Kontaktsicherheit bei Rüttel- und Schockgefahr

Die neuen Sicherungsautomaten der Reihe SU 200 PR besitzen eine einzigartige Klemmentechnologie für Leitungsschutzschalter mit Ringkabelschuhanschluss. Hierbei wurde die klassische Anschlusstechnik durch eine unverlierbare Dual- Gewindeschraube ersetzt, welche dem Anwender einen effizienten und sicheren Verdrahtungsprozess ermöglicht. Die Montage der Anschlussleitung erfolgt nun durch einfaches Anziehen der Klemmenschraube, ohne dass diese vorher aus dem Gerät entnommen werden muss. Ein Verlust der Klemmenschraube ist somit ausgeschlossen.

Sowohl die Schaltstellung (EIN/AUS) als auch die Anzeige der Kontaktposition erfolgt eindeutig und widerspruchsfrei. Über die Stellung des Schaltgriffes und die Rot-/Grün Anzeige ist der Schaltzustand jederzeit sicher erkennbar. Die Rot-/Grün-Anzeige bietet zusätzliche Sicherheit, da immer die genaue Position der Leistungskontakte angezeigt wird. Im Fehlerfall liefert das Gerät somit eine zuverlässige Information über seinen Schaltzustand.

Die Energieverteilung wird in drei Hauptabschnitte unterteilt.  Auch bei angeschlossenem Ringkabelschuh bleibt eine Fingersicherheit von IP20 erhalten. Diese wird auch ohne den Einsatz einer zusätzlichen Abdeckung gewährleistet. Die Reihe SU 200 PR wird wie alle neuen Produkte des Systems pro M compact per Laser mit allen wichtigen Daten bedruckt. Die Zulassungszeichen, das Anschlussdiagramm, die Polzahl, die Auslösecharakteristik und die Bemessungsstromstärke sind im Einbauzustand jederzeit sichtbar. Die Vorteile sind dabei ein kontraststarkes, kratz-, abrieb- und lösemittelfestes Druckbild sowie eine zuverlässige Lesbarkeit.

Die neuen Sicherungsautomaten mit Ringkabelschuh-Anschluss SU 200 PR erweitern das bewährte System pro M compact von ABB im Bereich der UL-zugelassenen Geräte. Die neuen Sicherungsautomaten der Reihe SU 200 PR sind kompatibel zu den entsprechenden Komponenten des Systems pro M compact. Das bekannte und bewährte Zubehör wie z.B. seitliche Hilfsschalter oder Arbeitsstromauslöser ist weiterhin anbaubar.

Die neue Serie SU 200 PR verfügt über folgende technische Spezifikationen und Zulassungen:
• Bemessungsschaltvermögen: 10 kA nach UL 489 / CSA22.2 No.5 (SU 200 PR)
• Bemessungsschaltvermögen: 10 kA nach UL 1077 / CSA 22.2 No.235 (S 200 PR)
• Bemessungsschaltvermögen: 15 kA nach IEC/EN 60947-2 (SU 200 PR und S 200 PR)
• Nennstrombereich von 0,2 bis 63 A
• Leiterquerschnitte von AWG 18 bis AWG 4
• Zulassungen UL, CSA, IEC

UL 489 oder UL 1077?
Häufig richten sich Anfragen nach den UL Standards. In Verbindung mit Schutzschaltern handelt es sich zumeist um die Normen UL°489 und UL°1077. Wie erkennt man, auf welche Norm Bezug zu nehmen ist? Zwei Faktoren sind ausschlaggebend, um die Normen UL°489 und UL°1077 unterscheiden zu können.

Trennung einer Energieverteilung in drei Hauptabschnitte
In der Regel kann ein Energieverteilungssystem wie folgt getrennt werden:
a) Feeder Circuit – der Einspeisebereich einer Energieverteilung vor der ersten Schutzeinrichtung
b) Branch Circuit – der Bereich von den Eingangsklemmen bis zu den Ausgangsklemmen der Schutzeinrichtung des darunter liegenden Branch Circuits
c) Supplementary Circuit – der Bereich von den Ausgangsklemme der Schutzeinrichtung des Branch Circuits über den Zusatzschutz zur Last

Luftstrecken und Kriechabstände
Schutzschalter mit UL-Approbation müssen für Spannungen bis zu 480 V ausgelegt sein. Hinsichtlich der daneben angeordneten Einrichtungen muss zugesichert werden, dass gegenseitige Interaktionen verhindert werden – schlimmster Fall hier: der elektrische Überschlag. Um dieser Erscheinung vorzubeugen, weisen Schutzschalter mit UL-Approbation eine besondere Auslegung im Klemmenbereich auf, die einen Überschlag auf der Fläche oder in der Luft vermeidet.

Da die Schutzeinrichtung des Branch Circuits die erste Einrichtung nach dem Feeder Circuit ist, sind die Anforderungen höher als für einen Zusatzschutz. Diese Anforderungen werden im Standard UL 489 festgelegt. Hier sind die Schutzschalter dazu bestimmt, den Branch Circuit selbst zu schützen. Es muss möglich sein, den Stromkreis von Hand aus- und wiedereinzuschalten. Im Fall der Auslösung infolge des Überstroms muss der Schalter danach spezifischen Tests entsprechen. Schutzschalter sind nach der Terminologie der Underwriter Laboratories (UL) Moulded Case Circuit Breakers (MCCBs) und Schmelzsicherungen.

Die Anforderungen für den Zusatzschutz werden in der UL 1077 festgelegt. Die Leitungsschutzschalter dieses Standards sind insbesondere für den Einsatz als Überstromschutz in Anwendungen bestimmt, wo der Schutz des Branch Circuits bereits vorhanden ist. Die Leitungsschutzschalter des UL 1077 Standards werden für den Schutz von Steuerstromkreisen und Lasten wie Motoren, Beleuchtungsstromkreise etc. installiert.

Dies erklärt, warum die Schutzschalter des Branch Circuits im Gegensatz zum Zusatzschutz viel strengeren Anforderungen gerecht werden müssen. Der Auslegung nach, zeichnen sie sich durch spezielle Trennwände im Klemmenbereich aus und entsprechen damit dem Standard UL 489.

Als Zusatzschutz eingesetzte Leitungsschutzschalter, welche dem Standard UL 1077 entsprechen, können auch ohne Trennwände ausgestattet sein. Diese müssen aber dennoch einen geeigneten Schutz gegen elektrischen Überschlag aufweisen und immer durch einen Leitungsschutzschalter nach UL 489 gesichert werden.

Sicherungsautomaten mit UL Zulassung kommen in für Nordamerika typischen Netzformen zur Anwendung:
1) 120 V einphasig (ohne Trennwände)
2) 120 / 240 V einphasig, 3 Drähte, geerdeter Mittelpunkt (kleine Trennwände)
3) 240 V 3 Phasen Dreieck, 3 Drähte, geerdete Eckpunkte (kleine Trennwände) 4) 277 / 480 V 3-phasig Y, 4 Drähte (große Trennwände)

 

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