Busch-Jaeger bringt die erste zertifizierte Sprachsteuerung für die KNX-Gebäudeautomation auf den Markt, die mit allen drei großen Anbietern von Sprachassistenten kompatibel ist.

ABB bietet mit Busch-VoiceControl eine Lösung für alle drei Sprachassistenten:

Es hat »Klick« gemacht!

„Sprachsteuerung ist ein Thema, das nicht erst seit heute in aller Munde ist und es wird jetzt gerade einer der Megatrends der nächsten Jahre“, sind sich die beiden Experten Thomas Lenitz und Daniel Valicek von ABB sicher, als wir sie besuchten, um ihnen auf den Zahn zu fühlen, was ABB auf diesem Gebiet zu bieten hat. Die Antwort darauf liegt auf der Hand: Eine Menge – schließlich erkannte ABB den Hype bereits in einer frühen Phase und präsentierte anlässlich der Light+Building im Frühjahr 2018 ein Tool, das für Aufsehen sorgte.

von Thomas Buchbauer

Alexa, Siri & Co. haben bei so manchen Konsumenten bereits das Sagen. Denn mittlerweile nutzen nicht mehr ausschließlich die Early Adopter das Tool, um dem Smartphone oder dem Smartspeaker Befehle zu erteilen oder sich von ihm bzw. von ihr Informationen geben zu lassen. Es ist komfortabel, nützlich und bedienerfreundlich – genau jene Attribute, die dazu führten, dass Steve Jobs mit seinem iPhone vor rund elf Jahren die Welt veränderte. Warum sollte nicht auch die Sprachsteuerung das Zeug dazu haben?

Thomas Lenitz und Daniel Valicek haben den Durchblick – die beiden ABB-Experten sind nicht nur technisch am letzten Stand der Dinge. Sie sind auch im ständigen Austausch mit den Elektrotechnikern Österreichs und wissen daher um deren Bedürfnisse: „Die Fachbetriebe sind in letzter Zeit immer häufiger von den Konsumenten auf Sprachsteuerungssysteme angesprochen worden. Amazon ist mit Alexa laufend in den Medien – sei es durch die Berichterstattung oder durch die Werbung – vertreten. Aber auch die Apple-User gehen dazu über, immer häufiger Siri einzusetzen. Das hat zur Folge, dass die Konsumenten auch ihr Smart Home mit den Sprachassistenzsystemen steuern wollen“, klärt uns Lenitz zu Beginn unseres Gesprächs auf.

Der Schlüsselwerbespot, der dazu führte, dass immer mehr Konsumenten Interesse zeigten, eine Sprachsteuerung in Verbindung mit Smart Home-Funktionen realisieren zu wollen, war laut Lenitz jener mit dem Slogan »Alexa, Licht aus!« „Da hat es nicht nur beim Licht sondern auch bei den Konsumenten »Klick« gemacht“, so Lenitz. Dem kann Valicek nur beipflichten und meint, dass Amazon einen großen Beitrag geleistet hat, Sprachassistenten bekannt zu machen: „Amazon hat mit dem Echo-Sortiment sprachgesteuerte Lautsprecher auf den Markt gebracht, die einerseits günstig sind und andererseits durch die gewaltigen Kampagnen weltweite Bekanntheit erlangten. Das hat schließlich auch dazu geführt, dass Sprachsteuerungen salonfähig wurden.“

Auch die IFA in Berlin, die kürzlich rund 245.000 Besucher anlockte, hatte ein zentrales Thema – nämlich Smart Home. Und in diesem Zusammenhang stand das Thema »Sprachsteuerung« im Fokus vieler Aussteller – unter anderem auch in jenem von ABB: „Im Unterschied zu vielen anderen Herstellern, können wir mit Busch-Jaeger eine Komplettlösung anbieten – das macht für den Kunden Sinn“, erklärt Lenitz, der uns darüber hinaus sein Kurzresümee der IFA liefert: „Das Thema Sprachsteuerung hat definitiv zu den Highlights aus der Sicht der Besucher gezählt!“

