Gebäudesanierung als Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele

Jetzt bezieht das Gebäude100 Prozent erneuerbare Energie aus Ökostrom und aus einer eigenen 71,1-Kilowatt-Photovoltaikanlage, hat seine benötigte Fernwärmeleistung um über vier Fünftel (83%) reduziert und punktet mit innovativen Lösungen in den Bereichen Klimatisierung, Heizung und effizienter Energienutzung. Der Klima- und Energiefonds unterstützte die Realisierung des ehrgeizigen Projekts aufgrund seiner Vorbildwirkung mit der höchsten je vergebenen Fördersumme im Rahmen des Mustersanierungsprogrammes. Die beindruckende Bilanz: Mit Förderungen in der Höhe von 800.000 Euro konnte in Summe eine Reduktion von 178 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr erzielt werden – das entspricht rund 160.000 nicht gefahrenen LKW-Kilometern, also knapp vier Erdumrundungen.

„Mit klugen Sanierungen, wie es das WIFO hier in Wien umgesetzt hat, kommen wir der Erreichung der Klimaziele einen bedeutenden Schritt näher: Gerade der Gebäudesektor muss langfristig planen, denn Gebäude, die heute saniert werden, legen die Emissions-Standards der nächsten rund 40 Jahre fest. Nun braucht es viele Nachahmer, die es dem WIFO gleich tun”, appelliert Umweltminister Andrä Rupprechter.

Neue Standards durch Förderung des Klima- und Energiefonds ermöglichtGebäude rangieren bei einer Reihung von Treibhausgasemittenten an vorderer Stelle. Der heutige Sanierungsstandard legt die Emissionen der Gebäude für die nächsten 40 Jahre fest. Durch die Beispielwirkung der Mustersanierung (wie hier im Bild das Hauptgebäudes des WFIO in Wien) sollen wesentliche Impulse für die Verstärkung der Sanierungstätigkeit auf Best-Practice-Standard gesetzt und der optimale Einsatz erneuerbarer Energietechnologien forciert werden.
Im Rahmen der Sanierung wurde das Bestandsgebäude mit 3.670 m2 umfassend thermisch-energetisch saniert. Weitere Maßnahmen waren der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie die Optimierung der Heizungsanlage und Beleuchtung. Darüber hinaus wurde auf den Dächern des Hauptgebäudes und des Nebengebäudes eine Photovoltaikanlage installiert. Das Projekt qualifizierte sich so für die äußerst strengen Kriterien der Mustersanierungsförderung.
„Dem WIFO gebührt Lob und Dank: Die Sanierung des Büros ist nicht nur für unser Mustersanierungsprogramm ein Meilenstein, sondern setzt durch einen klugen Mix aus innovativen Einzelmaßnahmen neue Maßstäbe und zeigt Zukunftslösungen für nachfolgende Projekte im Sektor Bürogebäude auf”, lobt Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

1 Million Euro Sanierungs-Investition schafft 14 neue Arbeitsplätze
Das Sanierungspotential in Österreich im Bereich Bürogebäude ist groß. Vorzeigeprojekte wie das WIFO-Gebäude zeigen das Einsparungspotential für Unternehmen deutlich auf, doch auch gesamtökonomisch betrachtet bieten sich große Chancen, betont Karl Aiginger, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes: „Je Million Euro Investition in thermische Sanierung werden rund 14 Beschäftigungsverhältnisse gesichert oder geschaffen. Wenn wir eine Sanierungsrate von nur 3 Prozent erreichen würden – also 255 von 8.500 Gebäude jährlich zumindest auf Niedrigenergiestandard bzw. sogar auf Passivhausstandard sanieren – entspräche das rund 9.000 gesicherten oder geschaffenen Arbeitsplätzen. Eine Sanierungsoffensive im Wohn- und Bürobau stärkt Wachstum und Beschäftigung und ist zur Erreichung der Klimaziele notwendig.”

Hintergrundinformationen zum Klima- und Energiefonds
Der Klima- und Energiefonds wurde 2007 durch die Bunddesregierung ins Leben gerufen, um neue, innovative Wege für den Klimaschutz und eine nachhaltige Energiewende zu entwickeln. Die Förderungen fließen in Klimaschutz- und Energieprojekte aus den Bereichen der Forschung, der Mobilität und der Marktdurchdringung. Eckpfeiler aller Maßnahmen sind Nachhaltigkeit und Effizienz.
Die Sanierung des WIFO-Gebäudes wurde im Rahmen des Programmes »Mustersanierung« gefördert. Der Klima- und Energiefonds legt bei diesen best-practise-Beispielen besonderen Fokus auf einen möglichst hohen Einsatz erneuerbarer Energien, den Einsatz klimaschonender Rohstoffe und Produkte bei der Sanierung, technische und ökonomische Multiplizierbarkeit, Maßnahmen zur Energieeffizienz, keinen oder geringstmöglichen Kühlbedarf sowie einen hohen Innovationsgehalt. Eine Mustersanierung verfolgt aber auch andere Ziele, wie etwa Komfortsteigerung und damit verbunden erhöhte Lebens- bzw. Wohnqualität. Mittlerweile hat der Klima- und Energiefonds mehr als 56 Mustersanierungen unterstützt, die nun als Vorzeigeprojekte Zukunftslösungen aufzeigen und als Leuchttürme für Nachahmer fungieren.

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