In schwindelnder Höhe

Schon einmal von einer Bungee-Jump-Absprung-Plattform in den gähnenden Abgrund geblickt? Wenn ja, dann wissen Sie, was es heißt, in einer derartigen Höhe zu stehen und trotzdem schwindelfrei zu bleiben. Deshalb zollen wir den Monteuren, die bei der Modernisierung des Donauturms zum Einsatz kamen, besonderen Respekt. Denn ihrem handwerklichen Einsatz ist es letztlich zu verdanken, dass die Gäste des Wiener Donauturms auch in Zukunft mit dem Aufzug sicher nach oben gelangen. Der Grund, weshalb man sich für eine Erneuerung der Anlage entschied, liegt auf der Hand: Die alten Aufzuganlagen befanden sich bereits seit der Eröffnung des Donauturms im Jahr 1964 in Betrieb. Rund 20 Millionen Besucher beförderten sie letztendlich hinauf auf den Turm und legten dabei eine Strecke von knapp 750.000 km zurück. Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 6 m/s transportieren die Express-Lifte jedes Jahr beinahe 500.000 Menschen und mehr als 100 t Material nach oben. Weil sie ihren Dienst immerhin schon 45 Jahre lang verrichteten, sollten beide Lifte in Zusammenarbeit mit dem Aufzugbauer Kone technisch modernisiert werden. „Der Großteil der Arbeiten wird in der Nacht erledigt, dennoch kommen wir um die Schließtage im Jänner und April nicht herum – dafür wird der Turm danach technisch in neuem Glanz erstrahlen und seine Besucher werden noch schneller, sicherer und bequemer nach oben transportiert”, kündigte Mag. Robert Podebradsky, Geschäftsführer der Turm-Betreibergesellschaft vor Beginn der Arbeiten Anfang dieses Jahres an.
Nach zweijähriger Vorlaufzeit gab es 2008 grünes Licht für das Projekt, das neue Kabinen, eine neue Steuerung und moderne Antriebe samt Stromversorgung vorsah. Nur das Gegengewicht und die Führungsschienen erinnern heute noch an die alte Liftanlage. Nach den Vorbereitungsarbeiten im Jahr 2009 – zu denen unter anderem auch die Verlegearbeiten für die E90-Verkabelung zur Anspeisung der Aufzugsantriebe zählten – startete das von der Donauturm Liegenschaftsverwaltung beauftragte Unternehmen HSG Zander unter der Leitung von Ing. Christoph Achleitner Anfang dieses Jahres die eigentlichen Umbauarbeiten: „Durch die Erneuerung hat der Donauturm nun die erste Liftanlage Österreichs mit »Energieeffizienzklasse A«-Zertifzierung durch den TÜV, die darüber hinaus nahe am Feuerwehraufzug ist.” Ein wesentlicher Punkt, um den Vorschriften zu entsprechen, war, die Stromversorgung der Antriebe mit einer E90-Verkabelung zu realisieren. „Das geschah in unserem eigenen Interesse. Denn sollte die Aufzugsanlage bei einem Brand ausfallen, wäre das eine Tragödie”, unterstreicht Ing. Mario Meyer von der Donauturm Betriebsgesellschaft, der auch die Energieeffizienz der Anlage herausstreicht: „Ein Verbrauchsvergleich durch uns zeigte eine rund 70%ige Energie-Einsparung im Betrieb.”

Höherer Standard als vorgeschrieben

Verbindlich wurde die ÖNORM DIN 4102-12, die den Funktionserhalt im Brandfall definiert, in Österreich bekanntlich im Jahr 2000. „In unserem Fall hätte die Vorschrift eigentlich gar nicht zur Anwendung kommen müssen. Trotzdem haben wir die Behörde eingeladen und eine Lösung ausgearbeitet, die nun Stand der Technik entspricht”, so Meyer weiter. Neben der Erneuerung der Aufzugsanspeisung von den Niederspannungsverteilern im Keller bis zum Maschinenraum am Ende des Aufzugsschachtes entschieden sich die Verantwortlichen auch im Bereich der Sicherheitsbeleuchtung Verbesserungen durchzuführen: „Wir haben zusätzliche Leuchten installiert und in die Verkabelung investiert. Der Turmkopf bestehend aus Terrasse, Kaffeehaus, Zentralgeschoß und Restaurant wurde als eigener Brandabschnitt betrachtet und mit einer E30-Verkabelung ausgelegt.”

