Schüler werden Industrie-Designer

„Industrie-Design ist ein kreativer Beruf, der Freude macht und hervorragende Chancen bietet“, erklärt Gabriele Schachinger, Abteilungsvorständin für Maschinenbau am TGM. „Wir haben mit der Wirtschaftskammer eine österreichweite Umfrage unter Unternehmen durchgeführt, die eine starke Nachfrage nach diesem Know-how aufzeigt. Das hat uns darin bestärkt, eine solche Ausbildung anzubieten.“ Eine allererste Klasse, die im September begann, war rasch voll besetzt.

Kreativ mit Pinsel und Fräse
Bei Industrie-Design geht es um die Gestaltung von Produkten, um Form, Farbe, Material und Oberfläche. Die Ausbildung erfolgt ganz normal – und daher auch kostenlos – im Rahmen der HTL: Mädchen und Burschen können nach der AHS-Unterstufe oder Neuen Mittelschule das TGM besuchen und schließen nach fünf Jahren mit der Reife- und Diplomprüfung ab. Der Unterricht umfasst technische Fächer wie Design, Materialkunde und Konstruktion, vermittelt aber auch Kenntnisse in Marketing, Werbung und Führungstechnik.
Die Schüler entwerfen ihre Objekte nicht nur, sie stellen sie tatsächlich her, mit eigenen Händen in den Werkstätten des TGM. So kann eine Aufgabe etwa darin bestehen, ein Skateboard zu zeichnen und dann zu bauen – es ist gar nicht so leicht, das Holz in die richtige geschwungene Form zu bringen. Dafür steht eine Modelltischlerei zur Verfügung. Die Schüler können Kunststoff und Metall fräsen oder drehen und mit der computergesteuerten Werkzeugmaschine eigene Schachfiguren gestalten. Und für besonders ausgefallene Ideen gibt es 3D-Drucker.

Mädchen an der Maschine
Die neue Richtung gehört zur Abteilung Maschinenbau. „Mit Industrie-Design möchten wir besonders Mädchen ansprechen, die sich für den klassischen Maschinenbau meist weniger interessieren, aber sehr gut zwischen Kunden und Ingenieuren vermitteln können und quasi zwei Sprachen sprechen“, meint Schachinger, die selbst eine Ausnahmeerscheinung darstellt: Sie ist die einzige Frau in Österreich, die eine HTL-Abteilung für Maschinenbau leitet. „Mädchen drängen oft in typische Frauenberufe, aber mit einem technischen Hintergrund sind die Chancen und Verdienstmöglichkeiten viel besser.“
Karl Reischer, Direktor des TGM, unterstreicht: „Unsere Schülerinnen und Schüler erlernen künstlerische Fertigkeiten, bekommen aber auch eine solide technische Grundlage mit. Das fehlt vielen Designern, die aus der Grafik kommen, aber wenig Ahnung von Material und Fertigung haben.“

Die Kombination von Gestaltung und Technik macht den Beruf besonders zukunftssicher. Reischer deutet auf sein Handy: „Egal, ob es sich um ein Handy oder um ein Sportgerät handelt, um ein Fahrzeug oder um ein medizinisches Instrument, Design wird immer wichtiger. Die gute Form entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.“ Berufliche Chancen eröffnen sich in kleinen und mittleren Betrieben ebenso wie in Großunternehmen, in der Industrie oder im Gewerbe.

Schülerinnen und Schüler, die sich für Industrie-Design interessieren, können an den Tagen der offenen Tür, 11. und 12. November, das TGM besuchen und einen Einblick in die Ausbildung gewinnen.

Über das TGM
TGM – Die Schule der Technik – ist mit rund 2.500 Schülern und 310 Lehrern die größte HTL Wiens und eine der ältesten Österreichs. Die Versuchsanstalt des TGM übernimmt Forschungsprojekte und Prüfaufgaben im Auftrag der Wirtschaft und arbeitet an innovativen Entwicklungen mit. Die Ausbildungen umfassen Elektronik und Technische Informatik, Elektrotechnik, IT, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieur und Kunststofftechnik sowie – seit 2010 – die Richtung Biomedizin- und Gesundheitstechnik. Absolventen sind im Verband der Technologinnen und Technologen weltweit vernetzt.

Quelle: Pressetext / Bild: TGM/Hetzmannseder

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