es keines direkten Blitz- einschlages, um leidvoll die Auswirkungen eines Blitzschlages zu erfahren. Tatsächlich spricht man bei Blitzeinschlägen von einem Zerstörungspotential bis zu einer Entfernung von ca. zwei Kilometern. Insofern ist es also vollkommen ausreichend, wenn Petrus dem Nachbarn am anderen Ortsende zürnt, und schon bleibt der eigene Fernseher finster. Zum anderen – und hier liegt wohl die eigentliche Überraschung – sind die häufigsten Ursachen für Überspannungen nicht Blitzentladungen sondern Schalthandlungen! Nicht annähernd so spektakulär, aber mindestens genau so effizient, wenn es darum geht, die Lebensdauer unserer elektronischen Geräte nachhaltig zu verkürzen!

Wer nun in den Baumarkt geht und sich zum Schleuderpreis einen »Blitzschutz« kauft, der in Wirklichkeit keiner ist, der ist leider auch schlecht beraten. Oftmals handelt es sich nicht um Schutz-, sondern eher schon um »Bedrohungseinrichtungen«, denn diese Geräte sind häufig nicht nach den anerkannten Regeln der Technik gebaut.
Vertrauen Sie also nur den Produkten namhafter Hersteller – nirgendwo sonst in der Installationstechnik ist Qualität so wichtig wie im Bereich Blitz- und Überspannungsschutz!

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