Leben nach Tschernobyl

Der Zaun ist gebaut, die Pfosten sind gerammt und die ersten PV-Tische mit Modulen stehen schon. Der Bau der Freiflächenanlage für das Kindezentrum Nadeshda ist im Zeitplan und die Vollversorgung des belarussischen Kinderzentrum mit 100 % erneuerbaren Energien ist nur noch eine Frage von wenigen Wochen.

Vor zwei Jahren wurde bereits die Wärmeversorgung von Nadeshda vollständig auf regenerative Energien umgestellt. Die komplette Heizung und Warmwasserversorgung wurde 2015 auf Hackschnitzel und Scheitholz umgestellt. Das Brennholz kommt aus nachhaltigem Anbau.

Der jetzt begonnene Bau der 600 kWp Freiflächenanlage ist der Schritt zu 100 % erneuerbaren Stromversorgung. Das Kinderzentrum Nadeshda hat mit rund 1.000 Mitarbeitern und rund 5.000 Kindern pro Jahr den Verbrauch einer kleinen deutschen Kommune. Mit der neuen Photovoltaikanlage und der Wärmeversorgung aus Biomasse ist Nadeshda die wohl erste Einrichtung in Belarus, die ihre gesamte Energie zu 100 % aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Das ist ein starkes Zeichen für Erneuerbare Energien in einem Land, dass trotz der unmittelbaren Nähe zu Tschernobyl intensiv über den Bau neuer Atomkraftwerke nachdenkt.

Das Projekt »Photovoltaik für Nadeshda« ist rein Spenden finanziert. Von den benötigten 600.000 Euro wurden 400.000 Euro von privaten Spendern, Organisationen und Unternehmen gespendet. Für die restlichen 200.000 hat die Leitung des Kinderzentrums bei einer belarussischen Bank einen Kredit aufgenommen.

Wer ein Zeichen für Erneuerbare Energien setzen will kann für das Photovoltaikprojekt Nadeshda uach spenden. Nähere Informationen finden sich auf der Website der »Freunde-Nadesha«.

 

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