Jetzt kommt Google auch nach Hause

Die Fachwelt stellt sich derzeit die Frage, ob Google mit der Vielzahl an neuen Produkten bzw. Ankündigungen auf Künftiges Amazon, Facebook & Co Konkurrenz machen will. In Anbetracht dessen, dass sämtliche Google-Programme und Anwendungen, die man im Alltag nutzt, seit geraumer Zeit Daten untereinander austauschen, ist die Vorgangsweise meines Erachtens nach, nur allzu verständlich. Zum Beispiel werden die Inhalte, die von ihrem Google-Mail-Account gescannten und erfassten E-Mail-Texte, zu Informationen generiert, die wiederum dazu genutzt werden, um in anderen Programmen des Internet-Riesens als zielgenaue Werbung zu erscheinen. Kurzum, in welchem Teil des Google-Planeten Sie auch immer sich aufhalten, sie »genießen« das volle Werbeservice und liefern ständig neue Daten. Künftig auch in ihren vier Wänden. Denn Ende 2016 will der US-Konzern »Google Home« auf den Markt bringen. Das Herz der Anlage soll ein WLAN-Lautsprecher sein, der Funktionen der Haussteuerung übernehmen kann und damit Bereiche wie die Beleuchtung oder die Heizung steuern soll und darüber hinaus den Google-Kalender (eh klar) verwalten, Essen bestellen und im Restaurant einen Tisch reservieren kann. Dass diese Funktionen einen Sinn aus der Sicht von Google haben, liegt auf der Hand. Der Konzern ist bekannt dafür, Daten im großen Stil abzusaugen und sie an die Werbeindustrie zu verkaufen. Doch damit nicht genug – Ihre Informationen sind auch für andere Teile der Wirtschaft interessant. Denn wer künftig zu oft Fastfood über den Google-Dienst bestellt, dem könnte in absehbarer Zeit eine Erhöhung seiner Krankenversicherung ins Haus flattern. Mal ganz abgesehen von den ganz privaten Gewohnheiten in den eigenen vier Wänden, die dann Dank »Google Home« mehr als gläsern sein werden. Der Daten-Gigant hat sich zwar offiziell das Motto »Don´t be evil« auf die Fahnen geheftet – trotzdem muss uns klar sein: Wir sind das Produkt und nicht die Kunden von Google. Alleine in Anbetracht dessen, bin ich froh, dass ich mich für ein Bussystem eines Herstellers aus der Elektrobranche entschieden habe, um mein zu Hause zu steuern. Denn nur dann kann man davon ausgehen, dass verborgen bleibt, wie oft ich in der Nacht in meinem Haus das Licht einschalte, um meinen Bedürfnissen nachzukommen.

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