Ein Schiff, ein Hotel und die Energiewende

 

„Die Umwelt soll entlastet und kosten eingespart werden, denn die Energiewende nehme Fahrt auf.“ Die Berliner von Kieback & Peter sind seit längerem bei der Realisierung von »umweltfreundlichen« Gebäuden tätig. Die Unterstützung der Energiegewinnung aus Quellen wie Sonne, Wasser, Erdwärme oder Biomasse soll ihnen bereits ein vertrauter Vorgang sein. In drei ihrer Projekte lassen die Berliner einen Einblick gewähren.

 

Hotel The Crystal – Sölden/Tirol

Umgeben von den Ötztaler Alpen, auf 1.930 Metern Metern Höhe steht das Vier-Sterne-Hotel The Crystal. 40.000 Quadratmeter, die laut Kieback & Peters 90.000 Liter Heizöl im Jahr verbrauchen würden,  setzten auf erneuerbare Energiequellen, wie Erdwärme und Sonne. Insgesamt stehen sieben Automationsstationen DDC4200 in beiden Gebäuden des hotels installiert. Mit dem Gebäudemanagement-System Neutriono-GLT und über 80 Bildern werden alle Anlagen bedient und überwacht. Auch das dazugehörige Bergrestaurant auf 2.670 Metern ist mit einem Automationssystem von Kieback & Peter ausgerüstet und über Intranet auf das Gebäudesystemmanagement-System aufgeschaltet. Die kommunizieren übrigens mit BACnet, Umwälzpumpen und Frequenzumrichter sind über Gateways integriert, Messdaten der Energiezähler werden über M-Bus übertragen. Durch die Gewerke-übergreifende Systemintegration sollen händische Eingriffe vorgenommen werden können. Die von fünf Wärmepumpen, der Solaranlage und dem Notkessel gelieferte Wärme wird zu einem Wärmepuffer mit 20.000 Litern geführt. Die Gebäudeautomation soll einerseits dafür sorgen, dass die Energiequellen die Energie zur passenden Zeit bereitstellen, andererseits die Energie effizient und bedarfsabhängig in die verschiedenen Bereiche verteilen. Frequenzgesteuerte Umwälzpumpen sind für die energiesparende Verteilung von Warmwasser und Wärme zuständig. Und 14 Heizungsgruppen, sowie neun zentrale Luftaufbereitungsanlagen sorgen für das Klima im Gastromie- bzw. Wellnessbereich. Der Frischluftanteil wird in Abhängigkeit von Luftqualität und CO2-Gehalt für jeden Bereich individuell geregelt.

 

Klimahaus 8° Ost – Bremerhaven/Nordsee

Kieback & Peter erinnert das Klimahaus an ein futuristisches Schiff. Hinter den Fassaden wird auf etwa 11.500 Quadratmetern eine Erlebnis- und Wissenswelt rund um die Themen Klima und Klimaschutz geboten. Das Energiekonzept des Austellunghauses entwickelte die Firma Transsolar Energietechnik GmbH, München und verfolgte das Ziel alle Technologien zur Erzeugung und Verteilung der Energie in ein System zu integrieren. Passend zum Namen Klimahaus soll fast ausschließlich regenerative Energie zum Einsatz kommen. Betonpfähle des Gebäudes dienen gleichzeitig zur Nutzung der Geothermie und Strom liefert eine Photovoltaikanlage. So will man die CO2-Bilanz nahezu auf Null reduzieren. Aktiv gekühlt oder geheizt wird nur, während den Simulationen von Polarkälte oder Tropenklima. Die hierfür notwendige Energie wird über Wärmerückgewinnung und Sorptionstechnik erzeugt und durch Fernwärme ergänzt. 13 Automationsstationen von Kieback & Peter überwachen und regeln Heizung und Lüftung. Weiterhin sind Brandschutz und Entrauchung, die Wasser- und Abwasseranlagen, die Aufzüge und das Gewerk Elektro ebenfalls in das System integriert. Technolon sorgt mit seinen Raumreglern RCU-L und RCW-L für die individuelle Temperatur- und Klimaregelung. Für das übergeordnete Gebäudemanagement wird das Gebäudemanagement-System Neutrino-GLT eingesetzt. Damit sollen alle Anlagen zentral überwacht und bedient werden.

 

Tech Center Repower Systems SE – Österrönfeld/Schleswig Holstein

Respower Systems entwickelt, produziert und vertreibt Windenergieanlagen. Am Firmenstandorte Osterrönfeld in Schleswig-Holstein sind vor allem Entwicklung, technischer Support und Service angesiedelt. Der Tech Center genannte Forschungs- und Technologiekomplex besteht aus einem neunstöckigen Hauptgebäude und einem trapezförmigen vierstöckigen Nebengebäude. Den rund 470 Mitarbeitern stehen 11.700 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Das Tech Center soll hohe Anforderung an Umweltschutz und Energieeffizienz erfüllen. Die gesamte Kühl- und Grundlast der Wärmeversorgung soll eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe abdecken. Die Energie dazu wird in einem Kanalbauwerk am Nord-Ostsee-Kanal über einen Wärmetauscher dem Kanalwasser entnommen. Dieses Kanalbauwerk liegt ca. 400 Meter entfernt und ist über eine Leitungstrasse mit dem Gebäude verbunden. Die Wärme- und Kälteversorgung soll vollständig in die Gebäudeautomation integriert sein. Die Maschinenzentrale des Kanalbauwerkes ist über einen Feldbus mit einer Automationsstation von Kieback & Peter im Hauptgebäude verbunden – dort steht auch die Wärmepumpe. Die Auflagen der unteren Wasserbehörde sollen streng sein, doch vom Tech Center erfüllt werden: Der Temperaturbereich und die Zeitfenster, in denen das Wasser dem Kanal entnommen und wieder zugeführt werden darf, müssen ebenso genau eingehalten werden wie die erlaubten Mengen. Ein Kessel unterstützt bei Bedarf die Wärmepumpe. Des weiteren sind zwei Lüftungszentralen und ein Kaltwassersatz für das Rechenzentrum installiert. Die rund 210 Büroräume werden bedarfsabhängig über eine Betonkernaktivierung geheizt und gekühlt. Alle Systeme sollen in das Automationssystem aus drei Automationsstationen im Hauptgebäude und zwei Automationsstationen im zweiten Gebäude integriert sein. 210 RCN Raumregler überwachen das Automationssystem Technolon. Temperatur-, Licht- und Jalousien-Steuerung, sowie eine Wetterstation sollen ebenfalls in die Raumautomation integriert sein. Insgesamt soll das Technolon-System rund 800 Knoten umfassen und direkt auf das Gebäudemanagement-System Neutrino-GLT aufgeschaltet sein.

 

www.kieback-peter.de

www.thecrystal.at

www.klimahaus-bremerhaven.de

www.repower.de

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