Stefan Krainer, Andreas Kaider (am Bild) und Norbert Herman haben ihre Kompetenzen im KNX-/DALI-Weiterbildungsbereich vereint und eine zertifizierte Schulungsstätte gegründet. (Bild: www.i-magazin.com)

Neue zertifizierte Schulungsstätte für KNX und DALI:

Praxiswissen von Profis für zukünftige Profis

»Wir tun, was wir lehren und wir lehren, was wir tun.« So lautet das Motto dreier Spezialisten, die wissen, wo es im Bereich KNX und DALI langgeht. Um Interessierte in diesem Bereich noch besser abzuholen, vereinen sie ihr Wissen aus der Praxis und ihre Schulungserfahrung. Das jeweilige Know-how wird in Form einer Schulungsstätte gemeinsam gebündelt, um für mehr Klarheit zu sorgen – denn, Hand aufs Herz: Wie fit sind Sie bei KNX- und DALI-Themen?

Interview: Thomas Buchbauer

Text: Mag. Sandra Eisner

Sie sind seit langem befreundet und üben ähnliche Tätigkeiten aus. So lag es irgendwann nahe, dass Stefan Krainer, Andreas Kaider und Norbert Herman ihre Kompetenzen im KNX-/DALI-Weiterbildungsbereich vereinen und eine zertifizierte Schulungsstätte gründen – das ist nun erfolgt. Im Interview mit dem i-Magazin erklären Andreas Kaider – Systemintegrator bei Eltako Electronics, KNX-Trainer, DALI- und DMX-Spezialist – Stefan Krainer – Systemintegrator und Geschäftsführer SmartHomeKrainer – und Norbert Herman – KNX-Hilfe, www.KNX-Hilfe.at – warum und wie sie eine Zusammenarbeit forciert haben, was sie konkret anbieten und wie man sich bestens für die KNX-/DALI-Zukunft rüstet.

 

„Systemintegrator ist mit Sicherheit ein Beruf der Zukunft, der eine klare Definition mit einer konkreten Ausbildung erfordert. Meiner Meinung nach ist es notwendig, einen eigenen Lehrberuf mit dem Schwerpunkt auf die speziellen Systeme zu verankern – dem entsprechend, was wir mit unseren Schulungen anbieten“, weiß Stefan Krainer – Systemintegrator und Geschäftsführer SmartHomeKrainer. (Bild: www.i-magazin.com)

Meine Herren, Sie bieten in Kürze eine zertifizierte Schulungsstätte zum Thema KNX und mehr an. Welche sind die Hintergründe dazu?

Stefan Krainer: Bedingt durch die Maßnahmen der Corona-Pandemie ist leider auch die Schulungsbranche betroffen und schwer beeinträchtigt. Bereits mit dem ersten Lockdown wurden so gut wie alle Schulungen abgesagt. Hier möchten wir ansetzen und nächstes Jahr gemeinsam unsere Kompetenzen vermitteln – und zwar in Form einer Kooperation, mittels derer wir österreichweit Fortbildungen anbieten.

Andreas Kaider: Wir haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet, doch nun wird es eine Plattform geben, eine zentrale Anlaufstelle. Stefan Krainer wird die Ansprechperson sein, an die sich alle Interessierten an einer KNX-/DALI-Schulung wenden können.

 

Was genau vermitteln Sie, das andere nicht anbieten? Wodurch hebt sich ihr Konzept ab?

Kaider: Wir bieten vier Tage KNX-Kurs an und für den fünften Tag gibt es die Möglichkeit, einen DALI-Basiskurs zu buchen mit 20 % Rabatt. Das heißt, der Interessent bekommt von uns – und das ist einzigartig in Österreich – einen anschließenden DALI-Workshop angeboten und in weiterer Folge gibt es auch einen Intensivkurs. Im Basiskurs wird den Interessenten vermittelt, wie sie in kurzer Zeit zu einer Diagnose kommen.

Norbert Herman: Der Basiskurs vermittelt wertvolles zusätzliches Wissen im Umgang mit DALI. Schließlich kommt es auch immer öfter vor, dass reine DALI-Anlagen gewünscht sind. Doch was uns vor allem von anderen unterscheidet, sind beinahe 50 Jahre KNX-Praxiserfahrung in Summe.

