Industriecharme mit neuer Strahlkraft

Im Jahr 2005 galt es eine neue Nutzung für die Liegenschaft aus den 70er-Jahren zu finden. Im Herzen von Zürich-West gelegen, das sich mittlerweile zu einem kulturellen Hotspot mit dem Industriecharme vergangener Tage gemausert hatte, sollte nicht einfach ein weiterer Bürokomplex entstehen. So wurde auf Basis einer Machbarkeitsstudie beschlossen, das 24.435 Quadratmeter große Toni- Areal in den zentralen Standort für die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zu verwandeln. Beim anschließenden Architekturwettbewerb setzte sich der Projektentwurf des Architekturbüros EM2N durch und mit der Baueingabe im Herbst 2007 wurde der Grundstein für ein ehrgeiziges Um- und Neubauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von CHF 350 Millionen gelegt.

Pünktlich zum Beginn des Herbstsemesters im September 2014 konnten rund 5.000 Studenten, Dozenten und Mitarbeiter die neuen Räumlichkeiten beziehen. Zudem sind 100 neue Mietwohnungen inklusive einem begehbaren Dachgarten und eine Parkgarage mit 240 Parkplätzen entstanden, aber auch Räume für Ausstellungen, Veranstaltungen und Flächen für die gewerbliche Nutzung. Es wurde eine moderne Infrastruktur geschaffen, die nicht nur unterschiedliche Disziplinen an einem Ort in Interaktion treten lässt, sondern auch die Ausbildungs- und Dienstleistungsqualität sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule sichert.

Die Gestaltung des Campus-Gebäudes greift die Architektur des ehemaligen Industriegebäudes auf und lässt dabei einen heterogenen Raum mit unterschiedlichen Interessen entstehen, auch was die Beleuchtung betrifft. Die Lichtkonzeption spielt mit dieser Heterogenität. Sie verfolgt nicht das Ziel, eine gleichmäßige Helligkeit herzustellen, sondern setzt auf die Anordnung der Leuchten in Raumzonen, so dass ein Diskurs zwischen Hell und Dunkel entsteht. Dabei ist die Lichtlösung ebenso fähig zur Transformation wie das Toni-Areal selbst. Einerseits schafft sie ideale Lichtverhältnisse zum Lernen und Kommunizieren, andererseits unterstützt sie das kreative Ambiente und bietet den Studenten das richtige Licht für ihre Ausstellungsflächen.

Die Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser Lichtlösung übernimmt ein modulares Leuchtensystem, das den hohen Anforderungen an Flexibilität und Individualisierbarkeit gerecht wird: Tecton, das mit seiner Vielseitigkeit, Kompatibilität und Erweiterungsfähigkeit innerhalb eines Systems komplexe Funktionen und unterschiedliche Beleuchtungsaufgaben löst. Die Basis des Lichtbandsystems ist eine Trageschiene mit einem integrierten 11-poligen Stromleitprofil. Sämtliche Funktionen wie die Stromversorgung, die Lichtsteuerung und die Anbindung an das Notlicht sind in dieser multifunktionalen Tragschiene eingebunden. So wurden für die Beleuchtung der 1.400 Hörsäle, Seminar- und Schulungsräume über 33 Kilometer Tecton-Schienen verbaut. Zu Spitzenzeiten arbeiteten über 600 Elektriker auf der Baustelle, unter anderem um über 5 .500 Tecton-Lichtbandleuchten zu installieren. Je nach Bedarf kamen unterschiedliche Optiken oder Raster zum Einsatz, die sich auch bei Veränderung der Anforderungen an die Lichtlösung problemlos austauschen oder ergänzen lassen.

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