Hager on tour stellte 3×1+n FI/LS in einem Baugerät vor

Sind nach EN61439 nun thermische Berechnungen auch bei Wohnungsverteilern durchzuführen oder nicht? Diesen und anderen Fragen ging Ing. Günther Unterweger in den letzten Wochen im Rahmen der Infoabende auf den Grund. Der Hager-Experte bereiste dabei vom Neusiedler- bis zum Bodensee das gesamte Bundesgebiet und informierte die Elektrotechniker Österreichs über Themen wie »Checkliste für die Norm EN 61439« oder auch »Was ist beim FI zu berücksichtigen?«.

V.l.n.r.: Hager-GF Alexander Rupp, Burgenlands Landesinnungsmeister Andreas Wirth und Schulungsprofi Günther Unterweger.Geschäftsführer Alexander Rupp zeigte sich über den regen Zulauf bei den Events sehr zufrieden: „Wir veranstalten die Tour stets nach der Light+Building, um die österreichischen Elektrotechniker über die Neuheiten zu informieren, die in Frankfurt präsentiert wurden. Die diesjährige Tour ist geprägt von großem Interesse und von noch mehr Besuchern als vor zwei Jahren“, freute sich Rupp über den aus der Sicht von Hager steigenden Informationswillen der Elektrotechniker. Apropos Freude – die ließ auch der burgenländische Landesinnungsmeister Andreas Wirth bei unserem Besuch des Hager-Infoabends in Eisenstadt erkennen: „Die Aus- und Weiterbildung hat bei der Innung einen hohen Stellenwert. Deshalb freut es mich umso mehr, dass derartig viele Elektrotechniker den Weg hierher gefunden haben.“ Wirth nutzte auch die Gelegenheit, um seinen Kollegen mitzuteilen, dass die Innung damit beschäftigt ist, ein derzeit im Burgenland grassierendes Problem bei Fertigteilhäusern zu lösen: „Wir wollen nicht genötigt werden, Prüfprotokolle für Häuser zu vergeben, in denen Kabel und Leitungen frei liegen. Ihr könnt sicher sein, dass wir hier bald Ergebnisse vorweisen werden“, gab sich der LIM kämpferisch.

Die Zukunft hat begonnen
Ing. Günther Unterweger begann seinen Vortrag schließlich damit, die Teilnehmer des Infoabends darüber zu informieren, dass ihnen in Bälde eine Veränderung ins Haus stehen wird: „Das Thema der »Energieeffizienz in der Elektroinstallation« wird uns in nächster Zeit intensiv begleiten. In Zukunft werden wir, ähnlich wie bei der Weißen Ware auch bei Installationsprodukten gekennzeichnete Produkte vorfinden.“ Um Energieeffizienz auch tatsächlich gewährleisten zu können, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden: „Messen und Anzeigen wird der Trend der Zukunft sein. Denn nur so haben wir die Chance, festzustellen, wo und wieviel elektrische Energie verbraucht wird“, so Unterweger. Einen weiteren Motor für die Branche erkennt Unterweger im Umgang mit dem Thema »Internet der Dinge«: „In Zukunft werden fast alle Geräte eine Internetverbindung haben und untereinander vernetzbar sein. Neben dem Thema »Energieeffizienz« wird »IoT« jenes Geschäftsfeld sein, das aus meiner Sicht das größte Potenzial haben wird“, schloss Unterweger seine Vorschau auf die Technologie von morgen ab.

Ing. Günther Unterweger präsentierte die Neuheiten von Hager, die erst vor Kurzem auf der Light+Building gezeigt wurden.Die Gegenwart hat einiges zu bieten
Die Gegenwart der Elektroinstallationstechnik wird, so Unterweger weiter, von KNX geprägt sein: „Wir waren 1987 Gründungsmitglied der EIBA und sind heute noch Verfechter des Systems“, ließ Unterweger das Publikum wissen. Mit Quicklink – einer Funklösung basierend auf der KNX-Technik – will Hager nun eine einfache und gleichzeitig kostengünstige Lösung anbieten. Einfach deswegen, weil bei Quicklink zum »Programmieren« keine Software, sondern nur ein Schraubendreher notwendig ist. „Sollte die Funklösung aus irgendeinem Grund nicht zur Anwendung kommen können, bieten wir mit Easylink ein drahtgebundenes System, das bis zu 255 Geräte verbindet und ähnlich kostengünstig ist“, ließ Unterweger die Österreich-Premiere vom Stapel. Der Clou an Easylink sei das eigene Programmiergerät, das statt der ETS herangezogen wird: „Es kommen zwar KNX-Komponenten zum Einsatz, diese werden allerdings mit einem Gerät programmiert, dessen Bedienung an Einfachheit nicht zu schlagen ist. Wir bieten eine perfekte Aktorik mit tollen Applikationen, die einfach umzusetzen sind“, betonte der Hager-Experte. Er stellte schließlich auch den neuen KNX-Messwertgeber vor, der ein Energiemanagement erst möglich macht: „Der Witz dabei ist, dass dem Anwender die Einsparung nicht in kWh sondern in Euro angezeigt wird“, brachte Unterweger den Gästen in Erinnerung, dass die wenigsten Konsumenten mit Leistungsangaben etwas anfangen können – mit Geldbeträgen allerdings sehr wohl: „Und damit hat man im Verkaufsgespräch mit den Kunden ein wesentliches Argument und Unterscheidungsmerkmal zum Angebot des Mitbewerbes.“

Das i-Magazin als Anschauungsobjekt – der Rapid-Schalter als Beispiel für die Individualität der Hager-Schalter.Nach der Präsentation der neuen Schalterserie und des sogenannten »Herdwächters« ging Unterweger dazu über, die Details der EN 61439 darzulegen. So stellte er unter anderem den Hager-Leitfaden für die Spezifikation von Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen vor: „Hier finden Sie unter anderem eine Checkliste, um im Planungsablauf ja nichts zu vergessen“, ließ er das Publikum wissen. Unterweger beruhigte die Elektrotechniker auch, für Wohnungsverteiler keine Wärmeberechnung vornehmen zu müssen: „Sie können sich entspannen – die thermische Berechnung ist nicht notwendig. Der Wohnungsverteiler ist zwar sehr wohl von der Norm betroffen. Die thermische Berechnung beim Wohnungsverteiler ist aber deswegen nicht nötig, weil Sie durch die Bemessung der Vorsicherung mit maximal 50 A gar nicht die Chance haben, den Hager-Kleinverteiler thermisch zu überlasten – und das können Sie auch so in ihre Dokumentation hineinschreiben“, stellte Unterweger klar und vergaß dabei nicht, die Elektrotechniker darauf hinzuweisen, dass ein Verteiler ein Typenschild tragen muss. Nachdem Unterweger darauf drängte, dass künftig ausschließlich FI vom Typ A zum Einsatz kommen sollten, stellte er abschließend sein »Traumprodukt« – den 3×1+n FI/LS in einem Baugerät – vor: „Hager ist der einzige Hersteller, der diese Kombination anbietet. In Verbindung mit einem weiteren FI hat man damit auch der »Önorm 815/2 – Mindestausstattung« Genüge getan – mit einem Wort »a Muaß«“, verkündete Unterweger in seinem charmanten Kärntner Akzent abschließend.

von Thomas Buchbauer

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