V.l.n.r.: Hannes Rechling, Bernhard Weber und Dragan Skrebic setzen auf das neue Sonepar-Motto: »Mit Ideen. Mit Leidenschaft. Mit Ihnen.«

Das Interview mit dem Management von Sonepar Österreich:

„Mit den Kunden gemeinsam zum Erfolg!“

Logistikzentrum, Abholstandorte, ein innovativer Schauraum und die Übernahme von GFI sind nur einige Schlagwörter, die das vergangene Jahr des Elektrogroßhändlers Sonepar beschreiben. Es gab viel zu tun. Wie man dies alles »unter einen Hut« brachte, lesen Sie im folgenden Interview.

Das Interview führte Thomas Graf-Zoufal.

Text: Mag. Sandra Eisner

»Mit Ideen. Mit Leidenschaft. Mit Ihnen.« – so lautet das neue Motto bei Sonepar. Der Elektrogroßhändler nimmt die Bedürfnisse seiner Kunden ernst und forcierte im vergangenen Jahr zahlreiche Projekte. Auch wenn 2018 noch nicht zu Ende ist, baten wir um einen Rückblick bei Geschäftsführer Bernhard Weber, Ing. Dragan Skrebic, Vertriebsleiter Österreich, und Hannes Rechling, GFI-Geschäftsführer.

Herr Weber, was hat sich im letzten Jahr getan? Welche Neuigkeiten gibt es?

„Wir können jedem Kunden in jedem Bereich, in jeder Branche eine tolle individuelle Leistung anbieten – dafür steht Sonepar, daran arbeiten wir ständig und dahingehend erweitern wir uns auch zukünftig“, so Geschäftsführer Bernhard Weber. (Bild: Sonepar)

Bernhard Weber: Eine der schönsten Neuerungen ist wohl unser adaptiertes Motto »Mit Ideen. Mit Leidenschaft. Mit Ihnen.« Wir haben innerhalb der letzten 12 Monate unglaublich viel geleistet und zahlreiche Projekte erfolgreich vorangetrieben. In Graz wurden zwei Häuser – auf Wunsch der dortigen Mannschaften – zu einer Einheit zusammengeführt. Unser Zentrallager, der Spatenstich dazu erfolgte im März, die Fertigstellung am Jahresende, konnte im Jänner eine bereits größtenteils abgeschlossene Einlagerung aufweisen. Dieses Projekt brauchte viel Aufmerksamkeit und es wurde im Hintergrund viel wertvolle Arbeit geleistet. Wir hatten ein Lager in Wien Nord (Prager Straße), eines in Wien Süd (Großmarktstraße), sowie ein weiteres in Asten bei Linz. Durch die neue Situation des Logistikzentrums in Sattledt wurde das Lager in der Prager Straße nicht mehr benötigt, überdies lief der Mietvertrag aus. In der Himberger Straße (Wien) hatten wir die gleiche Situation, ebenso in der Großmarktstraße und so ist die Sonepar-Zentrale am Gaudenzdorfer Gürtel entstanden. Innerhalb kürzester Zeit musste die Logistik aus 3 Lägern zu einer zusammengeführt werden, ohne der Service- und Dienstleistungen, die wir unseren Kunden anbieten, verlustig zu gehen. Der Gaudenzdorfer Gürtel wurde aufgrund seiner guten Erreichbarkeit gewählt, die öffentliche Anbindung ist gut, die Parkplatzsituation konnte gelöst werden und uns stehen jene Räumlichkeiten zur Verfügung, die wir in dieser Größenordnung benötigen. Außerdem entstanden noch zusätzliche Abholstandorte: die Kirchstetterngasse ist einzigartig mit dem Showroom, in dem Innovationen der Elektrotechnik erlebbar gemacht werden, ebenso der neue Standort in der Abholung Scheydgasse.

Kritische Stimmen bezeichnen das Thema Abholen als ein Kuriosum, das zu teuer ausfällt. Sie setzen durchaus auf Abholstandorte…

Dragan Skrebic: Das Thema Abholen des dringenden, ungeplanten Warenbedarfs ist für bestimmte Kunden speziell in den Ballungszentren noch immer sehr präsent. Es gibt diesbezüglich zwei unterschiedliche Philosophien: Entweder man begegnet dem dringenden Warenbedarf zum Teil über Abholstandorte oder man beliefert die Kunden im Ballungszentrum zweimal am Tag. Dies sind zwei unterschiedliche Ansätze. Wir haben starke Logistiklösungen in der täglichen Belieferung und sind von der komplementären Notwendigkeit der Abholstandorte in den Ballungszentren, speziell in Wien, überzeugt. Der Erfolg gibt uns Recht, deshalb werden wir auch einen vierten Abholstandort eröffnen. Unser Ziel ist es, in Wien ein definiertes Kreuz an Abholstandorten anzubieten: im Norden mit der Scheydgasse, im Süden mit der Großmarktstraße, Mitte-West mit der Kirchstetterngasse und im Osten wird im 22. Bezirk in weiterer Folge auch ein Abholstandort entstehen. Dann haben wir die Stadt Wien in alle vier Richtungen abgedeckt: Man braucht von keinem Startpunkt aus länger als rund 20 Minuten bis zu einem unserer Abholstandorte, um dringend benötigte Ware abzuholen.

