Energiepreise 2016

Im Vergleich zum EPI lag die allgemeine Teuerungsrate bzw. der Verbraucherpreisindex (VPI) im Jahr 2016 unverändert bei +0,9 % und blieb damit so gering wie zuletzt im Jahr 2009. Würde der VPI um die energierelevanten Positionen bereinigt, läge die Jahresinflation mit 1,4 % um ganze 0,5 Prozentpunkte höher. Das zeigt, dass die Energiepreise mit 0,5 Prozentpunkten eine nach wie vor bedeutsame dämpfende Wirkung auf die Gesamtinflation des letzten Jahres hatten.

Heizöl auf 12-Jahrestief gesunken, turbulente Entwicklung bei Ölpreis
Der Preis von Heizöl sank mit minus 14 % am stärksten von allen Energieträgern. Damit war Heizöl so günstig wie zuletzt im Jahr 2004. Ein Haushalt musste für eine Tankfüllung von 3.000 Liter im Schnitt 1.840 Euro bezahlen. Das ergibt im Vergleich zu 2015 eine Einsparung von fast 300 Euro. Im Vergleich zu 2014 betrug die finanzielle Entlastung sogar über 800 Euro.

Inflationsbeitrag der Energie am VPI (Quelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur)Super und Diesel so billig wie 2009
Die Treibstoffe zeigten eine ähnliche Entwicklung: Mit -7,4 % und -8,2 % gingen Super und Diesel allerdings schwächer als im Vorjahr (-10,9 % bzw. -13,8 %) zurück. Die Preise der beiden Treibstoffe lagen damit auf dem niedrigsten Stand seit 2009. Der Dieselpreis betrug im Jahr 2016 € 1,03 je Liter, jener für Superbenzin € 1,11 je Liter. Der Höchststand war im Jahr 2012. Damals musste man für einen Liter Diesel € 1,39 bzw. für Superbenzin € 1,43 bezahlen.

Diese Preisrückgänge folgten zum Großteil den Entwicklungen am internationalen Ölmarkt. Im Jahresdurchschnitt ging der Ölpreis Brent um fast 17 % gegenüber 2015 zurück. Allerdings legte er im Jahresverlauf eine turbulente Entwicklung hin: lag die Ölsorte Brent zu Jahresbeginn noch auf einem 12-Jahrestief von $30/Barrel, stieg sie kontinuierlich an und beendete 2016 mit einem 17-Monatshoch von ca. $53/Barrel. Das letzte Mal, als der Ölpreis derartige Schwankungen innerhalb von einem Jahr erlebte, war im Jahr 2014. Damals fand diese turbulente Entwicklung jedoch unter umgekehrten Vorzeichen statt – der Preis sank von $108/Barrel im Jänner auf $62/Barrel im Dezember.

Geringer Preisanstieg bei Strom
Der Strompreis stieg im Jahr 2016 um 1,1 %, 2015 lag die Erhöhung noch bei 0,5 %. Damit handelt es sich um die größte Preissteigerung aller Energieträger. Dabei war die Erhöhung der nicht energierelevanten Komponenten (u.a. Netztarife und Ökostromförderbeitrag) mit 4,1 % höher als jener des reinen Energiepreises (Arbeitspreis). Dieser wurden im Schnitt um 1,5 % teurer.

Veränderungen der Hauptenergieträger und EPI; 2016 gegenüber 2015 (Quelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur)Gas auf 5 Jahrestief
Der Gesamtgaspreis wurde um 1,9 % billiger, während die Netztarife zu Beginn des vergangenen Jahres um durchschnittlich 10,4 % erhöht wurden. Allerdings kam es bei den Energiepreisen im April und Oktober zu Senkungen. Insgesamt war Gas so günstig wie zuletzt in 2011.

Fernwärme stabil
Fernwärme blieb mit einem Minus von 0,2 % im Jahr 2016 de facto unverändert. Während die Grundgebühr um 3 % teurer wurde, sanken die Arbeitspreise um 1,1 %. Im Jahr 2015 verzeichnete Fernwärme noch ein Plus von +3,1 %.

Feste Brennstoffe: Erster Preisrückgang seit 2008
Die festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts & Holzpellets) gingen gegenüber 2015 um 0,3 % zurück. Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit 2008. Hauptverantwortlich für die niedrigeren Preise waren Brennholz und Holzpellets, welche im Jahresvergleich um 0,1 % bzw. 2,4 % billiger wurden. Der Preis für Holzbriketts stieg um 0,8 %.

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