LTG Jahresrückblick 2017
Peter Seibert übergab Ende November das »LTG-Zepter« an Rudolf Hornischer, Leiter des Lichttechniklabors der Stadt Wien.

Die LTG-Spitze resümiert:

Ein Jahresrückblick aus lichttechnischer Sicht!

Die Lichttechnische Gesellschaft Österreichs (LTG) thematisierte am 27.11.2017 im Beisein des i-Magazins die bedeutendsten Ereignisse dieses Jahres und wies auch auf künftige Vorhaben hin. Die Wahl des neuen Vorstandsvorsitzenden auf der Generalversammlung, die ELE-Ausbildung, der LTG-Kongress 2017 und die Seminarschwerpunkte 2017 verdienten dabei besondere Aufmerksamkeit.

Passend: Am »präsidialen« Thomas Klestil Platz 14, in den Räumlichkeiten von Wien Energie, löste Rudolf Hornischer Peter Seibert an der Spitze der Lichttechnischen Gesellschaft Österreichs ab. Am 21.11. wurde es offiziell: Der Leiter des Lichttechniklabors der Stadt Wien, DI Dr. Rudolf Hornischer hatte bei der Wahl die Stimmen auf seiner Seite und folgt damit Peter Seibert in der Position des LTG-Vorstandsvorsitzenden.

Seibert übernahm die Position des LTG-Vorsitzenden im Jahr 2013, nachdem der damalige Kopf der LTG, Franz-Josef Müller, überraschend verstorben war. Obwohl Seibert ursprünglich nur zwei Jahre an der Spitze der LTG eingeplant hatte, wurden es nun doch vier. Am Abend des 21.11. übergab er nach der Wahl in der Präsidiumssitzung den Vorsitz an DI Dr. Rudolf Hornischer, den Leiter des Lichttechniklabors der Stadt Wien, Magistratsabteilung 39 und bisheriges Vorstandsmitglied der LTG. „Mein Wunsch ist, dass eine in der LTG-Familie allseits anerkannte und geschätzte Person mir nachfolgen wird. In den nächsten Jahren stehen wichtige Aufgaben bevor – unter anderem, den ELE auf eine breitere Basis zu stellen sowie die Vorbereitung und Durchführung der nächsten »Licht« in Österreich“, meinte Seibert noch vor der Wahl, die dann einstimmig zugunsten von Hornischer ausfiel. Seibert ist der Ansicht, dass Rudolf Hornischer vor allem deshalb als Vorstandsvorsitzender geeignet ist, weil er in Bezug auf seine beruflichen Voraussetzungen weitestgehend neutral ist – natürlich habe er auch die fachlichen Voraussetzungen. „Es gibt kaum jemanden, der mehr Lichttechniker ist als Rudi“, ist sich Seibert nach der Wahl sicher.

„Lichttechnik ist nicht damit erfüllt, dass ich jetzt drei Normen kenne – Sportstätten, Innen- und Straßenbeleuchtungsnormen. Viele glauben, dass sie Lichttechniker sind, weil sie die ÖNORMen EN 12193, EN 12464 und die Normenreihe EN 13201 kennen. Da wissen sie vielleicht, welche Grenzwerte sie einhalten müssen, aber Lichttechnik ist mehr als nur Normenwerk und hat etwas mit Wahrnehmungsphysiologie und –psychologie, den nichtvisuellen Wirkungen – mit der bewussten und unbewussten Wahrnehmung der Menschen zu tun“, betont Rudolf Hornischer und zeigt damit auf, wie wichtig es ist, dass die Lichtplanung auf den Menschen Rücksicht nimmt und nicht nur effizienzgesteuert sein sollte.

LTG 2017

Im Beisein des i-Magazins blickten Peter Seibert, Rudolf Hornischer und Manfred Mörth auf die wichtigsten LTG-Ereignisse des Jahres 2017 zurück.

Ausbildung zum ELE

Die ELE-Ausbildung ist in jedem Land, in dem sie angeboten wird, inhaltlich gleich – in den verschiedenen Ländern werden aber unterschiedliche Titel vergeben. Heuer ist in Österreich die Ausbildung zum ELE – European Lighting Expert – von der LTG in Zusammenarbeit mit dem WIFI umgesetzt worden. Mit dem Grundkurs für Außenbeleuchtung wurde die ELE-Ausbildung begonnen. Von März bis Juni fanden dazu 88 Lehreinheiten in fünf Modulen statt. Die Zertifizierungsprüfung wurde im September abgehalten. Im Rahmen der LTG-Tagung »Quo vadis« kam es am 14.11.2017 zur Übergabe der Zertifikate an die neuen ELE – Außenbeleuchtung Patrick Hein, Abidin Igdeli, Klaus Klenk, Alois Niederl, Patrick Piegler und Markus Sauer.

Im Zuge des Pressegesprächs am 27.11. erklärte Rudolf Hornischer, dass die LTG dem ELE zu einem größeren Bekanntheitsgrad in Österreich verhelfen will: „Wir wollen den ELE auf eine breitere Basis stellen. Nur »Eingefleischte« wissen in Österreich von dieser Ausbildungsmöglichkeit. Das soll sich ändern, indem die ELE-Ausbildung auch an HTLs, Unis und Interessierte herangetragen wird.“

Weitere geplante ELE-Ausbildungen

  • Upgrade ELE-Außenbeleuchtung: 15. bis 17. März 2018, 24 Lehreinheiten
  • Upgrade ELE-Innenbeleuchtung: Sommersemester 2018, 24 Lehreinheiten
Erfolgreicher LTG-Kongress 2017

Dieser fand am 16. und 17. Mai im »Congress Saalfelden« mit 160 Teilnehmern statt. Die Bereiche der Lichttechnik wurden in 21 Vorträgen behandelt und diskutiert. Der nächste LTG-Kongress findet am 12. und 13. Juni 2018 in Kufstein statt.

