Verbund Solutions, Eco Net
Verbund Solutions startete mit Industriekunden Anfang 2015 das lernende Energieeffizienz-Netzwerk »Eco-Net« – vor Kurzem wurde Bilanz gezogen: In drei Jahren Netzwerkslaufzeit haben die Unternehmen ihre Energieeffizienz um 10,3 % verbessert.

Verbund-Eco-Net-Netzwerk animiert die Industrie zu Energieeffizienz-Bestleistungen:

Energieeffizienz bringt Bares

Bei Verbund ist man sich sicher: Das Eco-Net-Netzwerk beweist, dass Unternehmen und Umwelt von Energieeffizienz-Maßnahmen profitieren. Mit im Boot der Betriebe, die sich »im Verbund« zu Energieeffizienz-Höchstleistungen aufgeschwungen haben, war auch eines aus dem Branchenumfeld: Das oberösterreichische Unternehmen PCE setzte seinerseits den Hebel am Produktionsstandort vor allem in der Beleuchtung an, um den Grad an Energieeffizienzsteigerungen nach oben schnellen zu lassen.

Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben sich gemeinsame Energie-Einspar-Ziele gesetzt. Der Startschuss fiel 2015, jetzt wurde Bilanz gezogen: Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann, denn die durchaus ambitionierten Ziele wurden übertroffen. In drei Jahren Netzwerkslaufzeit haben die Unternehmen ihre Energieeffizienz um 10,3 % verbessert. Die CO2-Emissionen wurden um 10,6 % reduziert.

Gemeinsam mit wichtigen Industriekunden hat Verbund Solutions Anfang 2015 das lernende Energieeffizienz-Netzwerk gestartet. Das Verbund-Eco-Net war eines der ersten seiner Art in ganz Österreich. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen schlossen sich zusammen und verfolgten über die Dauer von drei Jahren ein gemeinsam abgestimmtes, konkretes Einsparungsziel. Im Netzwerk lernen die Unternehmen voneinander, um Energie zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Das Ergebnis ist eine Verdopplung bis Verdreifachung der Energieeffizienz im Vergleich zum Durchschnitt der Industrie.

Gemeinsam zum Erfolg

Dr. Ing. Serafin von Roon, GF der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, kurz FfE, fungierte auch als Projektleiter von Eco-Net: „Der Nachweis von Einsparmaßnahmen gewinnt massiv an Bedeutung – »Er hat sich stets bemüht« reicht nicht mehr.“

Durch den regelmäßigen Austausch entstand ein Know-how-Pool, von dem alle Partner im Netzwerk profitierten. Die Energieberatung der einzelnen Projekte erfolgte in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, kurz FfE GmbH. Dr. Ing. Serafin von Roon, GF der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, kurz FfE, der auch als Projektleiter von Eco-Net fungierte, bestätigte im Beisein des i-Magazins, dass die deutsche Industrie eine Selbstverpflichtung für das Jahr 2020 unterschrieben hat. Bis dahin sollen 500 Energieeffizienznetzwerke gegründet und somit 5 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Derzeit ist man noch bei 160 gemeldeten Netzwerken, von denen 20 in Gründung sind.

Zu den Netzwerk-Partnern des österreichischen Ablegers Eco-Net zählen unter anderem Andritz Hydro, Coreth, Hammerer Aluminium, Magna, PC Electric (PCE) und Verbund Hydro Power. Heute blicken die Eco-Net-Teilnehmer auf mehr als drei erfolgreiche Jahre der gemeinsamen Energieeffizienzsteigerung zurück. „Wir haben allen Grund, stolz auf das Erreichte zu sein“, heißt es von Seiten der Verantwortlichen.

Beachtliche Bilanz

In den drei Jahren der Zusammenarbeit wurden 49 quantifizierbare größere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt. So wurde der Energieverbrauch insgesamt um rund 7.400 MWh pro Jahr reduziert, knapp 5.000 MWh im Stromverbrauch. Die CO2-Emissionen wurden um rund 1.800 t/a reduziert. Die Unternehmen ersparen sich allein durch die Energieeffizienzmaßnahmen mehr als 500.000 Euro Energiekosten jährlich. Einsparungen durch organisatorische Maßnahmen

Martin Wagner, Geschäftsführer Verbund Solutions GmbH – sein Unternehmen hat die vier großen Trends in Sachen »Kundenbedürfnis« definiert: Energie-Autarkie, maßgeschneiderte Energie-Lösungen, Digitalisierung/Vernetzung und Energie & Kostenoptimierung.

wie etwa gezielte Mitarbeitersensibilisierung sind dabei nicht berücksichtigt.

