Die Sieger des Staatspreises Innovation 2019: In-Vision Digital Imaging Optics GmbH v.l.n.r.: Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws), Florian Posseth, Martha Mühlberger (Montanuniversität Leoben), Michael Steiner, Wolfgang Pferscher, Alon Shklarek, Bernhard Trenz (Geschäftsführer In-Vision Imaging Optics), Margarete Schramböck (Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort), Christof Hieger, Christoph Gamauf. (Bild: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort/APA-Fotoservice/Hörmandinger)

Staatspreis Innovation 2019:

Intelligente Belichtungsmaschine für seriellen 3D-Druck ausgezeichnet

Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck verlieh am Donnerstagabend den Staatspreis Innovation 2019 an die In-Vision Digital Imaging Optics GmbH aus Guntramsdorf. „Der Staatspreis Innovation zeigt auf beeindruckende Art, über welche unternehmerische Vielfalt und über welches Innovationspotenzial der österreichische Wirtschaftsstandort verfügt. So werden die herausragenden Leistungen unserer Unternehmen vor den Vorhang geholt“, betonte Schramböck bei der Verleihung in der Grand Hall des Erste Campus in Wien. „Kooperation, Exzellenz und Internationalität sind entscheidende Faktoren, damit Österreich in die Gruppe der Innovation Leader vorrücken kann. Die heute ausgezeichneten Unternehmen erbringen genau die Leistungen, die es braucht, um den Standort Österreich weiter zu stärken.“

Die In-Vision Digital Imaging Optics GmbH erhält den diesjährigen Staatspreis Innovation für das Projekt »Intelligente Belichtungsmaschine für seriellen 3D-Druck«. 3D-Drucker sind mittlerweile nichts Neues mehr. Meist werden sie aber nur zur Fertigung von Prototypen verwendet; die Serienproduktion greift auf herkömmliche Methoden zurück. Die Firma In-Vision macht nun den nächsten Schritt mithilfe einer optoelektronischen Belichtungsmaschine, kurz »Light Engine«genannt. Bis zu acht Millionen einzeln ansteuerbare Mikro-Spiegel schicken darin hochauflösende UV-Lichtsignale an jene Stellen des zu bearbeitenden Kunststoffs, die an jeweils exakt bestimmten Positionen aushärten sollen. Die 3D-gedruckten Produkte sind dadurch stabiler, weil anders als beim üblichen Schicht-für-Schicht-Auftragen keine Sollbruchstellen entstehen. Die Light Engine kann zur seriellen Fertigung etwa von Schuhen, Zahnimplantaten oder Autoteilen verwendet werden.

Der Staatspreis Innovation wird im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) organisiert und wurde in diesem Jahr bereits zum 39. Mal vergeben.

Nominierungen für den Staatspreis

Neben der In-Vision Digital Imaging Optics GmbH wurden weitere fünf Unternehmen mit einer Nominierung ausgezeichnet:

– Innofreight Solutions GmbH, Bruck an der Mur

Projekt »Smart GigaWood – Innovativer digitalisierter Hochleistungswaggon für Holz und weitere KV-Module«: Dem effizienteren Transport von Rundholz dient ein digitalisierter, leichtgewichtiger Waggon mit vertikalen Streben. Eine Zuladungs-App hilft beim effizienten Beladen.

– Knauf AMF Deckensysteme GesmbH, Ferndorf

Projekt »Rekalzinierung – Der Weg zu Zero Waste«: In jahrelanger Forschungsarbeit hat das Unternehmen ein CO2-neutrales Verfahren zur kompletten Wiederverwertung des betriebseigenen Holzwolle-Abfalls entwickelt.

– Sico Technology GmbH, Bad Bleiberg

Projekt »Siliziuminjektor für die Halbleiterfertigung«: Ein neues Verfahren bringt Injektoren aus hochreinem Silizium für die CVD-Beschichtung hervor; das ist dasselbe Material, aus dem die in der Halbleiterfertigung genutzten und zu beschichtenden Scheiben bestehen.

– Tribotecc GmbH, Arnoldstein

Projekt »Funktionelle Fasern«: Spezifisch entwickelte funktionelle Fasern bringen Metallsulfide an die richtige Stelle: Zwischen Bremsscheiben und -belägen verbessern sie die Reibung und reduzieren Geräusche und Verschleiß.

– USound GmbH, Graz

Projekt »Die weltweit ersten piezoelektronischen MEMS-Mikrolautsprecher«: Im Zuge des Trends zu mikroskopisch kleinen Elektrogeräten gibt es jetzt auch Lautsprecher im Ausmaß von wenigen Kubikmillimetern, die schneller und sparsamer sind.

Sonderpreis Econovius 2019 an Mai International GmbH

Im Rahmen der Staatspreis-Gala verleiht die Wirtschaftskammer Österreich den Sonderpreis Econovius an ein KMU, das sich durch besonders innovative Leistungen auszeichnet. WKÖ-Präsident Harald Mahrer überreichte den diesjährigen Econovius an die MAI International GmbH für das Projekt »Anlage für Schaumbeton (Porenleichtbeton »PLB«)«. Das Kärntner Unternehmen Mai International nimmt sich eines Baustoffs namens Porenleichtbeton (PLB) an. Es handelt sich um einen ökologisch hochwertigen Leichtbeton, der auch in der Herstellung wenig COund Energie verbraucht. Im Hochbau wird PLB unter anderem als Ausgleichsmörtel zum Isolieren eingesetzt, in kalten ebenso wie in warmen Regionen. Die von Mai entwickelte kompakte PLB-Anlage ist ein intern vernetztes Verarbeitungssystem, das kontinuierlich arbeitet und sich intuitiv wie ein Smartphone bedienen lässt. Darin wird der Trockenmörtel Compound aufgemischt und ein Schaum mit exakt bestimmter Konsistenz und Dichte erzeugt. Sämtliche Einzelkomponenten stehen dabei unter permanenter Überwachung, was für Verfahrenssicherheit sorgt. Die Anlage ist derzeit bereits in Japan und Europa im Einsatz.

