Engelbert Strauss und BLG-Logistics prämiert

Der Hersteller für Berufskleidung, Arbeitsschutz, Werkzeuge und Industriebedarf Engelbert Strauss vertreibt seine Produkte sowohl über Internetpräsenzen wie der österreichischen Version unter http://www.engelbert-strauss.at, als auch via Versandhandel und Point of Sales. Am Firmenstandort in Biebergemünd befindet sich der Flagshipstore des Familienbetriebs auf rund 50.000 Quadratmetern. Die erste Tochtergesellschaft wurde im Rahmen einer Exportmaßnahme 1996 in Linz eröffnet. Heute zählt Engelbert Strauss zu den führenden Markenherstellern für Arbeitskleidung mit Niederlassungen in Ländern wie Österreich, Slowenien, Belgien, Schweden und der Schweiz. Der Logistikdienstleister BLG Logistics mit Sitz in Bremen wurde bereits 1887 gegründet. Das Unternehmen stellt in Deutschland den größten Automobil-Umschlagsbetrieb dar und konnte 2014 knapp acht Millionen Kraftfahrzeuge umschlagen. Auf internationalem Niveau beschäftigt die BLG Logistics Group 15.000 Mitarbeiter.

BLG Logistics und Engelbert Strauss sind Partner. Der Logistikdienstleister verfügt im Frankfurter Logistikcenter über ein Retourenlager, das für den Versandhändler genutzt wird. Um die Logistikkapazität und Effizienz auf ein Höchstmaß anzuheben, wurde innerhalb des Lagers eine zukunftsorientierte Art des Lager- und Kommissioniersystems basierend auf intelligenten Robotern eingeführt. Während des Logistik-Kongresses, der zwischen 28. und 30. Oktober 2015 in Berlin stattfand, wurden beide Unternehmen mit dem Deutschen Logistik-Preis für die außergewöhnliche Systemlösung namens »G-Com« ausgezeichnet. Vorstandsvorsitzender BLG Logistics Frank Dreeke und Leiter Operative Projekte bei Engelbert Strauss Matthias Fischer nahmen den Preis entgegen.

Vier Aspekte wurden von der Jury besonders gelobt:

  1. Mobilität, Skalierbarkeit und Flexibilität
  2. Technologie und Kundenorientierung
  3. erhöhte Effizienz dank Minimierung von Laufwegen
  4. mehr Ergonomie durch weniger Hebevorgänge und verkürzte Laufwege

Hintergründe und Details
Hinter dem entsprechenden Preisträgerprojekt »Treffpunkt Stargate – Logistik an der Schnittstelle von Mensch und Roboter« verbirgt sich die Idee für Mobilität im Kommissionierlager. Die BVL-Jury erklärt: „Vollautomatisch werden die Regale zu einer multifunktionalen, flexiblen und darüber hinaus ergonomisch angelegten Pick-Station (Stargate) gebracht.“ Die hierfür notwendigen Transportfahrzeuge, welche Carrys genannt werden, zeichnen sich laut Jury durch eine geringe Bauhöhe aus. Sie können unter mobile Warenträger fahren und diese vollautomatisch anheben. Anschließend transportieren die Carrys die flexiblen und mit Waren gefüllten Regale über eine voreingestellte Route durch das Lager zur Pick-Station. Mitarbeiter erhalten an diesen sogenannten Stargates über innovative Put-to-light- und Pick-by-light-Techniken Hilfe beim Kommissionierprozess.

Das vom Intralogistikanbieter Grenzebach entwickelte Ware-zu-Mann-System ist in Frankfurt seit circa einem Jahr im Einsatz. „Das sogenannte »G-Com« ist ein hoch-dynamisches und skalierbares Kommissioniersystem, das die Intralogistik im Frankfurter Logistikcenter revolutioniert hat“, beschreibt BLG Logistics auf seiner Internetpräsenz http://www.blg-logistics.com. Da auf 4.500 Quadratmetern 110 Säulen und eine geringe Raumhöhe von 3,7 Metern die Lager- und Kommissionierprozesse erschwerten, war die Einführung des Systems notwendig, um den Ansprüchen der denkmalgeschützten Flächen in der BLG Halle Frankfurt gerecht zu werden. 75 der fahrerlosen Carrys sind hier unterwegs, um 800 mobile Regale zu fünf Packstationen zu transportieren.

Mit einer Geschwindigkeit von 90 Metern pro Minute sorgen die Roboter kontinuierlich für Nachschub. Pro Fahrt lassen sich 600 Kilo anheben. Damit die Carrys stets die richtige Ware zur den Packstationen bringen, sind auf dem Boden QR-Codes angebracht. Fehlerfreie Orientierung garantieren Sensoren und Lichtschranken, die den Robotern den Weg zeigen und die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten.

Nachdem Engelbert Strauss mit dem Technikanbieter die Konzeption für den Einsatz vorgenommen hatte, folgte die Softwareprogrammierung, welche vom EDV-Dienstleister der BLG Logistics realisiert wurde. Innerhalb Europas ist das Unternehmen das erste, das Roboter für die Kommissionierarbeit einsetzt. Das Ziel von Engelbert Strauss besteht vorrangig darin, die Kosten für Online-Retouren langfristig zu reduzieren und die Rückabwicklung zu beschleunigen. Ein ähnliches System wie G-Com wird unter anderem in den US-Lagern des Onlinekonzerns Amazon genutzt. Hier sorgt die Technologie des Herstellers Kiva mit über 15.000 Robotern für ein optimiertes Lager- und Kommissionierungs-Management.

G-Com live erleben
Interessenten haben am 24. November 2015 die einmalige Chance das G-Com-System in der Praxis vor Ort in der deutschen Metropole Frankfurt zu begutachten. Auf der Internetpräsenz des BVL unter http://www.bvl.de/schulterblick kann die Anmeldung erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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