Herr der Ringe

Das Autohaus Kamper – mit seinen Niederlassungen in Neusiedl am See, Bruck/Leitha und Eisenstadt – zählt wohl zu den erfolgreichsten Privatbetrieben, die der Volkswagen-Konzern in Österreich in seinen Reihen hat. Über insgesamt 41.000 verkaufte Fahrzeuge darf sich Kamper seit der Gründung des Unternehmens 1960 in Eisenstadt freuen – mehr als 1.000 waren es alleine im letzten Jahr, Tendenz weiter steigend. Damit zählt Kamper aktuell zu den fünf größten Häusern in Österreich.

Wie alles begann

1974 wagte der Firmengründer Josef Kamper den Schritt, einen weiteren Standort zu eröffnen – in einem Gebäude der Neusiedler Straßenverwaltung sollte der Erfolgsrun des mehrmaligen Speedway-Staatsmeisters seine Fortsetzung finden. Kurze Zeit später erwarb Kamper ein Grundstück in Neusiedl und errichtete ein Gebäude, in dem man nach zahlreichen Umbauarbeiten schließlich auch an die Kapazitätsgrenzen stieß und 2008 mit der Planung einer Erweiterung begann. Serviceleiter Alois Gisch im Gespräch mit der Redaktion: „Zum einen gibt es Konzernvorgaben, die wir einhalten müssen und zum anderen sind wir aus allen Nähten geplatzt – deswegen war es notwendig, Maßnahmen zu setzen.”
Die Planungsphase des Ausbaus war beinahe abgeschlossen als die Familie Kamper, die Möglichkeit bekam, ein Grundstück am Rande Neusiedls direkt an der Autobahn zu erwerben. Damit war auch die Idee für einen kompletten Neubau geboren, die nun unter der Leitung von Andreas Kamper vorangetrieben wurde. Andreas Kamper, dessen Herz neben seinem Unternehmen vor allem auch dem Fußball-Traditionsverein Rapid gehört, bei dem er als Sponsor und Präsidiumsmitglied mitmischt, ließ auf rund 30.000 m2 Grundfläche und 6.500 m2 verbauter Fläche ein Autohaus entstehen, das europaweit keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Jetzt geht’s los!

Für die Planung des Gebäudes zeichnete wie in solchen Fällen üblich die Porsche-Immobilien Gesellschaft verantwortlich, die sowohl hinsichtlich des Designs als auch gebäudeseitig eine klare Trennung der Marken VW und Audi umsetzen ließ. Die beiden Verkaufsräume sind nun räumlich getrennt durch eine Glastür verschließbar aber eben über diesen Korridor vom einen Bereich zum anderen begehbar.
Das strenge Auge der Porsche-Holding-Verantwortlichen war auch auf bauliche Details wie die Willkommenswand oder die Steilwand im Audi-Verkaufsbereich gerichtet – ein Objekt, das eine Asphaltstraße darstellen soll. Eines das Gisch aus Ermangelung praktikabler Lösungen schließlich selbst entwarf und in Holzbauweise realisieren ließ.
Klar, dass auch der Außenbereich und hier insbesondere die Beschriftungen und Schilder klaren Richtlinien unterworfen sind. 13 Hebebühnen-Arbeitsplätze im Bereich der Mechanik, acht in der Spenglerei und weitere zwei für den Reifentausch schaffen für das Kamper-Team Möglichkeiten, die man im Sinne der Kunden entsprechend einzusetzen weiß. Damit die nun zur Verfügung stehenden Ressourcen sinnvoll genutzt werden können, musste auch das Team entsprechend wachsen – also schwang sich das Unternehmen auch personalseitig zu neuen Höhen auf: „Hatten wir am alten Standort noch 50 Mitarbeiter beschäftigt, so sind es nun 68 Angestellte, die sich dementsprechend intensiv um die Wünsche der Kunden kümmern können”, betont der verantwortliche Serviceleiter Alois Gisch mit sichtlicher Freude.

