Sehen, spüren, staunen

Es war alles andere als eine »trockene« Informationsveranstaltung – die »KnowLEDge Tour 2011«, ein Kooperationsevent von Siemens und Osram, die Ende Mai in der Eventlocation Palladion XXI in Wien halt machte.
Vielmehr erwartete die Teilnehmer der Infotour – Elektroinstallateure, Elektro- und Lichtplaner, Großhändler und Architekten – ein vielfältiges Wissensangebot, spannend und abwechslungsreich verpackt. Die Schwerpunkte der Veranstaltung lagen dabei auf den LED-Anwendungen für Office, Shop, Hospitality sowie der dazugehörigen innovativen Gebäudetechnik. Vor Ort waren zahlreiche qualifizierte Osram- und Siemens-Experten anzutreffen, die diese drei Anwendungsbereiche in Applikationsnischen präsentierten und in vier Fachforen detaillierte Informationen zu den Bereichen LED-Basiswissen, Lichtplanung mit LED, Lichtsteuerung und intelligente Gebäudetechnik vermittelten.

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Nicht nur im Rahmen der Vorträge, sondern auch in den Demonstrationsnischen wurde aufgezeigt, wohin der Weg der Zukunft führt: gewerkeübergreifende Systeme für maximale Effizienz in der Gebäudeautomation, Heizungs- Lüftungs- und Klimatechnik sowie die Beleuchtung als Schlüssel zu nachhaltigen Gebäuden im privaten und gewerblichen wie auch öffentlichen Bereich.
Als faszinierenden Höhepunkt der Veranstaltung erwartete die Besucher in einem spektakulären Kubus ein wahrer »Sinnesrausch«: Auf einzigartige Weise wurden darin Sinneswelten mit LED kombiniert und damit gleichzeitig die visuelle, auditive, und olfaktorische Wahrnehmung der Anwesenden angesprochen.

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(Wie) lang lebe die LED

Das erste der vier Expertenforen bot den Zuhörern Know-how über die Lichtquelle der Zukunft. Im Vortrag von Claudia Dippold, Professional Lighting Marketing von Osram, konnte man sich zunächst Basiswissen rund ums Thema LED aneignen – unter anderem wurden dabei die Teilnehmer über die Lebensdauer von LEDs informiert. Dabei ging aus dem Vortrag eine recht unterschiedliche Angabe von Experten hervor – so sprechen laut Dippold manche Hersteller von 10.000 Stunden, andere wiederum von 50.000 Stunden Lebensdauer. Doch wie definiert sich die Lebensdauer einer LED überhaupt, wann spricht man vom Ende derselben? Die Lichtexpertin klärte auf: Die Lichtabgabe einer LED endet nicht von heute auf morgen, sondern die LED-Lichtmenge nimmt kontinuierlich über die Lebensdauer ab, d. h. die Leuchtmittel starten mit einem Wert von 100% Lichtmenge, die im Laufe der Lebenszeit kontinuierlich abnimmt. Das tatsächliche Ende der Lebensdauer einer LED ist erreicht, wenn diese 70% ihres Anfanglichtstromes erreicht hat – d. h. wenn der Lichtstrom um 30% gesunken ist. Dies hängt davon ab, bei welcher Temperatur gemessen am Tc Punkt , und mit wie viel Strom die LED bzw. das LED System betrieben wird .
Wird die LED mit hoher Temperatur bzw. viel Strom bei gleichzeitig schlechter Kühlung betrieben, kann ihr Anfangswert rapide sinken. Bei guter Kühlung lässt sich Lebensdauer hingegen lange hinauszögern. Daher: Der angegebene Zeitwert einer LED alleine ist wenig aussagekräftig – wichtig ist daher zu vergleichen, unter welcher Temperatur und welchem Strom die angegebene Lebensdauer gemessen wurde. Bei Osram üblich ist eine Lebensdauer von 50.000 Stunden bei einem Temperaturpunkt von 65° Celsius und bei dem Strom, der für das jeweilige Modul oder die LED vorgesehen ist. 

 

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LED – State of the Art

Im Vortrag »Lichtplanung mit LED«, in dem es um den effizienten und effektvollen Einsatz von Licht ging, referierte Lichtexperte Ing. Peter Seibert, pensionierter Vertriebsleiter OEM von Osram, unter anderem über die zeitgemäße Beleuchtung von gewerblichen genutzten Gebäuden wie etwa Hotelanlagen. Anlagen dieser Größe mit Halogenglühlampen, vor allem Hochvoltlampen auszustatten, sei nicht mehr zeitgemäß. Zwar ist diese auf Grund ihrer Wirtschaftlichkeit und der Tatsache, dass sie keinen Transformator benötigt, beliebt – dennoch: Für die Hotelbeleuchtung ist sie im Gangbereich nicht sinnvoll, da hier oft einige tausend Brennstellen ins Beleuchtungssystem integriert sind und somit ein eigener Hauselektriker erforderlich wird, der eine Lampe nach der anderen – nach einer Brenndauer von etwa 2.000 Stunden – austauschen muss. Ideal für diesen Einsatzzweck ist laut Seibert die Parathom-LED-Leuchte von Osram, die aufgrund ihrer extrem langen Lebensdauer nicht ausgetauscht werden muss – die Retrofit-Leuchte ist ein adäquater Ersatz für die Glühlampe oder Halogenglühlampe. Sie gibt ebenso wie die Halogenglühlampe sofort volles Licht ab und ist im Gegensatz zur Kompaktleuchtstofflampe dimmbar.

