Jahreskonferenz der Gira Aktiv Partner

Nach einer Erfrischung im Hotel ging es am ersten Abend gemeinsam in den Friedrichstadtpalast. Bekannt für seine großen Revuen und Variétés hat dieser Kulturpalast eine turbulente Vergangenheit hinter sich: Seine Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück – anfänglich als wenig rentable Markthalle. In der DDR wurde das Gebäude für gesellschaftliche Großveranstaltungen und Fernsehproduktionen genutzt. Nach seinem überraschenden Aus wurde der Prachtbau 1984 neu errichtet und gilt heute als Berlins Broadway. Architektonisch ist der Palast von mehreren Stilen beeinflusst: Jugendstil, Art Déco und orientalische Ornamentik. Entsprechend die darin präsentierte Show »The Wyld of Berlin«. The Wyld ist die Liebesgeschichte zweier Wesen zwischen Himmel und Erde, die die Schwerkraft überwinden müssen. Artistisch, tänzerisch und musikalisch erlebten die Gira Aktiv Partner einen atemberaubenden Abend, der mit einer Party im Friedrichstadtpalast endete. Kollegen und Freunde hatten dabei die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, aber auch Fachgespräche zu führen.

Am Folgetag begrüßte Dirk Giersiepen die Gäste im Tagungsraum, bevor Torben Bayer, Gira Leiter Markenentwicklung und Marketing, den Teilnehmern über die zahlreichen Aktivitäten von Gira berichtete, etwa über die immer wichtiger werdende Vernetzung, Social Media und die aktuelle Kompetenz-Kampagne. Für die Vernetzung im intelligenten Haus ist ein entsprechendes Netzwerk zwischen Gira, den Aktiv Partnern und den System-Integratoren die Voraussetzung. Jeder Einzelne muss sich mehr denn je mit dem Endkunden auseinandersetzen. Diese sind durch das Internet bereits sehr gut informiert und deshalb auch kritischer, aber das ersetzt keinesfalls das Beratungsgespräch. Das Internet liefert wertvolle Vorabinformationen, erleichtert durch die Suchmaschine Google. Die Macht von Google darf kein Handwerker unterschätzen, denn Google ist schnell und zuverlässig. Allein die Stichworte Schalter und Steckdosen werden pro Jahr ungefähr 1,2 Millionen Mal angeklickt. Die Begriffe Elektroinstallation und Elektromeister jedoch nur etwa 500.000 Mal pro Jahr. Ein klares Missverhältnis, das sich unbedingt ändern sollte. Darauf muss sich Gira, aber auch das Handwerk einstellen. Große Bedeutung hat trotzdem weiterhin die persönliche Beratung in einem Showroom oder einem Ladengeschäft. Viele Endkunden haben zwar ihre Informationen aus dem Netz, wissen aber bei weitem noch nicht, was es alles an intelligenten Lösungen in der Gebäudetechnik gibt.

Mit der Thematik Social Media hat sich Gira schon sehr früh auseinandergesetzt. Die Ziele der Kommunikation sind klar definiert: Freunde der Marke Gira unterhalten, Service bieten und tagesaktuell informieren, etwa über neue Produkte und Lösungen. Ein Ziel ist die Neukundengewinnung und die Kundenbindung – viele Elektrofachbetriebe und deren Mitarbeiter sind bereits in sozialen Netzwerken vertreten.

Eine zentrale Marketingmaßnahme ist die aktuelle Kompetenz-Kampagne. Ein neuer TV-Spot, Großflächenplakate und Bannerschaltungen in großen Tageszeitungen schaffen Aufmerksamkeit. Endkunden werden für die Marke Gira noch mehr sensibilisiert und somit auch für den Elektromeister und den System-Integrator. Die immer wieder kehrenden Piktogramme bleiben im Gedächtnis. Die Kampagne macht allerdings nur dann Sinn, wenn sich die Elektromeister aktiv daran beteiligen, die Kampagne aufgreifen und in ihrer Stadt und Region weiterspielen. Den teilnehmenden Partnern stellt Gira dafür drei Kampagnenpakete zur Verfügung, mit denen sie den überregionalen Werbeeffekt für ihre Unternehmen nutzen können.
Gira bietet zahlreiche Leistungen an, die von den Aktiv Partnern abgerufen werden können: Kino- oder Buswerbung, die professionelle Telefonansage oder eine Imagebroschüre, die man dem Neukunden beim Gespräch überreichen kann.