Kaider: Unser Equipment ist auch DALI-2-gerecht ausgestattet, da auch dieses Thema immer präsenter wird.

 

Wird IoT/EnOcean darüber hinaus auch thematisiert?

Kaider: Ja, darauf sind wir vorbereitet und haben EcOcean-Gateways zu den Schulungskoffern bestellt.

 

Bieten Sie Webinare an?

Krainer: Beim Grundkurs ist es schwierig, ich meine, es ist besser, kleinere Gruppen mit weniger Teilnehmern zu bilden, um dafür mehr Platz zu haben – was zwar wirtschaftlich gesehen nicht so effektiv ist, doch der Teilnehmer selbst kann mehr Zeit beanspruchen als in einer größeren Gruppe. Auch der persönliche Aspekt ist so gegeben, schließlich lernt man viel »nebenbei«. Die häufigsten Fragen werden erfahrungsgemäß bei der Kaffeepause gestellt.

Kaider: Ein Webinar macht dort Sinn, wo es keine physische Hardware gibt. In der Technik, wo es Aktoren und Taster gibt, wo man den Programmierknopf drücken und die Haptik spüren will, sollte das vor Ort geschehen.

 

Wo werden die Schulungen angeboten und auf welche Höhe belaufen sich die Kosten?

Krainer: Die Schulungen finden zu marktüblichen Preisen an bestimmten Terminen in einem Seminarhotel statt oder beim Kunden selbst – es kommt oft vor, dass größere Kunden eine Gruppe zusammenstellen, indem sie befreundete Elektroinstallationsunternehmen integrieren für eine Schulung vor Ort.

 

„Wenn ein Unternehmer dafür Sorge tragen will, dass sein/seine Mitarbeiter Smart-Home-Anlagen fachgerecht in Betrieb nehmen können, so muss er entweder in Schulungen investieren oder er holt sich einen Experten zu Hilfe, der die Aufgabenstellung professionell ausführt“, so Andreas Kaider – Systemintegrator bei Eltako Electronics, KNX-Trainer, DALI- und DMX-Spezialist. (Bild: www.i-magazin.com)

Oft wird eine bestimmte Argumentation der Schulung von Mitarbeitern entgegengestellt, nämlich jene, dass die entsprechende Investition verlorengeht, sobald der geschulte Angestellte das Unternehmen verlässt. Wie begegnen Sie solchen Meinungen?

Kaider: Wenn ein Unternehmer dafür Sorge tragen will, dass sein/seine Mitarbeiter Smart-Home-Anlagen fachgerecht in Betrieb nehmen können, so muss er entweder in Schulungen investieren oder er holt sich einen Experten zu Hilfe, der die Aufgabenstellung professionell ausführt – was ja auch legitim ist. Wie beim Autofahren lernt man auch im KNX-Bereich durch Praxis und nicht durch ein Zertifikat. Holt man sich einen Profi an seine Seite, so ist das ja keine Schande. Ist man allerdings öfters als vielleicht ein- oder zweimal im Jahr in diesem Bereich gefordert, weil die Anfrage danach besteht, so ist es sinnvoll, ein oder zwei Mitarbeiter dahingehend auszubilden.

Krainer: Die Gefahr, dass ein Mitarbeiter eine Firma verlässt, besteht immer. Nur deshalb die Innovation in einem Unternehmen zu stoppen, ist der falsche Ansatz. Man bietet im Gegenteil dem Mitarbeiter, den man auf eine Schulung schickt, einen Anreiz zu bleiben, weil er die Möglichkeit bekommt, sich weiterzuentwickeln. Er lernt eine neue Tätigkeit, die ihn auch persönlich weiterbringt, die ihn aus dem Elektrikeralltag heraus auf einen neuen Weg führt. Es ist eine wechselseitige Chance.

 

Welche Meinung vertreten Sie hinsichtlich der Funksysteme als Teil der Zukunft? Ist eine Verkabelung in Zeiten wie diesen wirklich noch notwendig?