Seminarschwerpunkte 2017:
  • Änderungen der Norm für Straßenbeleuchtung
    Zu diesem Thema hat die LTG am 30. Jänner einen Erstinformations-Nachmittag angeboten. Denn mit Anfang 2017 traten wesentliche Änderungen im Bereich der in Österreich geltenden Normen für die Straßenbeleuchtung in Kraft (EN 13201). Diese Änderungen sind für Kommunen, Installateure, Planer und allen mit öffentlicher Beleuchtung befassten Stellen von entscheidender Bedeutung. Etwa 60 Interessenten, nicht nur aus Österreich, folgten der Einladung, lauschten den Informationen der Lichtspezialisten Christian Richter, Rudolf Hornischer, Franz Luisi und Michael Fritthum und beteiligten sich auch nachher an der anregenden Diskussion.
  • Fachseminar »Straßenbeleuchtung neu«
    Unter diesem Motto lud die LTG am 27. April zu einem Fachseminar, in dem die neue Normenreihe ÖNORM O 1055 und ÖNORM EN 13201 Teil 2-5, die Änderungen aufzeigt, vorgestellt wurde. Auch die Anwendung im Bereich der Straßenbeleuchtung in Österreich wurde vorgestellt. Über 40 Teilnehmer konnten begrüßt werden.
  • Licht-Indoor-Fachtagung zum Thema Beleuchtung und Belichtung von Schulen und Sporthallen
    Die Themen dieser Gemeinschaftstagung von LTG und ÖISS (Österreichisches Institut für Schul- und Sportstättenbau) Anfang Oktober umfassten die aktuellen Anforderungen an Beleuchtungsanlagen für Bildungsbauten bis zu Multifunktions-Sporthallen, sowie Informationen und eine Podiumsdiskussion über die Themen Wirtschaftlichkeit von Beleuchtungsanlagen, Tageslichtplanung im Schulbau, Beleuchtungsanlagen in Multifunktionssporthallen, aktuelle Anforderungen an Kunstlicht in Bildungsbauten, neue Normen und Richtlinien und TV-Tauglichkeit von Sporthallen-Beleuchtungsanlagen.
  • »Quo Vadis Licht?« – Informations- und Diskussionsveranstaltung
    Diese Veranstaltung der LTG zum aktuellen Stand der Licht- und Beleuchtungstechnik umfasste die zu erwartenden Technologieänderungen sowie neue medizinische Erkenntnisse und aktuelle Umweltaspekte.
Positionspapier für Wiener Wohnen

Die LTG hat heuer ein internes Positionspapier für den großen kommunalen Betreiber Wiener Wohnen erstellt. Wichtige Inhalte sind zum Beispiel die Innenhof- und Gehwegbeleuchtung. Hierbei stellte sich die Frage, ob nach der Arbeitsstättennorm oder der Straßenbeleuchtungsnorm zu beleuchten ist. Die LTG hat dazu ihre Ansicht dargestellt. Dabei ist zu betonen, dass Wiener Wohnen an die LTG herangetreten ist und dann im Rahmen eines kleinen Arbeitskreises der LTG das Positionspapier erstellt wurde.

Aufgrund vieler Anfragen zur Beurteilung der LTG von Bereichen, die normativ nicht genau geregelt sind, hat die Lichttechnische Gesellschaft Österreichs auch weiterhin vor, Position zu diesen Themen einzunehmen. „Wie beurteilt die LTG diesen Bereich und welche Empfehlungen kann sie dazu abgeben? ist dabei eine zentrale Frage“, erklärte Rudolf Hornischer auf dem Pressegespräch. Derartige Positionspapiere sollen auch kleinen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Rudolf Hornischer

„Lichttechnik ist mehr als nur ein Normenwerk“, ist die Ansicht von Rudolf Hornischer, der damit aufzeigt, wie wichtig es ist, dass die Lichtplanung auf den Menschen Rücksicht nimmt

Elektromobilität

Die immer größer werdende Bedeutung von Elektromobilität hat auch Auswirkungen auf die Lichtbranche. „Ich bin immer wieder auf Tagungen in Deutschland, auf denen vollmundig von Ladestationen-Betreibern oder Lichtmastherstellern präsentiert wird, dass bei jedem Lichtmasten eine Ladestation montiert ist, an der E-Autos geladen werden können“, stellte Hornischer fest. „Bei näherer Beschäftigung mit diesem Thema kommt man aber zu dem Schluss, dass E-Autofahrer zu über 90 % so fahren, dass sie nicht bei einer mobilen Tankstelle tanken müssen.“ Deshalb stellt sich auch die Frage der Notwendigkeit derartiger Ladestationen. „Ich bin kein Gegner der Elektromobilität – ich denke nur, dass wir hier noch am Anfang stehen und es in den nächsten 10 Jahren massive Entwicklungen geben wird“, betont Hornischer abschließend.

Lehrgegenstand »Lichttechnik«

Die LTG begrüßt es, dass an der HTL in Wiener Neustadt seit kurzem der Lehrgegenstand Lichttechnik in die Ausbildung der Abteilung Elektrotechnik eingeflossen ist – von der 3. bis 5. Klasse als Pflichtgegenstand und mit der Möglichkeit, im Gegenstand Lichttechnik zu maturieren. Die ersten Maturanten im Fach Lichttechnik wird es in Wiener Neustadt im Jahr 2019 geben.

www.ltg.at