Auch die Handwerksbetriebe kommen an Social Media nicht mehr vorbei. Die sozialen Plattformen im Internet haben klassischen Kommunikationsformen viel voraus: weg von der Einbahnstraße für Informationen, hin zum Datenaustausch, ja zum Dialog in Echtzeit. Über Facebook spricht nicht nur Gira die richtigen Zielgruppen an, auch die Elektromeister müssen darin eine Chance sehen. Ziel eines jeden Handwerkers muss sein, dass er über verschiedene Kanäle gefunden wird. Besonders wichtig ist dabei die eigene Homepage. Auch hier gibt es von Gira zahlreiche Hilfestellungen: von der professionellen Erstellung bis hin zur Beurteilung. „In Kürze wird es von Gira Online-Schulungen geben, mit denen sich der Elektromeister selbst ein Zeugnis ausstellen kann über das Niveau seiner Homepage“, so Torben Bayer. Sollte es einen Verbesserungsbedarf geben, können Gira Aktiv Partner auf einen Medienprofi zurückgreifen, der die Unternehmens-Website optimiert. „Wer sich von anderen Betrieben abhebt, ist letztendlich der Gewinner“, fügt Torben Bayer hinzu.

2016 steht für Gira die wichtige Messe Light+Building im Mittelpunkt, aber auch weitere Schulungsmaßnahmen in der Gira Akademie, so Torben Bayer. Angeboten werden Online-Schulungen und Online-Fernlehrgänge, aber auch Präsenz- und regionale Veranstaltungen. Hinzu kommen eine Schulungsreihe mit Experten sowie Schulungsvideos, beispielsweise zum eNet Mobile Gate.

Abschließend wies Torben Bayer darauf hin, dass es in Deutschland und Österreich den Club der Gira Aktiv Partner seit nunmehr 18 Jahren gibt mit 1.270 Mitgliedern und die System-Integratoren seit 10 Jahren mit 182 Mitgliedern, bevor er dem Gast-Referenten Johannes Warth die Bühne überließ.

Witzig, charmant, geistreich und sprudelnd: Johannes Warth, ein Multitalent. Geboren in Oberschwaben bezeichnet er sich selbst als Kabarettist, Clown, Musiker und Überlebensberater. In seinem Vortrag über »7 Schritte zum Erfolg oder wie überlebe ich im 21. Jahrhundert« gab er originelle Denkanstöße und Perspektiven, vor allem wollte er den Zuhörern nahebringen, sich von festgefahrenen Verhaltensweisen zu lösen. Ob ein Tag gut oder schlecht verläuft, liegt häufig an einem selbst. Entscheidend ist, wie jeder das Badezimmer verlässt, denn was man im Spiegel sieht, erleben Mitarbeiter und Kollegen, aber auch Kunden den ganzen Tag. Hat sich ein Kunde schon länger nicht mehr gemeldet und der Elektromeister wundert sich ohne zu handeln, so ist dies die falsche Einstellung. Man muss auf den Kunden zugehen, mit ihm kommunizieren. Ebenso wichtig für den Erfolg ist der Prozess, englisch »Change«. Wird das »g« gegen ein »c« ausgetauscht, so wird daraus die »Chance«. Hinter jeder Veränderung steht eine große Chance, so Johannes Warth.
Der Nachmittag stand den Aktiv Partnern zur freien Verfügung, bevor es am Abend bei einer Schiffstour durch Berlin ging. Nach einer dreistündigen Fahrt erreichten die Teilnehmer die Alte Bolle Meierei. Von hier aus wurde Berlin einst mit frischer Milch und Milchprodukten beliefert. Ein findiger Unternehmer hatte das direkt an der Spree gelegene Gelände Ende des 19. Jahrhunderts gekauft und Carl Andreas Julius Bolle wurde dann mit seinen Bolle-Wagen stadtbekannt. Stadtbekannt müssten jetzt eigentlich auch die Aktiv Partner sein, die dem Motto des 20er Jahre Stils folgten: Bereits auf den Schiffen waren sie elegant-pfiffig gekleidet, was von den Berliner Schaulustigen, die den lauen Spätsommerabend genossen, nicht unbemerkt blieb. Bei kulinarischen Genüssen, Jazz und Swing, Shimmy und Charleston bleibt dieser Abend unvergessen.

Am Sonntag bot sich die Gelegenheit, Berlin aus einer anderen Perspektive zu erleben, nämlich aus dem Bus heraus: Das Theater des Westens, die Volksbühne und der Admiralspalast, das Zeitungsviertel, der Kiez oder der Ku’damm sowie weitere Stationen gehörten zu dieser Tour, bevor es in Clärchens Ballhaus bei einem leckeren Mittagessen hieß: „Wir müssen Abschied nehmen“.

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