Goldenes Licht für Melk

Wirklich sichtbar werden die Neuerungen am Hauptplatz in Melk erst, wenn es dunkel wird. Dann beginnen die neuen LED-Leuchten zu strahlen und tauchen den Hauptplatz in ein warmes Licht. Von den indirekten Stufenleuchten, über die beleuchteten Fassaden bis zu den weiß beleuchteten Schirmen der Schanigärten ergibt alles ein stimmungsvolles Bild. Die Beleuchtung der Hauswände wird durch Scheinwerfer mit einer 180°-Lichtoptik in Fassadenebene erreicht. Weiß beleuchtete Schirme schmücken die Schanigärten der Gastronomiebetriebe rund um den Platz. Diese schaffen durch indirekten Lichtanteil eine Grundausleuchtung bei Nacht.

 

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Golden aufgedampft
Der Lichtdesigner Gunther Ferencsin sieht den Hauptplatz und das Stift in seiner eindrucksvollen Erscheinung als eine Symbiose: „Daher wurde darauf abgezielt, den Hauptplatz in ein warmes, weiches und wohliges Licht zu tauchen. Auf diese Weise ordnet sich der Platz dem Stift unter und gewinnt so durch eine »Wohnatmosphäre« die Sympathie der Besucher.” Diese Wahrnehmung des Lichtes als warm und weich konnte durch eine neuartige Färbung des Reflektors in der Gaslaternen-Leuchte erreicht werden. Erstmals bedampfte AE Schréder die eingesetzten Reflexionsspiegel nicht mit Silberpartikeln sondern mit Gold. Das reflektierte Licht ist trotz des Einsatzes gleicher LED-Leuchtmittel um circa 1.000 Kelvin geringer. Damit liegt die Lichttemperatur bei ungefähr 3.000 Kelvin. Diesen Wert empfindet das menschliche Auge als warmes und angenehmes Licht.

Ihr Statement, bitte!
Auffallend ist das Fehlen aller Mastleuchten am gesamten Platz. Dadurch kommt die Architektur des Platzes besser zur Geltung und wird durch frei stehende Leuchten nicht gestört. Jede einzelne Baumaßnahme wie diese hat das Bundesdenkmalamt auf den Plan gerufen. Die Stadtgemeinde Melk hat mit ihrem Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann einen begeisterten Projektleiter gefunden: „Die Stadt Melk, als Eingangstor zur und als Teil der Welterbe-Landschaft Wachau, hatte durch den Bau des Hochwasserschutzes die Jahrhundertchance, die Melker Altstadt bedingt durch diese Baumaßnahmen neu zu gestalten und damit zu beleben. Eine neue auf ökologischer Basis aufgebaute und in Gruppen steuerbare LED-Beleuchtung war dabei eine ganz wichtige Maßnahme. Diese neue Beleuchtung trägt heute sicherlich dazu bei, dass sich die Stadt Melk als eine der Vorzeigestädte in diesem Bereich positioniert und auf dem besten Weg zu einer »smart city« ist. Als verantwortlicher Projektleiter bin ich durch das Gelingen dieses Vorhabens sehr dankbar.”

Mit nur einem Tablet alles steuern
Die in Gruppen steuerbare LED-Beleuchtung basiert auf dem von AE Schréder entwickelten Telemanagement Owlet. Ein Tablet steuert zentral insgesamt 60 LED-Leuchten am Hauptplatz Melk und an der Bundesstraße B1. Durch die Echtzeitüberwachung stehen innerhalb kürzester Zeit alle Daten wie Energieverbrauch und Schaltzeiten zur Verfügung. Der Begriff Echtzeitüberwachung bedeutet hier, dass durch einen eineinhalbstündigen Überwachungsrhythmus innerhalb kurzer Zeit alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen. Der Nachweis über eine eingeschaltete Leuchte kann leicht erbracht werden. Diese zentrale Steuerung der Leuchten hilft natürlich auch im kreativen Bereich. Veranstaltungen wie Konzerte oder Märkte auf dem Hauptplatz können jetzt in jede passende Lichtstimmung getaucht werden.

Nachhaltigkeit ist immer ein Thema
Owlet bietet dank der eingesetzten Technologien die Möglichkeit, Energiekosten und Betriebskosten zu senken. Die ständige Fehlerüberwachung verringert Wartungskosten. Das intelligente System kompensiert automatisch den mit der Zeit auftretenden Leuchtkraftverlust jeder Leuchte und legt Dimmprofile an. Damit können die Straßen in den ruhigen Nachtstunden mit wenig Licht und während der Rush-Hour stärker beleuchtet werden. In Summe ergeben sich wesentliche Energie-Einsparungspotenzale und die Nachhaltigkeit der Anlage wird erhöht.
Christian Kastner, der verantwortliche Projektleiter von AE Schréder, ergänzt dazu, dass alle Komponenten, bis hin zu den Platinen, einzeln tauschbar sind und somit minimaler Recyclingbedarf entsteht.

So haben die notwendigen Umbaumaßnahmen des Hochwasserschutzes der Stadt Melk auch ein zukunftsweisendes Beleuchtungskonzept mit sich gebracht. Dank Owlet-Steuerung passt sich die Beleuchtung flexibel an die Rahmenbedingungen an und trägt zur Nachhaltigkeit des eingesetzten Beleuchtungssystems bei. Mit den Worten von Michael Zartl, Geschäftsführer AE Schréder: „Das Projekt Melk ist für mich ein faszinierendes Beispiel, welche Möglichkeiten heute bereits in der Außenbeleuchtung umgesetzt werden können.”


Vorteile:

  • Öffnung des Hauptplatzes durch fehlende Mastleuchten bei ausreichender Beleuchtung
  • Erstmaliger innovativer Einsatz eines Goldreflektors für stimmungsvolles Licht
  • Unterschiedliche Beleuchtungsvarianten möglich durch Steuerungssystem Owlet

Projektdetails:

  • Ort des Projektes: Hauptplatz Melk und Bundesstraße B1 bei Melk
  • Typus: Infrastruktur Straßenbeleuchtung
  • Projektgröße: 122 Leuchten, eine Gesamtfläche von über 4.000 m2
  • Realisierungszeitraum: 07./08.2014
  • Gewerk: Außenbeleuchtung
  • Highlight: Das Besondere an diesem Projekt ist der Indirektreflektor Gold aller Gaslaternen auf dem Hauptplatz in Melk

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