Andreas Wirth
Bundesinnungsmeister Andreas Wirth.

Bundesinnungsmeister Andreas Wirth zu den Herausforderungen der Zukunft:

Ich setze mich für Veränderungen ein!

Meine Aufgaben als Bundesinnungsmeister führen mich derzeit landauf, landab zu zahlreichen Seminaren, Events und Branchentreffen – Veranstaltungen, die ich gleichzeitig als »Fact Finding Mission« nutze. Mich interessieren in all den Gesprächen vor allem Themen, die den Branchenteilnehmern aktuell besonders unter den Nägeln brennen. Aber nicht nur das – ich widme mich auch Inhalten, die unsere Zukunft gestalten werden. So ist der Facharbeitermangel sicherlich eines der wesentlichsten Themen, die uns in den nächsten Jahren begleiten werden und wo wir Akzente setzen müssen.

Die Förderung der Jugend ist uns in dieser Hinsicht ein besonders Anliegen. Wir setzen heute bereits Schwerpunkte, um den Nachwuchs zu fördern und werden das sicherlich auch in Zukunft verstärkt tun. Mit den EuroSkills im nächsten Jahr in Graz wird Österreich das Austragungsland der Berufsweltmeisterschaften sein – ein Anlass und eine Möglichkeit, um den Lehrberuf des Elektrotechnikers, jenen Jugendlichen schmackhaft zu machen, die gerade im Begriff sind, sich beruflich zu orientieren. Neben der Jugendförderung erkenne ich aber auch in der Erwachsenbildung – also der Aus- und Weiterbildung der ausgelernten Elektrotechniker – eine hohe Notwendigkeit und Priorität. Ich werde diesbezüglich sicherlich niemals müde, an meine Kollegen zu appellieren, dass sie jede Möglichkeit, sich weiterzubilden – ganz egal ob von der Innung, dem KFE, der Industrie und dem Großhandel – nutzen sollten, damit sie in der Lage sind, mit dem Stand der Technik Schritt halten zu können.

Doch damit nicht genug der Themen: Vor ein paar Tagen schickte die Übergangsregierung den nachgebesserten nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) »#mission 2030« in Begutachtung. Eines der zentralen Themen in dem umfassenden Papier gilt der Erneuerbaren Energie. Damit bin beim ersten der drei aktuellen Aufgabengebiete, denen ich mich in der nächsten Zeit widmen werde. Die Photovoltaik zählt sicherlich zu den wesentlichen Bereichen, mit denen wir uns als Elektrotechniker auseinandersetzen sollten. Mit ein Grund: Die Aufstockung der Fördermittel für erneuerbare Energie auf 36 Millionen Euro pro Jahr war eine der letzten Handlungen der vergangenen Bundesregierung. Statt der bisherigen 9 Millionen für PV-Anlagen stehen nun 24 Millionen Euro zur Verfügung. Auch die Speicherförderung wurde budgetär aufgefettet und ist mit 12 Millionen Euro nun doppelt so hoch wie in der Vergangenheit. Ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere Mitglieder von diesen Fördergeldern besonders profitieren und ein Großteil der Mittel für Anlagen zur Verfügung stehen werden, die bei regionalen Elektrounternehmen in Auftrag gegeben werden.

Ein weiterer Punkt auf meiner Liste ist die Forderung nach einer bundesweiten gesetzlichen Verpflichtung zum Einbau von Rauchmeldern – nicht nur in Neubauten sondern auch in Bestandsobjekten. Als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr werde ich mit meinen Kollegen immer wieder zu Bränden gerufen, bei denen Menschen zu Schaden kommen. In diesen Fällen wird mir immer wieder vor Augen geführt, dass es so weit gar nicht kommen hätte müssen. Viele Menschen, die bei einem Brand verletzt werden oder sogar ums Leben kommen, hätten durch den Einsatz eines Rauchmelders gerettet werden können. Ich habe meine Forderung auch kürzlich in einem ORF-Konkret-Beitrag geäußert und werde dem auch in nächster Zeit bei den entscheidenden Stellen Nachdruck verleihen.

Last, but not least fordern wir eine periodische Überprüfung aller elektrischer Anlagen! Der Grund dafür ist, dass viele Elektroinstallationsanlagen mit der zunehmenden Anzahl an Verbrauchern nicht mehr Schritt halten können. Viele Gebäude aus dem letzten Jahrtausend sind für eine derartig hohe Belastung nicht ausgelegt, wodurch es immer häufiger zu Bränden kommt, die durch eine regelmäßige Überprüfung des Elektrotechnikers vermeidbar gewesen wären. Eine besonders große Gefahrenquelle orte ich in dieser Hinsicht durch die Elektromobilität. Denn so sehr diese Entwicklung auch notwendig sein wird, bedeutet sie, dass es in der Bevölkerung auch zu einer Bewusstseinsbildung kommen muss. Denn wer das Elektrofahrzeug einfach an der Steckdose ansteckt und sich dabei keine Gedanken um eine Anpassung der Elektroinstallation macht, sitzt im wahrsten Sinne des Wortes auf einem Pulverfass.

Wie ihr seht ist eine Menge zu tun. Ich streck mir mal die Ärmel hoch, geh die Themen mit großen Engagement an und lass euch auch in Zukunft aus dem i-Magazin wissen, woran ich dran bin!

Euer Andi

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