Alexa war der »Türöffner«

ABB hatte mit Busch-free@home – dem innovativen Smart Home-System von Busch-Jaeger – bereits Erfahrungen im Bereich der Sprachsteuerung gesammelt – Valicek dazu: „Busch-free@home verfügt bereits seit Ende 2016 über ein autark agierendes Sprachsteuerungssystem innerhalb der dazugehörigen App, das alle free@home-Funktionen abdeckt, allerdings kommuniziert es eben unabhängig von Siri, Alexa & Co mit dem Hausbesitzer. Trotzdem es ein selbstständig funktionierendes System ist und die großen Sprachassistenten in der Nutzung außen vor lässt, wurde es von unseren Kunden angenommen. Als Alexa die Welt eroberte, wuchs der Wunsch der Konsumenten, auch ihr Smart Home per Sprachassistenten zu steuern, merkbar“, so Valicek über die Entwicklung.

Lange Rede, kurzer Sinn: ABB nutzt den Hype rund um Alexa auch für seine Partner im Handwerk und präsentierte anlässlich der Light+Building im Frühjahr 2018 ein System mit der Bezeichnung Busch-VoiceControl. Dabei handelt es sich um ein Produkt, das mit den drei großen Marktführern unter den sprachgesteuerten Geräten kompatibel ist: Echo (Amazon), Home (Google) und HomeKit (Apple). Die Kompatibilität alleine macht es aber nicht aus: „Um das noch einmal heraus zu streichen – wir verfügen über ein »Apple-HomeKit zertifiziertes« Gerät. Mit anderen Worten: In unserem Reiheneinbaugerät befindet sich ein von Apple zertifizierter Chip, der die KNX-Anlage ein vollwertiger Teil der Apple-HomeKit-Welt werden lässt.“, so Valicek weiter. „Trotzdem können natürlich sowohl der Google Home als auch Amazon Echo parallel oder auch alleine genutzt werden“, fügt er dem im Anschluss noch hinzu.

Obwohl die Sprachbefehle, die im Busch-VoiceControl angelegt werden, für alle drei Systeme gelten, sind die eigentliche Sprachkommandos natürlich am Ende vom gewählten Assistenten abhängig: „Wie genau man bei den Sprachbefehlen spezifizieren muss mit welchem Verbraucher man welche Aktion durchführen will liegt natürlich nicht in unserer Hand. Apple’s Siri ist hier zum Beispiel nicht sehr anspruchsvoll und kann zum Teil auch unvollständige Behle richtig interpretieren, aber grundsätzlich bedarf der Umgang mit jeder Sprachsteuerung eine gewisse Einarbeitungszeit“, lässt uns Valicek wissen.

Alleinstellungsmerkmal von ABB

Für Thomas Lenitz hat ABB damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „Wir haben mit Busch-VoiceControl ein System, das einmalig ist am Markt – uns ist kein anderes System bekannt, das mit allen drei Sprachsteuerungen kompatibel und zertifiziert ist. Apropos kompatibel – in der Praxis bedeutet das, dass ein und dasselbe Gebäude in einem Moment mit Siri und im nächsten mit Home oder Echo spricht bzw. auch in jeder anderen beliebigen Reihenfolge.

