OVE-Präsident Dr. Kari Kapsch stellte u. a. das neue Erscheinungsbild des Österreichischen Verbandes für Elektrotechnik vor. (Bild: OVE)

131. OVE-Generalversammlung:

Energiewende braucht Investitionen und qualifizierten Nachwuchs

Der neu gestaltete Außenauftritt des OVE, die aktuellen Aktivitäten des Verbandes und eine hochkarätige Podiumsdiskussion zum Thema »Klima- und Energiestrategie«. Das waren die wichtigsten Programmpunkte der Generalversammlung des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik am 17. Juni 2019.

Gleich zu Beginn stellte OVE-Präsident Dr. Kari Kapsch das neue Erscheinungsbild des OVE vor. Dieses war im Zuge einer Markenstrategie entwickelt worden und soll die Dachmarke OVE stärken. Kernelement des neuen Corporate Designs ist ein dynamisches Logo verbunden mit dem Slogan »Mit Sicherheit bestens vernetzt«.

Verbandsjahr 2018 mit eindrucksvollen Zahlen

OVE-Generalsekretär Dipl.-Ing. Peter Reichel präsentierte in seinem Bericht über das vergangene Verbandsjahr eindrucksvolle Zahlen: Mit mehr als 30.000 zertifizierten Produkten durch OVE Certification, 6.200 Normen im Bereich OVE Standardization, rund 1500 Teilnehmer/innen bei den Fortbildungsveranstaltungen der OVE Academy und 125.549 georteten Blitzen durch die Blitzortungsstelle ALDIS war das Jahr 2018 ein äußerst erfolgreiches. „Diese Erfolge sind nur möglich mit einem engagierten Team und einem professionellen Netzwerk. Mein Dank gilt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Partnern des OVE“, so Reichel.

Erfolgreiche Rückschau der OVE Academy

Einen Überblick über ein erfolgreiches Jahr gab auch die Leiterin der OVE Academy, Mag. Birgit Sykora. Aufgrund der großen Nachfrage lag der Schwerpunkt der Fortbildungsveranstaltungen zuletzt auf der neuen Errichtungsbestimmung E 8101. Doch auch Themen wie Cyber Security und die Digitalisierung von Stromnetzen spielen für die OVE Academy eine immer größere Rolle.

OVE für zukunftsorientierte Nachwuchsförderung

OVE Fem-Vorsitzende Michaela Leonhardt, Ph.D., sowie Fabian Zavarsky, Vorsitzender der OVE Young Engineers Wien konnten in ihren Berichten ebenfalls auf erfolgreiche und gut besuchte Veranstaltungen verweisen. Mit der Zusammenführung der Studierendenplattform und der Alumni-Plattform des OVE gibt es nun eine einheitliche Ansprache für alle Studierenden und Berufseinsteiger bis 35. „Die Branche benötigt dringend qualifizierten Nachwuchs, um die Herausforderungen der Energiewende und der Digitalisierung bewältigen zu können. Deshalb ist die Nachwuchsförderung dem OVE ein ganz besonderes Anliegen“, betonte OVE-Präsident Dr. Kari Kapsch.

100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen – kann das gelingen?

Um die Herausforderungen der Energiewende ging es dann auch bei der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Dr. Hans Auer (TU Wien, Institut für Energiewirtschaft), Florian Maringer (Geschäftsführer Dachverband Erneuerbare Energie Österreich), KommR Ing. Erwin Raffeiner (Geschäftsführer Sprecher Automation GmbH) und Dipl.-Ing. Dr. Franz Strempfl (Geschäftsführer Energienetze Steiermark) diskutierten zum Thema »Klima- und Energiestrategie #mission2030«. In nicht einmal zwölf Jahren soll Strom in Österreich zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Kann das überhaupt gelingen? Und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Investitionen als Arbeitsplatzmotor

„Wenn wir erneuerbare Energie wollen, müssen wir auch investieren“, betonte Florian Maringer und KommR Ing. Erwin Raffeiner fügte hinzu: „Als Unternehmer wünsche ich mir, dass diese Investitionen Arbeitsplätze im Land schaffen.“ Anstatt die Kosten der notwendigen Investitionen zu betonen, müsse man sich vielmehr fragen: „Was kostet es, wenn wir nichts machen“, bekräftigte der Geschäftsführer der Energienetze Steiermark, Dipl.-Ing. Dr. Franz Strempfl. Investiert werden müsse außerdem in die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs. Man suche etwa händeringend nach IT-Experten mit elektrotechnischem Hintergrund, so Strempfl. Das österreichische Bildungssystem sei zu wenig bedarfsorientiert, kritisierte Raffeiner in diesem Zusammenhang und wurde auch von Dr. Hans Auer von der TU Wien bestätigt: Der Bedarf sei groß, doch an den Universitäten fehle es massiv an Ressourcen.

Politik muss Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen

Die Reise gehe mit der #mission2030 jedenfalls in die richtige Richtung und auch technisch sei die Energiewende machbar, so Auer. Doch immer noch würden Politik und Judikatur engagierte Pilotprojekte verhindern. In diesem Punkt waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: Die Politik müsse endlich Verantwortung übernehmen, den Mut für langfristig bindende Entscheidungen aufbringen und die Bevölkerung entsprechend aufklären. Denn noch sei die Klima- und Energiestrategie nicht mehr als ein politisches Versprechen.

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