Klare Verhältnisse

Als in der Region bekanntes und seit 51 Jahren tätiges Elektrounternehmen bekam schließlich das Elektrounternehmen Expert Pinetz mit seinen rund 100 Mitarbeitern, die in den Niederlassungen in Frauenkirchen und Neusiedl tätig sind, den Auftrag, die Elektroinstallation umzusetzen. Den Ruf, ein verlässlicher Partner zu sein, erarbeitete sich der Expert-Betrieb mit angekoppelter Gas-/Wasser-/Heizungs-Firma nicht zuletzt aufgrund einer Selbstbeschränkung – Erich Pinetz dazu: „Wir sind bestrebt, uns ausschließlich um Projekte zu kümmern, die im Umkreis von 20 Minuten unserer Niederlassungen errichtet werden. Nur so schaffen wir es, unser Service einwandfrei und ohne Reibungsverluste zu gewährleisten, was wiederum zu der von uns erstrebten Kundenzufriedenheit führt.” Im nächsten Jahr soll der Aktionsradius noch einmal erweitert werden – dann nämlich will Erich Pinetz auch das Gebäude des Standortes in Fischamend fertiggestellt haben und die Niederlassung soll in Betrieb gehen.

Partnerschaftliche Beziehung

„Das Elektrounternehmen Expert Pinetz zählt zu jenen Kunden, die das Hager-Sortiment in seiner gesamten Bandbreite zum Einsatz bringt”, freut sich Hager-Österreich-Geschäftsführer Alexander Rupp und fügt dem noch ergänzend hinzu: „Ganz egal ob das tebis-TX-KNX-Sortiment, das Schalterprogramm kallysto, Niederspannungsverteiler, die FI/LS-Produktgruppe oder Brüstungskanäle samt vorverdrahteter Steckdosen – Expert Pinetz greift als Kunde der Großhandelsunternehmen Schäcke und Sonepar auf unser breites Sortiment zurück.”
„Damit hat Hager mit Pinetz einen Partner im Boot, der über ein umfangreiches Know-how auch in der gehobenen Elektroinstallationstechnik zurückgreift”, weiß Ing. Christian Reisacher, Key Account Manager bei Hager Österreich zu berichten. Und diese Aussage ist durchaus begründet – denn neben der Erfahrung und dem Wissen im Bereich der Elektroinstallationstechnik – von der Kabelverlegung über Arbeiten an Freileitungen für EVUs bis hin zu Bereiche wie die Photovoltaik – verfügt der Expert-Betrieb auch über umfangreiche Kompetenz in der KNX-Gebäudeautomatisierung: „Wir waren einer der ersten Unternehmen in unserer Region, die sich mit der instabus-Technik – wie man damals noch zu sagen pflegte – auseinandergesetzt hat. Mittlerweile realisieren wir seit rund 20 Jahren Projekte dieser Art überaus erfolgreich”, betont Pinetz weiter. Ein Argument, dessen man sich auch bei Kamper bewusst war – Alois Gisch dazu: „Das Know-how von Elektro Pinetz ist hier in der gesamten Region bekannt. Und ich gehe davon aus, dass dieses Projekt von keinem anderen Unternehmen aus unserer Gegend, derart reibungslos realisiert worden wäre. Die Burschen haben auch dem enormen Zeitdruck standgehalten – Baubeginn war der 31. Jänner 2011 und am 11. 11. 2011 haben wir eröffnet. Und die Elektrotechnik hat vom ersten Tag an wie am Schnürchen geklappt.”

Der Grund liegt auf der Hand

„Bei der Komplexität dieses Gebäudes ist es gar nicht mehr realistisch auf eine Standard-Elektroinstallation zurückzugreifen”, gibt Erich Pinetz zu bedenken und meint im selben Atemzug: „Nur Technologien wie der KNX-Standard können diesen Aufgaben gerecht werden.” Pinetz, der seit einigen Jahren auf Hager-Technologie zurückgreift, setzte auch im Autohaus Kamper auf die Systemfunktionalitäten der Hager Group. Die Hauptverteilung mit den NH-Abgängen, die Niederspannungsverteiler verdrahtet mit all ihren benötigen Hutschienengeräten wie FI, LS und die KNX Aktiorik wurden mit Unterstützung der Projektabteilung von Hager geplant und umgesetzt. Das elektronische Hirn des Hauses »die Gebäudeautomation mit KNX« und die Bewegungsmelder wurden ebenfalls mit Hager Produkten realisiert. Auch das äußere Erscheinungsbild wurde mit dem Stahlblech-Brüstungskanälen mit den vorverdrahteten Steckdosen, und dem Schalterprogramm der Serie kallysto von Hager geprägt.. Die schlagfesten Aufputz-Steckdosen, von Berker vertrieben durch Siblik und last, but not least die Electraplan-Unterflurtechnik mit Unterstützung von Burisch Elektro ergänzen die Produktvielfalt der Hager Group in diesem Projekt..