Kaider: Es kommt immer auf das Gebäude an. Würde ich heute ein Haus bauen, so würde ich die Verkabelung wählen, weil WLAN oder Funk in manchen Fällen doch fehleranfälliger sein können. Wichtig ist stets eine gute (Vor-)Planung. Vor allem bei WLAN empfehlen viele Experten hinsichtlich Smart Home, bei komplexen Gebäuden ein eigenes Netzwerk nur dafür einzurichten. Man muss auch immer berücksichtigen, was passiert, wenn das WLAN ausfällt. Bei der Verkabelung kann man sich hinsichtlich KNX mit mehreren Linien helfen, fällt eine Spannungsversorgung aus, so gibt es immer noch eine zweite oder dritte Linie, die versorgt und funktioniert.

Krainer: Entscheidet man sich für ein Funksystem, so ist eine vorausschauende Planung (Abstände etc.) unumgänglich. Ein großer Aspekt für die Entscheidungsfindung ist auch jener, dass in den Köpfen vieler Menschen eine Skepsis gegenüber der Strahlung vorhanden ist.

 

Ist »Systemintegrator« ein Beruf der Zukunft?

Herman: Ja, davon bin ich überzeugt. Ich bin nun seit einem Jahr selbstständig und merke, wie viel ein Systemintegrator abseits der KNX-Welt wissen muss – und es wird weiterhin komplizierter. Das heißt aber auch: Wenn man sich mit der Thematik nicht allumfassend befasst, wird man nie in diesen Bereich hineinwachsen.

Krainer: Es ist mit Sicherheit ein Beruf der Zukunft, der eine klare Definition mit einer konkreten Ausbildung erfordert. Meiner Meinung nach ist es notwendig, einen eigenen Lehrberuf mit dem Schwerpunkt auf die speziellen Systeme zu verankern – dem entsprechend, was wir mit unseren Schulungen anbieten. Es wird ein definiertes Berufsbild geben müssen mit einer konkret beschriebenen Ausbildung. Macht jemand heute eine Elektrikerausbildung und schlägt den Weg in Richtung Systemintegrator ein, so ist spezielles Wissen notwendig. Es muss sehr wohl eine elektrotechnische Ausbildung einfließen, aber auch eine aus dem Bereich IT. Somit sollte ein neuer Berufszweig definiert werden.

 

„Der Basiskurs vermittelt wertvolles zusätzliches Wissen im Umgang mit DALI. Schließlich kommt es auch immer öfter vor, dass reine DALI-Anlagen gewünscht sind“, so Norbert Herman – KNX-Hilfe, www.KNX-Hilfe.at – über die Vorteile der angebotenen Schulungen. (Bild: www.i-magazin.com)

Welche Frage im Zusammenhang mit KNX wird in Ihrer Gegenwart am häufigsten gestellt?

Herman: Es herrscht eine große Unsicherheit in Bezug auf die Regel »64 Geräte pro Linie«. Früher war TP64 der Standard, das bedeutet, maximal 64 Geräte pro Linie waren zulässig – funktioniert haben allerdings immer schon mehr, darauf fußt auch die Frage nach der Anzahl. Nun haben sich die Vorschriften geändert, weil sich die Technik weiterentwickelt hat in Richtung TP 256: 256 Geräte sind pro Linie zulässig, die limitierende Größe ist der Stromverbrauch. Mit 1.280 Milliampere zur Verfügung stehendem Strom kann man dementsprechend viele Geräte betreiben, maximal 256, abhängig von der verwendeten Spannungsversorgung.

Krainer: Es werden auch viele Fragen hinsichtlich unserer Unterstützung gestellt: Was macht man, wenn man ein Projekt startet und Probleme hat? Können wir dann helfen? Wir lassen niemanden im Regen stehen und können auch auf der Baustelle weiterhelfen und das Projekt gemeinsam meistern – das machen wir auch mit einigen Elektrikern so.

