Rund um sicher

 

Bereits zum siebten Mal findet dieses Jahr die »Elektrosicherheitswoche« statt, deren Sinn und Zweck es ist, mediale Aufmerksamkeit überwiegend für die Gefahren und deren Vermeidung im Umgang mit elektrischem Strom zu erreichen. So betonte etwa der NÖ Landesinnungsmeister Ing. Herbert Berger bei der im Rahmen der Elektrosicherheitswoche stattfindenden Pressekonferenz wiederholt die Wichtigkeit des »FI-Tests«. Laut Berger haben Untersuchungen ergeben, dass bezogen auf die 3,3 Millionen Privathaushalte Österreichs rund 495.000 FI-Schutzschalter defekt und damit brand- und lebensgefährlich sein können – daher bestehe in den betroffenen Haushalten unerkannt latente Brand- und Lebensgefahr! Umso wichtiger sei es deshalb, den Fi-Schalter zu testen – am besten zweimal jährlich bei der Zeitumstellung, da hier sowieso alle Uhren umgestellt werden müssen. Von den Herstellern vorgeschrieben ist dieser Test – der durch den einfachen Druck auf den Prüfknopf des Fi-Schalters erfolgt – übrigens zwei Mal pro Monat!

 

Elektro-Check

Berger führt zudem das Problem überalterter Elektroanlagen vor Augen: So seien
desolate Elektroanlagen die häufigste Brandursache – sie zündeten jährlich 2.700 Brände. Die dadurch entstehenden Sachschäden beziffern sich auf rund 99,6 Millionen Euro und forderten – mitgerechnet die Opfer direkter Stromschläge (10 bis 12 Personen) – 40 bis 50 Menschenleben. Mangels gesetzlicher Prüffristen empfehlen deshalb Elektrotechniker einen Überprüfungsintervall von 10 Jahren für Haus- und Wohnungsanlagen – für Anlagen, die älter sind als 20 Jahre einen fünfjährigen Überprüfungsabstand.

 

Qualitätszertifikat E-Marke

Die »E-Marke als Qualitätszertifikat« für Elektrotechnik-Meisterbetriebe ist Ing. Josef Witke, Landesinnungsmeister Wien einmal mehr ein Anliegen. Primäres Ziel ist es, durch bestimmte Zertifizierungsauflagen das Qualitätsniveau der teilnehmenden Elektrotechnikpartner zu heben und dem Konsumenten innovative, kompetente und zuverlässige Dienstleistungen auch und vor allem in Spezialgebieten zu sichern. Etwa 8.000 Elektrotechniker-Meisterbetriebe Österreichs können sich so grundsätzlich unter dieser Dachmarke zertifizieren lassen – rund 150 österreichische Elektrotechnikerbetriebe haben sich bereits einer Qualitätszertifizierung entsprechend den Anforderungen der e-Marke unterzogen.

 

Bevölkerungsaufklärung

Witke weist des Weiteren auf die im Herbst 2010 erscheinende Broschüre »Bedienen und Instandhalten von elektrischen Anlagen« hin – eine leicht verständliche und umfassende »Bedienungsanleitung« für den sicheren und erlaubten Umgang mit Elektroanlagen im Haushalt. Die laienverständliche Broschüre wird im Herbst als Regelwerk herausgegeben und in allen Elektroinnungen österreichweit erhältlich sein.

 

Thema Blitzschutz

Zum Thema 250 Jahre Blitzschutz bezifferte Ing. Rudolf Reisl, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker, die Schäden, die indirekte Blitzschläge anrichten. Experten schätzen, dass 2008 bei allen österreichischen Versicherungen mindestens 140.000 Geräteschäden mit einer Gesamtschadenssumme von ca. 40 bis 50 Millionen Euro gemeldet wurden. Reisl weist darauf hin, dass gegen solche »Überspannungsschäden« kein Blitzableiter nützt. Lediglich ein Überspannungssysstem sei hier in der Lage, Schäden zu verhindern und so vor hohen Reparaturkosten und unwiederbringlichen Datenverlust zu bewahren – moderne Überspannungsschutz-Konzepte könnten die durch indirekte Blitzeinschläge hervorgerufenen Spannungsspitzen stufenweise wegfiltern.

 

Alarm!

Die angestiegene Einbruchsrate führt laut Ing. Karl Heinz Bradavka, Berufsgruppenobmann der österreichischen Errichter von Alarmanlagen und Sicherheitsexperte der WKO zu einem erhöhten Bedarf bei Alarmanlagen zum Schutz vor Haus- und Wohnungseinbrüchen – die Nachfrage auf diesem Sektor sei von 2008 auf 2009 um 20% gestiegen. Bradavka weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig es sei, sich beim Einbau einer Alarmanlage nur an »befugte Errichter von Alarmanlagen« zu wenden, die mit regelmäßiger Weiterbildung ihr Wissen stets am aktuellsten Stand hielten. Vor den Alarmanlagen-Selbsteinbauprodukten warnt der Expert hingegen – viele solcher Anlagen können von Tätern lahmgelegt oder überlistet werden und bieten daher nur unzureichenden Schutz vor Einbrechern. Zum Thema Sicherheit und Alarmanlagen verweist Bradavka auch auf die Plattform www.sicherdaheim.at – eine Runde hochkarätiger Experten hat die Idee der »Wiener Sicherheitsplattform« geboren und 2010 umgesetzt. Alle qualifizierten Gewerbe, die als Spezialisten einbruchshemmende Komponenten führen, liefern und montieren, haben sich auf dieser »Sicherheitsplattform« zusammen geschlossen. In einem bisher völlig unübersichtlichen Problemkreis bietet sie einfache, umfassende Informationsbeschaffung für Konsumenten, die ihr Heim möglichst einbruchsicher machen wollen.

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