Knapp die Hälfte aller Energieeffizienzmaßnahmen wurden im Bereich der Beleuchtungsoptimierung realisiert. Weitere Schwerpunkte waren die Bereiche Druckluft, Kälte und Wärme.

Unser Ziel ist eine schlauere Strom-Zukunft für Österreich und Europa. Mit unseren Aktivitäten in Richtung Dekarbonisierung des Energiesystems stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich. Deshalb freuen wir uns besonders über die hervorragenden Ergebnisse des Energieeffizienz Netzwerks. Denn sie sind ein handfester Beweis dafür, dass alle Teilnehmer von der Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg profitieren und die Umwelt obendrein“, betont Martin Wagner, Geschäftsführer Verbund Solutions GmbH.

Die Aufgabe von Verbund, so Wagner, sei es auch, den Strom aus der Wasserkraft zu veredeln: „Wir haben in diesem Zusammenhang unter anderem gute Pflöcke im Bereich der Elektromobilität geschlagen“, ließ uns der Verbund Solutions-Geschäftsführer abseits der Eco-Net-Aktion wissen. „Wir haben in Österreich mit rund 400 Ladepunkten das größte Netzwerk an Ladestationen und eines der relevantesten in ganz Europa aufgebaut. Während wir vor nicht allzu langer Zeit von 50 kW-Ladestationen redeten, sind wir heute schon bei 350 kW angelangt. In Anbetracht dessen, dass in ein bis zwei Jahren Fahrzeuge auf den Markt kommen werden, die mit einer Ladezeit von 5 Minuten bereits weitere Distanzen zurücklegen werden können, kann man die Elektromobilität bereits heute als sinnvolle Alternative zu den bisherigen Antriebsarten bezeichnen“, bestätigte Wagner.

Franz Schrattenecker (links) und Daniel Lechner – das Projektteam bei PC Electric am Produktionsstandort St. Martin am Innkreis präsentierte im Kreise der Eco-Net-Teilnehmer, die Energieeffizienzmaßnahmen des oberösterreichischen Unternehmens.

Doch damit nicht genug –Verbund sieht seine Zukunft auch in der Zusammenarbeit mit »Prosumern«: „Neben den rund 4.000 Photovoltaikanlagen unserer Konsumenten in Österreich sehen wir vor allem das Wachstum im Speicherbereich als bemerkenswert. Und mit unserem Smart Home-System »Eco-Home«, das wir in vierstelligen Stückzahlen bereits verkauft haben, bieten wir ein Tool, das einerseits unsere gesamten Dienstleistungen vernetzt und dem Kunden anderseits die Möglichkeit gibt, die energietechnischen Bedürfnisse des täglichen Lebens automatisch geregelt zu bekommen“, ließ uns Wagner wissen.

Dass die Blockchain-Technologie der Energiewirtschaft besondere Vorteile verschafft, ist keine Neuigkeit. So bietet sie laut Wagner unter anderem im Bereich »Microgrid« Anwendungen, die es erlauben, den produzierten Strom mit PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern nachvollziehbar und transparent auf alle Mieter aufzuteilen. Dass der Kraftwerksbereich einen immer höheren Digitalisierungsgrad erreicht hat, lässt sich auch anhand von Wagners abschließendem Statement gut erkennen – so meinte der Verbund-Solutions-Geschäftsführer: „Verbund hat vor Kurzem Österreichs erstes virtuelles Kraftwerk gemeinsam mit Kunden aufgebaut, das in etwa eine theoretische Leistung von 350 MW abgibt und damit dem gerade außer Betrieb gehenden Kraftwerk Dürnrohr mit 400 MW entspricht.

Ambitionierte Perspektiven

Angesichts der ambitionierten Ziele der Bundesregierung, bis 2030 Strom aus 100 % erneuerbaren Energien zu generieren und bis 2050 die Dekarbonisierung des gesamten Energiesystems zu erreichen, wird der Bedarf an Energieeffizienzmaßnahmen in Industrie und Gewerbe weiter steigen. 2019 sind die nächsten Energieaudits fällig. Verbund bietet auch für die nächsten Audits die Teilnahme an einem Netzwerk an, um die entsprechenden Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. „Wir liefern unseren Kunden nicht nur Energie, sondern auch das Know-how, wie sie diese am effizientesten nutzen. So werden wir gemeinsam die Klimaziele erreichen“, skizziert Wagner die Energiezukunft.