Beleuchtet: das Tobias Mayer Museum. (Bild: Oliver Rieger)

Tobias Mayer Museum in Marbach:

Kontrastreich

Marbach im Kreis Ludwigsburg ist als Schillerstadt bekannt. Der zweite berühmte Sohn neben Schiller ist der Astronom, Kartograph und Mathematiker Tobias Mayer, geboren Anfang des 18. Jahrhunderts. Mayer war u.a. Professor für Mathematik und Leiter der Universitätssternwarte Göttingen, obwohl er nie die Chance für ein Studium bekam. Seit 1988 gibt es in der Stadt am Neckar zu Ehren Mayers ein kleines Museum, das 2018 von Webler + Geissler Architekten (Stuttgart) nach einem Entwurf des Büros Knappe Innenarchitekten (Marbach) erweitert wurde. Die Ausstellungsarchitektur stammt von der Agentur Vista Rasch (Leinfelden-Echterdingen).

Es ist ein Projekt der Kontraste, das in der Marbacher Altstadt verwirklicht wurde. Auf der einen Seite steht das Haus, in dem der später weltberühmte Astronom Tobias Mayer das Licht der Welt erblickte. Ein für Marbachs Gassen typisches Gebäude: eher klein und als Fachwerk errichtet. Daneben entstand ein Neubau, der mit modernen Formen aufwartet. Die Architekten betonen mit ihrer Kubatur die Ecklage des Grundstücks. Archäologischen Befunden zufolge stand dort schon früher ein turmartiges Gebäude, das ihrnen als Inspiration diente. In ihren Grundzügen ist die Architektur monolithisch, aber eine gewisse Kleinteiligkeit in der Ausgestaltung sorgt mit Blick auf die Umgebung für die richtige Balance. Dazu gehören die sechseckigen Fenster, die sich auf die Farbenlehre Mayers beziehen.

Die heutige Ausstellungsfläche hat regelrecht an Größe gewonnen: Waren es einst 18 m², so sind es heute stattliche 118 m². Nicht mit eingerechnet ist der Veranstaltungskeller im Untergeschoss, der für 30 bis 40 Besucher Platz bietet. Zu diesem Raum gibt es einen separaten Eingang. Somit kann die Lokalität auch außerhalb der Museums-Öffnungszeiten genutzt werden.

Im Erdgeschoss geht es um die Themenbereiche Kartografie und Kupferstich. Von hier aus haben die Architekten einen Durchbruch ins Mayer-Haus vorgenommen. Damit sind die alten Museumsräume weiterhin zugänglich. Im ersten Stockwerk wird die Mondforschung von Tobias Mayer präsentiert. Eine Bibliothek und Wechselausstellungen finden die Besucher in der zweiten Etage. Auf einer kleinen Dachterrasse können sie den Blick über Marbach genießen.

Beim Schalterprogramm entschieden sich die Architekten für Gira E2. Das dezente Design und die Geradlinigkeit fügen sich in die Innenraumgestaltung stilvoll ein.

Weitere Informationen unter www.gira.de

Quelle: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

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