Meilenstein

Die Maßnahmen betreffen Apparate, die allgegenwärtig sind, aber die meisten von uns nie zu Gesicht bekommen. Sie sind im Haartrockner und in der Geschirrspülmaschine, im Lift und in Lüftungsanlagen und bringen Maschinen, Pumpen, Ventilatoren, Förderbänder und vieles mehr zum Laufen – die Rede ist von Elektromotoren, die buchstäblich überall eingesetzt werden.

Stromfresser

Elektrische Motoren sind die größten Stromfresser überhaupt. Gemäß einer neuen Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) sind diese für ca. 45 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Energie, die für Beleuchtungsanlagen – dem zweitgrößten Energieverbraucher – eingesetzt wird. Somit wird der Strom von – mehr oder weniger – jedem zweiten Atomkraftwerk nur für Motoren eingesetzt. Anders gesagt, würde die auf der ganzen Welt vom Neujahrstag bis zum 16. Juni produzierte Energie gerade ausreichen, um die Elektromotoren dieser Welt für zwölf Monate zu versorgen.

Jährliche Einsparung von 135 TWh Strom

Es wird erwartet, dass die neuen Effizienzmaßnahmen für Motoren in der EU bis Ende des Jahrzehnts zu einer jährlichen Einsparung von 135 TWh Strom führen werden, was dem jährlichen Output von 22 Atomreaktoren entspricht. Die Industrie in der EU kann also zu aktuellen Strompreisen jährlich mindestens 12 Milliarden Euro einsparen. Angesichts des Entscheids Deutschlands, innerhalb eines Jahrzehnts aus der Atomenergie auszusteigen, werden Maßnahmen wie diese, welche eine effizientere Nutzung von Energie zum Ziel haben, eine wichtige Rolle dabei spielen, wenn es darum geht, das Wachstum der größten Wirtschaftsmacht Europas ohne Stromlücke voranzutreiben.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Sparpotenziale. Die IEA-Studie, bei der es sich um die erste weltweite Analyse des Energieverbrauchs von Elektromotoren handelt, besagt, dass es sowohl machbar als auch Kosten sparend ist, ca. 20 bis 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Motoren einzusparen, was 9 bis 14 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs entspricht.
Und dabei handelt es sich erst um die Hälfte der möglichen Einsparung beim Stromverbrauch, die durch die Verwendung moderner Technologien bei der Herstellung, Verteilung und Nutzung von Energie erreicht werden könnte. Zudem sind ebenfalls CO2-arme Stromnetze in der Entwicklung, die weit mehr einsparen können, als es mit individuellen Produkten überhaupt möglich wäre. Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis solche »Smart Grids« (intelligente Stromnetze) produktionsreif sind. Dafür müssen aber bereits heute große Investitionen getätigt werden.

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