„Gerade Klein- und Mittelbetriebe leisten mit ihren Innovationen einen wichtigen Beitrag für mehr Dynamik am Wirtschaftsstandort Österreich. Diese Leistungen wollen wir mit dem Econovius, den die WKÖ heuer bereits zum 16. Mal vergibt, vor den Vorhang holen. Die Econovius-Preisträger geben ein eindrückliches Bild davon, wie vielfältig, kreativ und exzellent Innovation in Österreichs Unternehmen gelebt und umgesetzt wird.“, so WKÖ-Präsident Mahrer.

Für den Econovius waren folgende weitere Unternehmen nominiert:

– SY-LAB Geräte GmbH: Weltneuheit für die Untersuchung von Käsereimilch

– surgebright GmbH: Shark Screw – mit Sicherheit, keine Metallentfernung

– Villinger GmbH: Liteheat – Thermal Comfort Like at Home

Sonderpreis Verena 2019 an TDK Electronics GmbH & Co OG

Mit dem von Verbund gestifteten Sonderpreis Verena (Verbund E-Novation Award) werden Unternehmen ausgezeichnet, die in den Bereichen Elektrizitäts- und Energiesysteme, Energieeffizienz/-management, erneuerbare Energien und E-Mobilität innovative Projekte mit Universitäten, Fachhochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen umgesetzt haben. Den diesjährigen Verena Preis erhielt die TDK Electronics GmbH & Co OG aus Deutschlandsberg in Kooperation mit der Graz University of Technology für das Projekt »Cera Charge – erster Solid-State-Akkumulator in kompakter SMD-Technologie«. Plötzlich brennende Handys haben zu einer Schrecksekunde in der Tech-Welt geführt: Offenbar besteht bei Lithiumionen-Akkumulatoren ein Brandrisiko. Die Lösung, die der Elektrokeramikhersteller TDK Electronics mit dem Cera Charge anbietet, ist ein Akkumulator mit einem keramischen Festkörper als Elektrolyt, mit dem die Gefahr von Brand, Explosion oder das Auslaufen von Elektrolytflüssigkeit ausgeschlossen ist. Mit dem auf Vielschichttechnologie basierenden Bauelement können für viele Applikationen die Anforderungen an elektrische Speichermedien nach geringer Baugröße, Wiederaufladbarkeit, Eigensicherheit, einfacher Bestück- und Montierbarkeit, geringen Kosten und hoher Lebensdauer gleichzeitig erfüllt werden. Der Cera Charge ist darüber hinaus in einem Temperaturbereich von -20°C bis 80°C einsetzbar, bis zu tausend Mal wieder aufladbar und zur Erhöhung der Kapazität und Spannung beliebig kombinierbar. Dadurch eröffnen sich Einsatzmöglichkeiten in Geräten für das IoT wie Real Time Clocks, Bluetooth Beacons, Wearables oder Systeme zum Energy Harvesting im Innen- wie im Außenbereich.

Übergeben wurde der Preis von Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzendem Verbund AG: „Dem Verena-Preisträger ist es gelungen, auf kleinstem Raum einen leistungsstarken und zuverlässigen Speicher zu realisieren. Speicher sind eine Schlüsseltechnologie für das Gelingen der Energiezukunft. Mehr volatile erneuerbare Energie und E-Mobilität erfordern mehr Flexibilität im Stromnetz und mehr Energiespeicher. Diese sind ein wesentliches Element, um bis jetzt getrennt betrachtete Sektoren wie Energie, Mobilität und Industrie zu verbinden. Wir halten einen ganzheitlichen Ansatz, der eine Zusammenarbeit über Sektorgrenzen hinweg forciert, für sinnvoll und notwendig. Für das Erreichen der Klima- und Energieziele sind innovative Unternehmen wichtige Partner und Katalysatoren. Die diesjährigen Nominierungen und Preisträger stellen das einmal mehr unter Beweis.“

Für den Sonderpreis Verena waren folgende weitere Unternehmen nominiert:

– EVN AG in Kooperation mit der TU Wien: joulie

– ecop Technologies GmbH in Kooperation mit der TU Wien: Rotation Heat Pump

Die Erste Bank war Partner beim Staatspreis Innovation 2019. Vorstandsvorsitzender Stefan Dörfler betonte im Zuge der Preisverleihung: „Die Erste Bank baut ihre mittlerweile zweihundertjährige Tradition maßgeblich auf ihrer Innovationskraft auf. Nicht zuletzt hat die Geschichte der Bank mit einer Innovation, der Erfindung des Sparbuchs, begonnen. Innovation ist bis heute ein fixer Bestandteil unserer DNA geblieben – so haben wir mit George eine digitale Banking-Plattform geschaffen, die aktuell bereits von fast fünf Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa genutzt wird. Ich bin überzeugt davon, dass Innovation ein Faktor ist, der Tradition erst möglich macht.“

Quelle: APA

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