Meisterwerke

 

Der Beleuchtung kommt hier eine zentrale Rolle zu: Insbesondere gilt es schädliche Infrarot- und Ultraviolettstrahlung und hohe Beleuchtungsstärken mit starker Wärmeentwicklung so gering wie möglich zu halten. Werden diese Faktoren beachtet, minimiert sich das Risiko deutlich, dass Farben ausbleichen oder empfindliche Materialien schaden nehmen. Aus diesem Grund erarbeiteten Zumtobel und die Bauherrschaft des Kulturamts der Stadt Lindau für die gastierende Picasso Ausstellung ein neues lichttechnisches Konzept, das eine schonende Beleuchtung der Museumsräumlichkeiten vorsieht.
Viel Wert legten die verantwortlichen Lichtplaner auf eine helle und freundliche Atmosphäre, die Besucher beim Betreten des Museums empfängt. Dazu wurde das zentrale Kreuzgewölbe mit Strahlern versehen, die den historischen Gang sanft und homogen ausleuchten. In den öffentlichen Bereichen und Verkehrswegen, wie Information, Kasse und Museumsshop, setzte Zumtobel auf eine blendfreie Ausleuchtung mit Wand- und Stehleuchten. Das Licht erhellt dabei präzise die zum Arbeiten notwendigen Flächen. Vivo Strahler legen zusätzliche Akzente auf die im Shop zu erwerbenden Artikel.
Für die vierteilige Ausstellungs-Enfilade war eine feinfühlige, konservatorische Beleuchtung mit sehr niedrigen Beleuchtungsstärken gefordert. Das gegebene Tageslicht wird in den Ausstellungsräumen konsequent ausgeblendet, indem die Fensterfronten durch Rigipswände verblendet wurden. Die vorgegebenen Positionen, an denen die künstliche Beleuchtung platziert werden konnte und die oftmals sehr kleinflächigen Bleistift- und Federzeichnungen führten zur Verwendung von sehr engstrahlenden Museumsstrahlern, deren Licht punktuell und fokussiert auf die Werke gerichtet ist.
Die zonale Beleuchtung, die sich rein an den Bildern konzentriert, gepaart mit einem extrem niedrigen Beleuchtungsniveau vermittelt beim Übergang des hell erleuchteten Foyers in die Ausstellungsräumlichkeiten ein ehrfurchtsvolles Gefühl. Das Anlehnen an Stimmungsbilder sakraler Bauten war von Seiten des Kurators Prof. Dr. Roland Doschka erwünscht und wurde durch die – speziell für die Picasso Ausstellung – eingesetzte Beleuchtungslösung vollends umgesetzt.
Das neue Museumskonzept verfolgt den Ansatz, neben der Aufwertung der renovierten Museumsräumlichkeiten, Besuchern zusätzlich die Möglichkeit zu geben, die Ausstellung im renovierten Innenhofcafé Revue passieren zu lassen. Dazu wurde der Verbindungsflur zwischen Foyer und Innenhof mit einer indirekten Beleuchtung aufgewertet. Mit Hilfe eines Lichtbandsystems wird das historische Kreuzganggewölbe des Flurs mit Licht durchflutet und bringt seine bisher verborgenen, architektonischen Qualitäten neu zur Geltung. Auch das Thema Sicherheit kommt im Museum zum Tragen: Für ausreichend Licht im Notfall sorgt in den Bewirtungsräumen eine sehr kompakte und dezente LED-Rettungszeichenleuchte.

 

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