Gesetzesflut: Deutsche Versorger stark unter Strom

Der Druck auf die Branche, der aus der Energiewende resultiert, zeigt sich auch bei den Investitionen. Laut der Studie ist die Investitionsstrategie bis 2016 sehr diversifiziert und richtet sich auf die Bereiche Energiedatenmanagement (56 Prozent), Kundenservice (54 Prozent), Smart Metering (62 Prozent) und Smart Grids (47 Prozent) aus. Im Bereich IT wollen die Versorger vor allem in Portallösungen (55 Prozent) und Datenschutz (46 Prozent) investieren.

Vorgaben können viele Versorger nur durch Maßnahmen umsetzen, die in einem permanenten Prozess priorisiert werden. „Außerdem kann die Umsetzung von Regulierungsanforderungen aus nachvollziehbaren Gründen erst dann in Angriff genommen werden, wenn dazu eine verbindliche Beschlusslage durch die Behörden vorliegt”, so Norbert Neumann, verantwortlich für den Bereich Vertrieb im Kernmarkt Energieversorger bei Steria Mummert Consulting.

Wenig Spielraum im Kerngeschäft
Die Bestimmungen sind vielfältig – angefangen bei den EU-Regulierungsanforderungen nach REMIT sowie dem Entwurf des IT-Sicherheitskataloges der Bundesnetzagentur. Aufgrund dieser Regularien haben sich die Investitionsanforderungen für die Versorger erhöht. Sie müssen den Spagat zwischen Geschäftsinvestitionen und »Regulierungs«-Investitionen meistern. Zur Umsetzung sind Kapital und Ressourcen nötig. Der Spielraum im Kerngeschäft wird geringer.

„Die Energieversorger werden in diesem Spannungsfeld aus Regulierung und Wettbewerb neue Geschäftsmodelle und Marktrollen entwickeln müssen”, verdeutlicht Neumann. Dem Branchenkenner zufolge sehen sich die betroffenen Unternehmen in Deutschland zunehmend stärker als Energiemanager und Infrastrukturdienstleister. „Diese veränderte Rolle setzt industrialisierte Prozessabläufe über alle Prozessschritte bis zum Endkunden voraus.”

Quelle: Pressetext

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