Kaider: Was oft gefragt wird zum Thema DALI bezieht sich auf ein Gateway, bei dem mit 32 Gruppen geworben wird. In der DALI-Norm ist festgelegt, dass man eigentlich nur 16 Gruppen einstellen kann. Nun ist es so, dass bei DALI die Intelligenz in den Vorschaltgeräten sitzt, es gibt ja keine Aktoren in dem Sinne wie bei KNX. Das bedeutet, die Szene und die Gruppen – die 16 Stück – sind im EVG gespeichert. Diesbezüglich wird oft die Frage nach den beworbenen 32 Gruppen gestellt. Es verhält sich tatsächlich so, dass die 32 Gruppen möglich sind, jedoch die Gruppe 17 bis 32 nicht der DALI-Norm entspricht – ab der Gruppe 17 bis 32 können maximal zwei Leuchten in die Gruppe einfügt werden. Auch hier ist die richtige Planung unumgänglich.

 

Bild: www.i-magazin.com

Was hält die Zukunft aus Ihrer Sicht bereit für User und Anwender?

Kaider: Im Bereich der User kann ich mir vorstellen, dass in den nächsten Jahren das Thema IoT noch präsenter wird. Wenn ich mein Haus verlasse und sämtliche Funktionen zentral abschalte, kann etwa bei der Kaffeemaschine zum Beispiel nicht die Steckdose weggeschaltet, sondern über IoT in den Standby-Modus versetzt werden. Die Vernetzung wird also meiner Meinung nach intensiver werden, nicht nur was Licht, Jalousie, Heizung und Klima betrifft, sondern auch Multimedia, Küchengeräte etc. Ob das sinnvoll ist oder nicht, möchte ich im Raum stehen lassen, aber ich glaube, in dieser Richtung werden Entwicklungen stattfinden.

Krainer: Viele Aspekte kommen ergänzend hinzu. Früher haben viele Kunden nicht gewusst, was alles möglich ist, mittlerweile wird das intelligente Haus immer bekannter. Die Komplexität steigt und somit ist es jetzt an der Zeit, sich weiterzubilden. Für diejenigen, die den Zug »übersehen«, wird es schwierig werden, nachträglich aufspringen zu können. Vor allem durch die Anforderungen der Kunden wird die Komplexität wachsen. Die Wünsche nach Einbindung von Rasenmäher bis zur Gartenbewässerung, nach Wärmepumpenoptimierung, Energiedatenerfassung werden mehr, was durchaus für unseren Job spricht, weil die Anfragen dementsprechend steigen – und so ist es notwendiger denn je, spezielle Schulungen dahingehend zu besuchen.

 

Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Informationen auf:

www.smarthomekrainer.at

Schulungskalender 2021
  • 25. bis 28. 1. 2021: KNX-Grundkurs OÖ
  • 29. 1. 2021: DALI OÖ
  • 22. bis 25. 2. 2021: KNX-Grundkurs Wien
  • 26. 2. 2021: DALI Wien
  • 1. bis 4. 3. 2021: KNX-Grundkurs OÖ
  • 5. 3. 2021: DALI OÖ
  • 8. 3. 2021: KNX Voice Control ABB Wien
  • 9. 3. 2021: KNX X1 Gira Wien
  • 10. 3. 2021: DMX Wien
  • 11. 3. 2021: EnoKNX Eltako Wien
  • 22. bis 25. 3. 2021: KNX-Grundkurs Tirol
  • 26. 3. 2021: DALI Tirol
  • 19. bis 22. 4. 2021: KNX-Grundkurs Wien
  • 23. 4. 2021: DALI Wien
  • 3. bis 6. 5. 2021: KNX-Grundkurs Salzburg
  • 7. 5. 2021: DALI Salzburg
  • 17. bis 21. 5. 2021: KNX-Grundkurs Salzburg
  • 7. bis 10. 6. 2021: KNX-Grundkurs Graz
  • 11. 6. 2021: DALI Graz
  • 21. bis 24. 6. 2021: KNX-Grundkurs Wien
  • 25. 6. 2021: DALI Wien
Kurspreise
  • KNX-Grundkurs 1000,- ex. MwSt.
  • KNX-Aufbaukurs 1000,- ex. MwSt.
  • DALI-Kurs 500,- ex. MwSt.
  • Kombikurs KNX-Grundkurs + DALI 1300,- ex. MwSt.
  • Tageskurse 500,- ex. MwSt.

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