R&M zu Cat 6A

Wir nutzen die Chance, als die R&M-Netzwerktechnik-Expertin Regina Good-Engelhardt die heimische Niederlassung von Reichle & De-Massari besuchte, um unseren Lesern einen Überblick über das Thema Cat 6A(ISO) zu verschaffen. Lesen Sie, worüber sie uns in Kenntnis setzte…

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Frau Good-Engelhardt, worauf müssen Elektrotechniker achten – ist überall Cat6A drinnen, wo sie drauf steht?
Regina Good-Engelhardt, R&M: Im Moment müssen Elektrotechniker genau aufpassen, weil die Situation im Markt ziemlich verwirrend ist. Es gibt drei Spezifikationen für Verkabelungen, die 10GbE unterstützen sollen:
IEEE 802.3an
EIA/TIA Kat. 6A
ISO/IEC Class EA
Dazu gibt es die entsprechende Komponenten Normen: Cat6A und Cat6A(ISO).Manche Hersteller nennen die Komponenten in einem 10G-Verkabelungssystem Cat6A. Aber das bedeutet nicht, dass die Komponenten die entsprechenden Werte erreichen. Daher muss man ganz genau im Datenblatt schauen, was für eine Performance eine Komponente erreicht.

Die Elektronik wird immer empfindlicher – es gibt Stimmen, die behaupten, dass bei Cat6A das Thema »Alien Next« – also die Messgröße, die Störungen auf ein anderes Kabel beschreibt – ein immer wichtigeres wird. Welche Konsequenzen hat das bei der Anschaffung von Produkten?
Good-Engelhardt: Bei geschirmten Produkten ist Alien NEXT im Normalfall kein Problem. Bei ungeschirmten Produkten sind die Abstände zwischen Stecker untereinander und Kabel untereinander entscheidend. Der Hersteller muss definieren, wie nah zusammen die Komponenten sein dürfen. Bei Kabeln wird zum Beispiel der Kabelmantel entsprechend gestaltet, sodass ein Minimalabstand der Leitung eingehalten wird.

Ist Mix & Match unter diesen Umständen überhaupt noch ein praktikabler Weg?
Good-Engelhardt: Für Stecker und Buchsen wurde die Cat6A(ISO)-Spezifikation so definiert, dass dies ermöglicht wird. Der Re-embedded Test stellt sicher, dass die Buchse mit sämtlichen normgerechten Steckern funktioniert. Zwischen Stecksystem und Installationskabeln ist die Sachlage nicht so einfach. Die Spezifikation der Komponenten ist leider nicht so vollständig, um die Interoperabilität zu gewährleisten. Darum kann ein Systemapproach Sinn machen.

Worauf ist bei der Installation von Cat6A(ISO)-Netzwerken generell zu achten?
Good-Engelhardt: Sorgfältige Planung, saubere Installation gemäß Anleitung der Hersteller, qualitativ hochwertige Komponenten, Schonen der Kabel und die Abnahmemessung durchführen.

Welchen Stellenwert hat die Protokollierung und wie sollte man vorgehen?
Good-Engelhardt: Durch die Protokollierung hat der Kunde eine Information über die Qualität der Installation, d.h. ob die Beschaltung richtig gemacht wurde und ob die Installation richtig funktionieren wird. Die Protokollierung ist auch eine Anforderung dafür, unsere 20-jährige oder lebenslange Systemgarantie zu bekommen.

Was sind die häufigsten Fehler, die im Rahmen einer Planung bez. bei der Installation auftreten können?
Good-Engelhardt: Falsche Spezifikation der Komponente, ungeschultes Personal, falsche Dimensionierung, z. B. von Kabeltrasse, Schränke, UP Dose usw., verkehrte Beschriftung, Biegeradien von Kabel nicht eingehalten, aktuelle Software (Grenzwert und Firmware) nicht am Messgerät, Messgerät nicht regelmäßig kalibriert (jeden Tag, und jährlich an den Hersteller zurückschicken) und last, but not least die Kabelbinder sind zu fest angezogen.

Worin unterscheidet sich die R&M-Cat6A-Lösung von denen des Mitbewerbes und worin liegen die Vorteile?
Good-Engelhardt: Ein großer Vorteil des neuen Moduls ist, dass es sehr viel Headroom bereitstellt. Es erlaubt nicht nur viel Reserven an den Komponenten, sondern auch hervorragende Reserven, wenn es um Permanent Link und Channel-Link geht. Das bedeutet mehr Sicherheit für den Kunden und die Datenübertragung mit weniger Fehlern im Netzwerk.
Ein weiterer Vorteil des neuen Moduls ist die Zuverlässigkeit. Der Anschlussprozess ist so gestaltet, dass es egal ist, wer die Installation durchführt – die Performance im Feld wird immer erreicht. Jedes Modul ist 100% in der Produktion getestet worden, um die Qualität zu 100% zu sichern. Jedes Modul wird in einer Schutzhülle geliefert, damit das IDC und die Schneidemesser nicht beim Transport beschädigt werden.
Der Fokus auf Komponenten-Standards ist wichtig, damit man sicherstellen kann, dass Komponenten verschiedener Hersteller nahtlos zusammenarbeiten können. Unser Kat6A-Modul kann auch mit fremden Kat6A-Komponenten kombiniert werden – wir garantieren, dass die Class EA-Performance erreicht wird. Der Kunde hat somit die Möglichkeit der freien Komponentenwahl.

Welche Reserven bietet die Cat6A-Lösung von R&M?
Good-Engelhardt: Obschon das System extrem hohe Reserven aufweist, sind diese nicht allein entscheidend. Ebenso wichtig ist, dass das System möglichst eine gleichmäßige Übertragungsleistung im Feld aufweist.

Gibt es die Möglichkeit, sich schulen zu lassen?
Good-Engelhardt: Diese Möglichkeit bietet das QPP, das Qualified Partnership Program von R&M.

Wann kann man mit dem nächsten Technologie-Sprung rechnen und in welche Richtung wird er gehen?
Good- Engelhardt: Im Moment hat IEEE keine Pläne, die für FO in Entstehung begriffene 40- oder 100GbE- Spezifikation auf Kupfer auszuweiten. Neue High-Speed Anwendungen sind darum noch mindestens fünf Jahre entfernt.

Frau Good-Engelhardt, wir danken für das Gespräch!

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