Maßnahmen, die Sinn haben

Die Priorität vieler KNX-Projekte gilt in erster Linie der Beleuchtung – auch im Autohaus Kamper kommt diese Funktionalität voll zum Tragen: „In den Ausstellungsbereichen wurden Lichtkreise definiert, um gewisse Fahrzeug-Typen in den Vordergrund zu rücken. Das geschieht, in dem man diese Lichtkreise über die Visualisierung zeitschaltet”, so Reisacher. Apropos Beleuchtung – die zum Einsatz gebrachten und mit Metallhalogendampflampen bestückten Zumtobel-Leuchten für den Ausstellungsbereich müssen unterschiedlichen Kriterien gerecht werden – Reisacher dazu: „In der Audi-Halle herrscht nach Vorgabe des Porsche-Konzerns nicht nur ein höheres Lichtniveau vor als im VW-Bereich – mit insgesamt 11 Lichtgruppen, die über das KNX-System schaltbar sind, hat Audi im Vergleich zu VW mit 4 Lichtgruppen auch hier die Nase vorne.”
Bei Hallen dieser Art ist der Einsatz von Lichtkuppeln gang und gäbe. Ihre Bedienung kann zum einen von Hand erfolgen und zum anderen automatisch passieren – nämlich dann, wenn die Wetterstation am Dach des Gebäudes zu starken Wind bzw. Niederschlag meldet.
Die elektrischen Tore der Werkstätten-Hallen, die sich beim Überfahren der im Boden befindlichen Induktionsschleifen öffnen, finden ebenso Eingang in die Gebäudeautomatisierung: „Wenn die Alarmanlage scharf geschaltet wird, werden auch die Tore automatisch weggeschalten und die Lichtkuppel geschlossen. Aber auch die Beleuchtung kommt in diesem Fall dem Befehl, auf Nachtbetrieb umzuschalten, nach. Kommt es allerdings zu einem Alarmfall wird im gesamten Gebäude das Licht eingeschaltet, um das Verlassen unbefugter Besucher zu beschleunigen”, so Erich Steinhofer, der bei Expert Pinetz für das Projekt Kamper als Techniker federführend war. Apropos Beleuchtung – die Außenbeleuchtung ist über einen Dämmerungsschalter gekoppelt, was letztendlich zu einer Reduktion des Energieverbrauches führt. Denn bei Kamper ist nur dann die Beleuchtung eingeschaltet, wenn es notwendig ist.
Für die Heizung des Gebäudes sollten zwei unabhängige Systeme an einem Strang ziehen – zum einen sorgt die Fußbodenheizung für eine Grundversorgung und zum anderen die Heizlüfter für die bedarfsgerechte Erwärmung bzw. Kühlung des Gebäudes. Wie so oft lässt sich die Lüftungs- und Heizungstechnik allerdings nur bedingt in die Karten schauen – Erich Steinhofer, dazu: „Die Fußbodenheizung ist per Einzelraumregelung Teil des tebis-TX-KNX-Systems – anders ist es bei der Lüftungstechnik. Von diesem Bereich bekommt das KNX-System über eine Schnittstelle ausschließlich Daten zur Verfügung, um etwaige Störmeldungen visualisieren zu können.
Doch damit nicht genug – das KNX-System wird auch vom Beschallungssystem angesteuert, wodurch die Verantwortlichen bei Kamper auf den insgesamt vier Visualisierungsunits, die für das Gebäude freigegeben wurden, stets in die Musikquelle eingreifen und die Lautstärke verändern können. Beschränkungen findet das realisierte KNX-System einzig in der Bedienung von außen – Steinhofer dazu: „Natürlich hätten wir der Firma Kamper gerne eine Steuerung zur Verfügung gestellt, die es z. B. mittels Smartphone zulässt, auf die Funktionen von außen zuzugreifen. Das hat aber leider das Porsche-Netzwerk aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Aber vielleicht ändern sich die Kriterien ja irgendwann einmal – dann können wir diese Form der Bedienung dem Kunden auch im Nachhinein, ohne großen Aufwand anbieten”, so der Elektrotechniker abschließend. Womit er aber auch auf einen wesentlichen Vorteil hingewiesen hat – und das sollte sich mittlerweile unter Österreichs Elektrotechnikern herumgesprochen haben: Das KNX-System ist stets offen für Veränderungen.

www.hagergroup.at

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