Die Lösung

Wenn es um das Thema »Funktionserhalt im Brandfall« geht, wissen Österreichs Elektrotechniker um die Kompetenz von Centrovox Bescheid – also lag es auch im Falle des Donauturms nahe, das Team von Mag. Franz Weichselbaum und Manfred Kobrc mit einzubeziehen. Heinz Kuchar, Prokurist und Produktmanager Kabeltragsysteme bei Centrovox: „Unsere Leistung war die Lieferung der E90-Sicherheitskabeln samt Befestigungstechnik. Unseren Lösungsvorschlägen ging eine intensive Beratungstätigkeit voraus, weil bei der Verlegung von E90-Verkabelungen besondere Richtlinien zu befolgen sind.” Da der Donauturm als »Sonderobjekt« zu betrachten ist, war auch die Kabelverlegung besonders diffizil – Achleitner dazu: „Zwei Kilometer E90-Kabeln mit einem Querschnitt von 95 mm2 auf acht Einzelleiter geteilt, haben eine dementsprechende Masse, die es im Turm unter besonders schweren Verhältnissen zu handhaben galt.” Kuchar ergänzend dazu: „Der Umgang mit derartigen Kabeln sollte wohl überlegt sein – so muss man unter anderem auf die Zuglasten achten und darf sie nicht aus allzu großer Höhe fallen lassen, da es sonst zu Kupferrissen kommen kann und/oder zu Beschädigungen an den lebenswichtigen Brandschutzbandierungen. Aber auch die Verlegerichtlinien sind besonderen Kriterien unterworfen, die es selbstverständlich gilt, einzuhalten.” Von dem im Keller befindlichen Niederspannungsverteiler verläuft die Kabeltrasse nicht immer übliche Wege – aufgrund der bestehenden Brandlasten im unteren Teil des Gebäudes wählte man die Verlegung über das Vordach und damit im Freien, um in weiterer Folge wieder in das Innere des Turms zu gelangen. Da die »BetaFlam«-Kabel von Centrovox aus dem Hause Leoni/Studer über 150 m senkrecht nach oben verlegt wurden, bedurfte es auch entsprechender Trag- und Befestigungssysteme: Die Wahl fiel auf die massiven und verzahnten Systemschienen und Bügelschellen »BetaFixss«. „Der wesentliche Vorteil unseres Pakets ist, dass das System aus Kabeln und Befestigungskomponenten einer E90-Prüfung unterzogen wurde und wir dem Bauherrn damit eine System-Garantie abgeben können”, betont Harald Frasl, Kundenberater bei Centrovox.
Während die Bohr-, Stemm- und Verlegearbeiten in der Nacht über die Bühne gingen, musste der Betrieb der Aufzugssysteme tagsüber aufrecht erhalten werden – Achleitner: „Unsere Montagearbeiten, die wir im oberen Teil des Turms begannen und kontinuierlich nach unten fortsetzten, erfolgten täglich zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens.” Apropos von oben nach unten. Um die Kabeln vor einem Abrutschen im Brandfall zu sichern, setzte man 50 Stück »ABSfixss« Abrutschsicherungs-Elemente, entwickelt von Centrovox, ein: „Sie bilden die praktische Alternative zur Verschwenkung. Hätte man darauf verzichtet, müsste man die Kabeln alle 3 m in die Horizontale bringen, was in diesem Turm zu enormen Platzproblemen geführt und um ein Vielfaches mehr an Kabel gebraucht hätte”, erläutert Kuchar abschließend.
Übrigens, auch die Montagefreundlichkeit des Centrovox-System kann sich sehen lassen – sie trug unter anderem dazu bei, dass die Ausführung in nicht einmal sechs Monaten abgeschlossen war und die TÜV-Abnahme der neuen Aufzüge am 7. Juni – also bereits ein Monat vor dem Zeitplan – erfolgen konnte.

www.centrovox.at

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