Wie geht man aus Sicht eines Elektrotechnikers am besten vor, um von den Servicedienstleistungen seitens Sonepar am meisten zu profitieren?

Skrebic: Je besser bzw. genauer man plant, umso effektiver kann man agieren, umso weniger Leerlauf- oder Stehzeiten, sprich unproduktive Zeiten, fallen an. Auch bei der besten Vorplanung wird es allerdings immer wieder Fälle geben, die kurzfristiges Agieren erfordern. Wir decken beide Bedürfnisse (geplanter bzw. ungeplanter Materialbedarf) optimal ab, z.B. mit unserem 50K-Konzept (über 50.000 Artikel verfügbar) und unserem 6×6-Konzept (Montag bis Samstag bis 18 Uhr online bestellen, am nächsten Werktag österreichweit geliefert) kommen wir den Bedürfnissen des Elektrotechnikers in allen Belangen des geplanten Materialbedarfs entgegen.

Was können Sie uns zum Abholstandort Mitte-West in der Wiener Kirchstetterngasse erzählen? Wie wird der Schauraum angenommen?

Skrebic: Grundsätzlich sind wir mit diesem Standort sehr zufrieden, mit dem Schauraum sammeln wir jeden Monat wertvolle Erfahrungen. Es wurden bereits rund 150 Elektrobetriebe geschult, um den Schauraum und die Produkte zu verstehen.

Einzelne Hersteller haben ihre Stände etwas umgebaut und nutzen den Schauraum bereits als Plattform. Wir werden auch einen Schritt weiter in die digitale Welt gehen, sodass der Schauraum nicht nur physisch besucht werden kann, sondern auch virtuell. Ich gehe davon aus, dass wir mit Jahresende mit dem »Treffpunkt Innovation« auch in der digitalen Welt professionell vertreten sind.

Herr Rechling, wie gestaltete sich für Sie die Übernahme von GFI?

Hannes Rechling: Es war nicht immer einfach, denn die Mitarbeiter wie auch die Kunden waren verunsichert, als sie erfahren haben, dass Sonepar unser neuer Eigentümer ist. Wir haben durch eine gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen versucht, den Sorgen und Nöten zu begegnen, damit sich Kunden sowie Mitarbeiter weiterhin gut aufgehoben wissen. Sonepar selbst hat sehr viel dafür getan, dass wir gut aufgenommen wurden. Es wurde dann rasch Tempo aufgenommen und begonnen, die Niederlassungen zusammenzulegen. Mir persönlich war auch sehr wichtig, den GFI-Mitarbeitern nachhaltig und langfristig eine definierte Zukunft zu geben und das ist passiert.

Weber: Ich glaube, ein ganz entscheidender Faktor war, dass wir schnell vor Ort Präsenz gezeigt haben. Es war für alle Beteiligten und Betroffenen wichtig zu wissen, wo die Reise hingehen würde. Wir hatten vorab einen Zeitplan erstellt und sind diesem entsprechend in der Umsetzung vorgegangen.

Was bedeutet die Zusammenlegung für die Industrie?

Rechling: Wir haben sehr stark auf »fair-play« gesetzt, vorab bereits bei der GFI und auch nach der Zusammenlegung. Wir haben zwei wunderbare Kollegen, Uwe Klingsbigl und Herbert Jagersbacher, die sich mit der Industrie abgestimmt haben in allen Themen. Unser Ziel war die Nachhaltigkeit.

Wie geht man grundsätzlich mit Marken um?

Weber: In der Sonepar-Welt spielen Marken eine große Rolle. Wir werden nicht mit Eigenmarken einsteigen, weil für uns die österreichischen Marken eine große Bedeutung haben und auf Markenqualität setzen wir weiterhin. Wir haben mit Kundenklientelen aus vielen Bereichen zu tun, die alle für sich individuelle Ansprüche und Anforderungen haben. Wir können jedem Kunden in jedem Bereich, in jeder Branche eine tolle individuelle Leistung anbieten – dafür steht Sonepar, daran arbeiten wir ständig und dahingehend erweitern wir uns auch zukünftig.

Skrebic: Wir verfolgen das Ziel, unsere Kunden in der Zusammenarbeit noch erfolgreicher zu machen. Das sind keine Lippenbekenntnisse, wir leben das Thema. So wollen wir etwa die Kundennähe, die GFI auszeichnet, mit der Leistungsfähigkeit von Sonepar kombinieren. Die Herausforderung ist es, dass unser Leistungsspektrum (Sonepar-Konzepte, digitale Lösungen, Marketing- und Logistiklösungen) relativ groß ist und weiterhin wächst.

Abschließend: Wann wird Sonepar Nummer eins in Österreich sein?

Weber: Es war nie unser Ansinnen, Nummer eins zu werden. Unser Anspruch war seit Beginn weg – und daran hat sich bis heute nichts geändert – der beste Elektrogroßhandel zu werden.

Skrebic: Größe bedeutet nicht unbedingt gleichzeitig Stärke. Durch steigende Leistungsfähigkeit kommen Stärke und schlussendliche Erfolg von selbst.

Vielen Dank für das Gespräch!

www.sonepar.at

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