„Der Systemintegrator definiert bei der Programmierung des Busch-VoiceControl über welche Gruppenadressen zum Beispiel das Deckenlicht im Wohnzimmer KNX-seitig erreichbar ist und über welche Gruppenadresse der aktuelle Status übergeben wird. Dieser Befehl »Wohnzimmer Deckenlicht« funktioniert daraufhin mit allen Sprachassistenten“, so Valicek, der uns schließlich verrät, dass es doch Unterschiede gibt: „Die Apple- und die Amazon-Sprachassistenten unterstützen mehr Arten von Befehlen als das bei Google der Fall ist – so unterstützt Letzterer zum Beispiel derzeit keine Jalousiefunktion. Wobei ein derartiges Manko mit einem Software-Update theoretisch schnell behoben ist.“

Nicht nur die Marktaufbereitung von Amazon, Apple und Google machen Thomas Lenitz und Daniel Valicek optimistisch, dass die Sprachsteuerung bei den Konsumenten immer häufiger zum Einsatz kommen wird – auch das Feedback der Elektrounternehmer, die von der Nachfrage der Konsumenten begeistert sind, deutet darauf hin, dass die Features von Busch-VoiceControl beim Enduser Anklang finden werden.

Einsatzbereiche sind vielfältig

Für Lenitz und Valicek steht außer Frage, dass die Nutzung von Sprachsteuerungen dazu führt, dass einerseits die Bedienung über Smartphones und andererseits auch über Touchpanels nachlassen wird: „Wer die Sprachsteuerung nutzt, wird relativ rasch feststellen, wie komfortabel dieses Tool ist und andere Bedieneinheiten eher außen vor lassen“, teilt Lenitz seine Erfahrung mit uns. Apropos nutzen – die ersten Projektanfragen von Österreichs Elektrotechnikern gibt es bereits: „Die Nachfrage kommt derzeit einerseits aus dem klassischen Einfamilienhausbereich und anderseits für Projekte, die für betreutes Wohnen genutzt werden. Denn für Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen bietet die Sprachsteuerung nicht nur eine Komfortverbesserung sondern eine Maßnahme, die man sicher lebensverbessernd bezeichnen kann“, gibt Valicek zu bedenken und fügt dem noch hinzu, dass er der Meinung ist, dass die Hürde, einfach zu sagen, was man will, gering ist. „Damit kann ich mir den Einsatz auch im Altenbetreuungsbereich gut vorstellen. Für Menschen, für die die Benutzung eines Smartphones eine Hürde darstellt, kann die Sprachsteuerung eine sinnvolle Alternative bieten“, ergänzt der Trainer von ABB. Ähnlich sieht es auch Thomas Lenitz: „Ich vermute, dass wir derzeit noch gar nicht alle sinnvollen Anwendungsfälle erkannt haben. Denken wir z.B. an Bereiche, in denen die Hände zum Arbeiten unabkömmlich sind – wie unter anderem in einer Küche oder ähnlichen Orten. Hier ist die Sprachsteuerung sicherlich ein deutlicher Mehrwert.“

Während man für Siri und Home das iPhone bzw. das Smartphone als Sprachsteuerungs-Schnittstelle zum Smart Home nutzen kann und den Apple-Homepod bzw. Google-Home nicht zwingend braucht, muss man bei Amazon die Echo-Smartspeaker erwerben, um die Verbindung mit meinem intelligenten Zuhause herzustellen. „Trotzdem macht das Einbeziehen dieser Geräte einen Sinn. Einen Apple-HomePod oder ein iPad kann man auch dazu heranziehen, um gleich direkt Automationsfunktionen zu hinterlegen. Diese Geräte dienen dann als eine Art Server, die auch verschiedene Systeme miteinander verbinden können und so zum Beispiel ermöglichen, über einen KNX-Schalter eine Philips-Hue-Lampe oder ein anderes HomeKit-fähiges Gerät zu steuern“, geht Valicek für uns in die Tiefe.

Auch zum Nachrüsten in bestehende KNX-Anlagen

Für den Elektrotechniker sind KNX- und grundlegende Netzwerk-Kenntnisse Voraussetzung bzw. von Vorteil. „Man sollte wissen, was eine IP-Adresse oder etwa ein DHCP-Server ist“, so Valicek. Die Sprachsteuerung selbst wird über einen Webbrowser und über das MyBuildings-Internetportal von ABB konfiguriert – dazu müssen nur die KNX-Gruppenadressen bekannt sein und schon steht dem Parametrieren nichts mehr im Wege. Die Verheiratung der Sprachassistenten mit KNX geschieht danach auf drei unterschiedliche Arten.