 

Nicht mehr wegzudenken

Der dritte Vortrag des Tages »Komfortable und energieeffiziente Lichtsteuerung«, dargeboten von Rainer Wrenger, Director of New Business Development von Osram, beschäftigte sich mit der Anpassung der Beleuchtung an unterschiedlichste Anforderungen. Zentrales Thema war dabei der Einsatz des Lichtsteuerungssystems  Dali, das laut Wrenger an Bedeutung für Dimmlösungen zunehmen wird. Der Grund dafür: Mit tageslichtabhängiger Beleuchtungssteuerung lässt sich ein sehr viel höheres Einsparpotenzial – in Verbindung mit Präsenzsensoren – erzielen als bei herkömmlicher Schaltung des Lichts; zusätzlich wird damit ein großes Maß an Beleuchtungskomfort erreicht. Dali hat sich als Steuersignal für die tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung in den letzten Jahren flächendeckend durchgesetzt – mittlerweile werden dimmbare Beleuchtungsanlagen sowohl mit weißen LEDs als auch Leuchtstofflampen-Leuchten nur mehr mit Dali ausgeführt. Dies gilt für einfache Dimmanwendungen in Arztpraxen und Besprechungsräumen ebenso wie für komplexere Anwendungen wie etwa in Büroetagen, bei denen das Gewerk Licht in die Gebäudesystemtechnik integriert wird – in allen Anwendungen wird Dali als Dimm-Schnittstelle verwendet.

 

Intelligenz = mehr Effizienz

Der abschließende vierte Vortrag zum Thema »Intelligente Gebäudetechnik« zeigte die Dringlichkeit auf, intelligente Gebäuedetechnik bereits gegenwärtig standardmäßig bei der Planung von Gebäuden zu berücksichtigen. Der Vortragende Harald Figl, Marketing and Sales, Business Development von Siemens Building Technologies, machte dabei auf anschauliche Art und Weise einen zukunftsweisenden Trend offenkundig, wonach – untermauert durch Statistiken – im Jahr 2030 mehr als 50% der Erdbevölkerung in Großstädten und deren Einzugsgebieten leben werden. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist Ägypten, wo man noch vor 40 Jahren etwa 20 Mio. Einwohner zählte – mittlerweile jedoch alleine in der Hauptstadt Kairo ebenso viele Menschen leben. Dieselbe Tendenz gebe es auch in Europa: Die Einwohneranzahl in den einzelnen Ländern geht generell zurück, während gleichzeitig die Anzahl der Einwohner in den Hauptstädten dramatisch ansteigt. Dies hat zur Folge, dass sich die Anforderungen an die Infrastruktur der Städte und deren Gebäude ändern bzw. steigen. Dazu bedarf es Lösungen der intelligenten Gebäudetechnik, wie sie Siemens anbieten kann. Der Focus der Gebäudeautomation liegt dabei ganz klar auf der Reduktion des CO2-Ausstoßes, sowie der Steigerung der Energieeffizienz. Warum? Einfach erklärt: Gebäude verursachen 40% des Weltenergieverbrauches! Dieser Gesamtenergieverbrauch teilt sich wie folgt auf: 20% in der Planungs- und Bauphase, 80% über den Lebenszyklus eines Gebäudes. Diese Energiekosten wiederum teilen sich auf ca. 20% in der Bauphase und ca. 80% über den Rest des Lebenszyklus des Gebäudes auf. Ausgehend von der Lebensdauer eines Gebäudes von etwa 50 bis 60 Jahren, ist mit intelligenter Gebäudetechnik in diesem relativ langen Zeitraum eine signifikante Einsparung an Energie möglich. Harald Figl appellierte daher an die Anwesenden, schon bei Planung und Installation die mögliche Energieeinsparung zu berücksichtigen.

Neben »sehen, spüren, staunen, lernen« hieß es schlussendlich auch »schmecken« – ein variantenreiches Buffet sorgte dafür, dass der Tag für die Gäste auch kulinarisch gut abgerundet war. Und so lässt sich letztlich berichten, dass es sich beim »Wien-Stopp« der KnowLEDge Tour 2011 um einen höchst informativen und aufregenden Tag handelte, bei dem die Teilnehmer der Veranstaltung mit allen Sinnen voll auf ihre Kosten kamen (Fotos: David Bitzan).

 

www.siemens.com

www.osram.at

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