Vier Teilungseinheiten im Verteiler und eine Hilfsspannung von 24 V – mehr braucht der Controller von Busch-Jaeger für Busch-VoiceControl nicht, um die Funktionen bereit zu stellen.

Der Controller selbst benötigt im Verteiler vier Teilungseinheiten Platz und 24 V Hilfsspannung – mehr ist nicht notwendig. Diese Einfachheit führt auch dazu, dass eine Nachrüstung in bereits bestehende Anlagen im Nu realisiert werden kann. „Das ist nun einmal der Riesenvorteil von KNX. Wenn eine Anlage vor Jahren errichtet wurde, kann sie durch derartige Neuerungen immer wieder ergänzt werden – dem steht nichts im Weg“, geben die beiden Insider zu bedenken. Apropos verändern – die Systeme geben dem Enduser die Möglichkeit, die Begriffe mit denen der Verbraucher angesprochen wird – wie etwa »Deckenleuchte« – jederzeit auf den individuellen Sprachschatz anzupassen.

Sicherheit eine Frage der Systemwahl

Durch die Systemunabhängigkeit kann jeder User selbst entscheiden, ob Apple, Google oder Amazon ins Haus kommt – und damit ist auch das Datensicherheitsthema eines, das aus dem Kleingedruckten der drei Anbieter individuell abzuleiten ist: „Das ist sicher auch ein Grund, warum es für ABB von Vorteil ist, ein System anzubieten, das mit allen drei Großen kommunizieren kann. So sind Google und Amazon im Unterschied zu Apple cloudbasierende Systeme“, gibt Valicek zu bedenken. In der Amazon-Welt bedeutet das, dass der Sprachbefehl von Alexa erkannt wird, sie daraufhin den Befehl an die Amazon-Cloud leitet, diese die Daten wiederum zur Busch-Jaeger-Cloud schickt, sie an die Voice-Control-Einheit und von dort zum KNX. „Das ist der Grund, weshalb der User die Amazon- bzw. das Google-Spracherkennung in Busch-Jaeger-System extra aktivieren muss und er damit auch darauf hingewiesen wird, dass die Daten in die Cloud geschickt werden. Siri ist standardmäßig aktiviert, weil die Daten lokal verarbeitet werden. ABB hat mit diesen Einschränkungen seine Hausaufgaben gemacht – den Rest entscheidet der Konsument durch die Wahl des Systems und des Passworts“, bestätigt Lenitz. Für ihn steht auch der Grundsatz »Lieber eine Komfortfunktion weniger und damit die Systemsicherheit erhalten« im Vordergrund: „Nicht jede Funktion macht Sinn, sie zu realisieren –  vor allem die Eingangstüre sollte nicht Teil der Sprachsteuerungslösung werden. Denn dann ist Außenstehenden im wahrsten Sinne stets »Tür und Tor geöffnet«“, macht Lenitz klar.

Infos aus erster Hand

ABB wird in der Person von Daniel Valicek mit Anfang des nächsten Jahres eine Schulungstour durch Österreich starten: „Auch wenn der Aufwand bei der Parametrierung gering und simpel ist, werden wir unsere Partner mit Informationen versorgen“, so Daniel Valicek abschließend, der so wie Thomas Lenitz fest davon überzeugt ist, dass Sprachsteuerungen einen Mehrwert für Konsumenten darstellen und der Verkaufserfolg – nicht zuletzt auch weil der Hype rund um Alexa & Co. mit Sicherheit dazu beitragen wird – nur eine Frage der Zeit ist.

www.busch-jaeger.at

 

Weitere Informationen unter: http://i-magazin.cld.bz/i-Magazin-10-2018/46

 

 

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